Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.05.2011

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

US-Daten und Griechenlandschulden belasten Dax

Griechenlands Schuldenkrise hing am Donnerstag wie eine Damoklesschwert über den Häuptern der Anleger. Angst über weitere Hiobsbotschaften drückten die Kauflaune. Am Nachmittag trübten US-Daten zusätzlich die Stimmung.

Griechenland, Portugal, Spanien - kann der Dax sich trotzdem behaupten? Quelle: dapd

Griechenland, Portugal, Spanien - kann der Dax sich trotzdem behaupten?

Frankfurt/DüsseldorfDie Enttäuschung über die US-Konjunkturdaten und die Sorgen um Griechenlands Schulden lasteten am Donnerstag auf dem Dax. So beantragten mit 424.000 Amerikanern mehr Bürger erstmals Arbeitslosenhilfe als erwartet. Zudem fiel die Wirtschaftsleistung in den USA im ersten Quartal einer zweiten Schätzung zufolge schwächer aus als erhofft.

Juncker-Aussagen zur Griechenland drücken Euro

Neben den schlechten US-Daten ließen die Sorgen um Griechenlands Schulden die Anleger nicht los: Selbst die Aussicht, dass China Portugal-Anleihen des Euro-Stabilitätsfonds EFSF zeichnen könnte, beruhigte die Anleger nur kurzfristig. "Die Nervosität ist einfach sehr hoch, da sind alle auf der Hut", sagte ein Händler.

Am späten Nachmittag bremsten dann die Aussagen des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker über die mögliche Aussetzung der IWF-Hilfen für Griechenland zusätzlich Dax und Euro aus. Juncker hatte gesagt, wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) den für Ende Juni geplanten Kredit an den hoch verschuldeten Mittelmeer-Anrainer nicht auszahlen würde, müssten die Europäer einspringen. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf 1,4089 Dollar von zuvor 1,4197 Dollar.

Der Dax konnte am Morgen gestärkt vom guten Vortagshandel in den USA zulegen und erreichte in der Spitze 7.217 Punkte. Am Vormittag jedoch setzte der Abwärtstrend ein und am Nachmittag wurde dieser durch die schlechten US-Konjunkturdaten verstärkt. Der Dax schloss den Handel bei 7.114 Punkten 0,79 Prozent im Minus. Auch der MDax wurde nachmittags von den schlechten Nachrichten in die Verlustzone mitgerissen und schloss mit einem Minus von 0,07 Prozent auf 10.624 Zählern. Der Index der Technologiewerte (TecDax) verlor mit 0,60 Prozent auf 892 Punkten ebenfalls an Wert.

Deutsche Bank braucht kein frisches Kapital

Bei der Deutschen Bank stand heute die Hauptversammlung in Frankfurt im Fokus. Der spätestens 2013 scheidende Konzernchef Josef Ackermann ließ in der Versammlung verlauten, dass die Deutsche Bank kein frisches Kapital brauche. Der von den Aktionären neu zu schaffende Kapitalrahmen sei eine "reine Vorsichtsmaßnahme", sagte Ackermann. Nachdem die Aktien des größten Finanzinstituts Deutschlands am Morgen gut gestartet sind, traten sie nach der Versammlung mit einem leichten Minus auf der Stelle. Am Nachmittag wurde dann auch die Deutsche Bank-Aktie durch die US-Daten belastet und schloss mit minus 0,4 Prozent auf 40,95 Euro den heutigen Handelstag.

Hauptversammlung: Deutsche Bank hat viele Baustellen

Video: Hauptversammlung: Deutsche Bank hat viele Baustellen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die hohe Nachfrage nach Bezugsrechten hat die Commerzbank zeitweise an die Dax-Spitze katapultiert. Von der Hochstufung von "hold" auf "buy" durch die LBBW gestärkt, gewann die seit Wochen kriselnde Commerzbank-Aktie bis zu vier Prozent auf 3,33 Euro, die Bezugsrechte sogar bis zu neun Prozent auf 1,04 Euro. "Da stößt viel Nachfrage auf ein schwindendes Angebot", sagte ein Händler. Ein anderer sprach von normalem Bezugsrechte-Handel: "Einige Anleger versuchen, einen schnellen Cent zu machen." Fundamental gebe es keinen neuen Erkenntnisse, erklärte ein weiterer Händler: "Die Bank steht heute nicht besser da als vor drei Tagen." Im Handelsverlauf bröckelte das Plus der Commerzbank-Aktie aber und nach Veröffentlichung der schwachen US-Daten rutschten die Papiere in Minus. Zu Handelsschluss erholten sich die Papiere der Bank aber und schlossen als einer der wenigen Aktien am heutigen Tag mit 0,3 Prozent auf 3,22 Euro im Plus.

Gegen den negativen Trend am Nachmittag konnten sich auch Merck und Frensenius mit 0,8 und und 0,7 Prozent im Plus stemmen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Vorgabe

26.05.2011, 10:12 Uhr

Darum auch wieder 40Punkte vom Tagehoch entfernt?
wenn der DOW abends abstürzt,steigt der Dax am nächsten morgen,und wenn der DOW abends stark ist,fällt der DAX am nächsten morgen.würde immer alles nach "Vorgaben" gehen,dann würden die Indizes nur eine Richtung kennen,entweder nach oben oder unten.
und Händler und analysten haben keine Ahnung,warum müssen sie sonst noch arbeiten und sind dank ihrer Allwissenheit nicht schon längst in Rente???

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×