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05.07.2013

18:01 Uhr

Börse Frankfurt

US-Jobdaten machen ängstlichen Anlegern zu schaffen

Gut oder schlecht? Die US-Arbeitsmarktdaten lassen viel Interpretationsspielraum, vor allem was die künftige Geldpolitik der Fed betrifft. Der Dax durchlebte am Freitag heftige Kursschwankungen.

Die US-Arbeitsmarktdaten fielen besser aus als erwartet. Händler in Frankfurt machen sich nun ran, die Daten zu richtig einzuordnen. dpa

Die US-Arbeitsmarktdaten fielen besser aus als erwartet. Händler in Frankfurt machen sich nun ran, die Daten zu richtig einzuordnen.

FrankfurtDie Börsenwoche hat eine ganz deutlich gezeigt. Die Volatilität steigt. So mancher mag sich an den Höhepunkt der Euro-Krise erinnern. Damals schwankten die Kurse wild hin und her und Prognosen glichen mehr einem Lotteriespiel denn einer fundierten Analyse.

Am Freitag folgte der Dax ganz diesem Credo. Bis zum Nachmittag verhielten sich die Anleger weitestgehend ruhig. Die um zwölf Uhr veröffentlichten Auftragseingänge der deutschen Industrie ließen den Dax zwar tiefer ins Minus fallen, der Geschwindigkeit des Kursverfalls bewegte sich aber noch im "normalen" Bereich.

Erst als die neuesten Arbeitsmarktdaten aus den USA nach Europa schwappten, beschleunigte sich der Betrieb an den Börsen. Der Dax katapultierte sich augenblicklich vom Minus ins Plus, um danach genauso schnell und noch heftiger wider ins Negative zu rauschen. Am Ende stand beim Dax ein sattes Minus von 2,4 Prozent auf 7.806 Punkte. Die zweite Reihe fiel mit leichter Verzögerung ebenfalls in den roten Bereich. Der MDax schloss am Freitag ein Prozent tiefer auf 13.716 Punkte und der TecDax notierte zum Schluss 0,9 Prozent leichter auf 952 Zähler.

Die Arbeitsmarktdaten aus den USA waren auf den ersten Blick vielversprechend. Über den Erwartungen wurden im Juni rund 195.000 neue Stellen geschaffen. Der ADP-Bericht am Mittwoch ging von 188.000 Stellen aus, von Reuters befragte Experten rechneten mit 165.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote beläuft sich derzeit auf 7,6 Prozent.

"Die Zahlen sind erfreulich und untermauern die Erwartungen, dass sich die US-Notenbank im Verlauf des Herbstes von den Anleihekäufen zurückzieht", kommentierten die Analysten der Helaba. Die Fed hat die Fortsetzung ihrer ultralockeren Geldpolitik von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängig gemacht.

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Auf den zweiten Blick vergrößerten die Zahlen allerdings die Unsicherheit über eine mögliche Drosselung der laxen Geldpolitik der Fed. Zwar ist man immer noch weit von der Quote entfernt, ab der man davon ausgehen kann, dass die Fed ihre lockere Geldpolitik straffen könnte. Allerdings zeigt die hohe Zahl der neu geschaffenen Stellen einen klar positiven Trend des US-Arbeitsmarktes. Dieser Trend wiederum lässt eine Drosselung der monatlichen Anleihekäufe durch die Fed näher rücken.

"Hält der Arbeitsplatzaufbau in ähnlicher Größenordnung in den kommenden drei Monaten an, kann ab Oktober mit einer Drosselung der Wertpapieraufkäufe gerechnet werden", erklärte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. "So empfindlich auch die Finanzmärkte in den vergangenen Wochen reagiert haben mögen, der erste Schritt zu einer Normalisierung der Geldpolitik ist ein gutes Signal."

Finanzmarkt-Experte Alister Gaines von CDC Wealth Management rechnet sogar noch früher mit dem Einstieg in den Ausstieg aus dem sogenannten "Quantitative Easing" (QE). "Die Wahrscheinlichkeit für die Drosselung des QE im September sind gestiegen."

Die überraschend starken US-Jobdaten ließen den Euro tief ins Minus fallen. Am Abend rutschte die europäische Gemeinschaftswährung um 0,6 Prozent ab und wurde mit 1,2833 Dollar bewertet – der tiefste Stand seit Ende Mai.

In den USA verhielten sich die Anleger am Freitag besonnener. Denn während die Kurse in Europa abstürzten, konnte der Dow Jones bei einem Kurs von 15.009 Punkten ein Plus von 0,1 Prozent halten.

Kommentare (73)

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Trader

05.07.2013, 07:36 Uhr

Das große Casino der Notenbanken ist gleich wieder eröffnet.
Die Maschinen sind schon programmiert um in wenigen Augenblicken Geld zu vermehren.
Die vollautomatischen Handelssysteme generieren wieder wenigen Kapital Vervielfachung.

Marktbeobachter

05.07.2013, 07:42 Uhr

Die großen Bankster werden den Markt schon wieder da hinbekommen wo sie billig einkaufen können.Das alles in ein
paar Sekunden.
Die Hochfrequenzrechner glühen schon.
GS hat schon alles geplant, das ist ein abgesprochenes Spiel.

Account gelöscht!

05.07.2013, 07:43 Uhr

Na klar und im Himmel ist Jahrmarkt.

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