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01.06.2017

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

US-Jobdaten stärken den Dax

Seit Mitte Mai ist der deutsche Leitindex auf Konsolidierungskurs. Starke US-Jobdaten heben zwar am heutigen Handelstag die Laune der Anleger, aber das deutsche Börsenbarometer schafft nur ein kleines Plus.

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Düsseldorf/FrankfurtUnterstützt von ermutigenden US-Arbeitsmarktdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zugelegt. Der Dax notierte zum Handelsschluss 0,4 Prozent höher bei 12 664 Punkten. Auch der Euro Stoxx konnte um 0,4 Prozent zulegen. Der Euro bröckelte dagegen auf 1,1218 Dollar ab.

Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge schufen US-Firmen im Mai 253.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen lediglich mit einem Plus von 185.000 gerechnet. Dies sei ein gutes Omen für die offiziellen Zahlen am Freitag, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. „Zinsfantasien werden tendenziell gestärkt.“ Eine Anhebung des Schlüsselsatzes durch die Notenbank Fed Mitte Juni um 25 Basispunkte auf eins bis 1,25 Prozent gilt als sicher. Für Börsianer dreht sich alles um die Frage, wie schnell weitere Schritte kommen.

Zur positiven Stimmung trug auch das überraschend starke italienische Wirtschaftswachstum bei. Es fiel zum Jahresauftakt mit 0,4 Prozent doppelt so stark aus wie erwartet. Daraufhin stieg der Leitindex der Mailänder Börse um bis zu 1,3 Prozent. An der Börse Madrid stürzten Banco Popular-Aktien dagegen um 20 Prozent ab und waren so billig wie noch nie. Insidern zufolge droht dem spanischen Krisen-Institut die Abwicklung. Die Bank denkt nach eigenen Angaben über eine Fusion, den Verkauf von Geschäftsteilen und eine Kapitalerhöhung nach. Diese könnte spanischen Medienberichten zufolge fünf Milliarden Euro schwer werden.

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Bei den deutschen Aktienwerten stand Uniper erneut im Rampenlicht. Dank anhaltender Spekulationen um eine nahende Übernahme durch den Konkurrenten Fortum stiegen die Titel des Versorgers um bis zu 4,9 Prozent. lagen zum Handelsschluss aber nur 2,1 Prozent höher. Der finnische Konzern könnte mit dem Kauf seine Position in Schweden und Russland ausbauen sowie mit Deutschland und Großbritannien neue Märkte erschließen, schrieb Analyst Sven Diermeier von Independent Research in einem Kommentar. Fortum-Papiere stiegen um zwei Prozent, die Titel von Uniper-Großaktionär Eon verloren 0,5 Prozent.

Aufmerksam verfolgten Börsianer zudem die Aufsichtsratssitzung bei Linde: Insider erwarten, dass das Kontrollgremium des Industriegase-Herstellers der umstrittenen Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair gegen den Widerstand der Arbeitnehmer-Vertreter zustimmen wird. Linde-Titel legten 1,8 Prozent zu.

Auch die übrigen deutschen Indizes konnten am Donnerstagmorgen vorrücken. Der MDax stieg zum Schluss auf 25.464 Punkten, ein Zuwachs von 1,3 Prozent. Der Technologiewerte-Index TecDax schloss auf ein Rekordhoch von 2313 Punkten, ein Plus von ein Prozent.

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In den hinteren Börsenreihen stachen die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA hervor. Ihnen gab eine Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC kräftig Auftrieb. Mit plus 5,6 Prozent auf 20,11 Euro knackte sie die 20 Euro-Marke – zum ersten Mal seit Mai 2015. Zum Handelsschluss lag die Aktie bei 19,95, ein Plus von 4,8 Prozent.

Die Mai-Bilanz war für das den Dax mit knapp eineinhalb Prozent Kurszuwachs zwar positiv ausgefallen – inklusive des neuen Rekordhochs bei 12.841 Punkten – doch seit Mitte des Monats schlingerte der Dax trendlos um 12.600 Punkte. Am Mittwoch wurde ein Ausbruchsversuch über den bisherigen Widerstand bei 12.700 Punkte schnell wieder eingefangen.

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Aus technischer Sicht befinde sich der Dax weiterhin in einem „neutralen Bereich“, kommentierte Marktbeobachter Milan Cutkovic von Axitrader. Auch an diesem Donnerstag bleibt daher abzuwarten, ob es der Dax über die psychologisch wichtige Marke schafft. „Bis entweder der Widerstand bei 12.700 oder die Unterstützung bei 12.500 Punkten klar durchbrochen werden, bleibt Konsolidierung angesagt.“

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