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07.10.2016

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

US-Jobzahlen lassen Dax verunsichert zurück

Das Fragezeichen nach schwächeren Arbeitsmarktdaten bleibt. Der Dax kommt nicht aus den Verlusten und schließt im Minus. Anleger versinken in Spekulationen, wann die Fed den nächsten Schritt wagt – kein gutes Umfeld.

Börse am Abend

Trotz vieler Impulse: Dax kommt nicht aus Verlusten heraus

Börse am Abend: Trotz vieler Impulse: Dax kommt nicht aus Verlusten heraus

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FrankfurtDa wartet man den lieben langen Tag auf die wichtigen Daten aus den USA – und dann lassen diese die Anleger genauso schlau zurück wie vorher. Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht fiel zwar schwächer als erwartet aus, was Börsianer als Hinweis für weiterhin niedrige Zinsen sehen könnten. Doch Freude war auf dem Parkett nicht zu spüren. Der Dax pendelte weiter unter Vortagsniveau und schloss mit 10.491 Punkten 0,7 Prozent leichter. Die Spekulationen um den Zeitpunkt, zu dem die US-Notenbank Fed die Zinsen erhöhen wird, finden kein Ende. Einmal mehr bleibt den Börsianern ein großes Fragezeichen.

Insgesamt hat die US-Wirtschaft im September 156.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Experten hatten mit 176.000 neuen Job gerechnet. Auch die separat berechnete Arbeitslosenquote blieb hinter den Erwartungen, stieg von 4,9 auf 5,0 Prozent. Doch insgesamt fielen die Zahlen immer noch solide aus. Indikatoren wie der langsam zunehmende Stundenlohn sprechen für eine starke Entwicklung. Ökonomen diskutieren, ob der Arbeitsmarkt nicht die von der Fed ausgegebene Vollbeschäftigung faktisch nicht schon erreicht hat.

Zentralbanken und Negativzinsen

Japan

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,1 Prozent

Schweiz

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,75 Prozent (15.01.2016)

Einlagenzinssatz für Banken: gestaffelt -0,75 Prozent

Dänemark

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,05 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,65 Prozent

Schweden

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,5 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,5 Prozent

Euro-Zone

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,4 Prozent

Eigentlich sind das gute Zahlen. Sie sind nicht zu stark, als dass die Sorge zunimmt, die Fed könnte ihre Zinsen früher als erwünscht anheben. Und sie sprechen gegen den Pessimismus, den so mancher Börsianer angesichts vieler schwächerer Indikatoren in der jüngeren Zeit entwickelt hat. Die Märkte aber reagierten zurückhaltend, der schwache Trend der vergangenen Tage blieb. Die Gemengelage für die Hüter des Dollars rund um Fed-Chefin Janet Yellen ist vertrackt. Die Frage, ob sich mit den Jobzahlen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in der Dezembersitzung der Fed erhöht hat, scheint auf dem Parkett keine eindeutige Antwort zu finden.

Die letzte und einzige Erhöhung der Federal Reserve seit der Finanzkrise fand im Dezember statt. Im laufenden Jahr hatte sich immer wieder ein Grund gefunden, die Zinswende hinauszuzögern. Erst machten die Sorgen um Chinas Wachstum die Runde, dann brach der Ölpreis ein. Im Sommer schockte der Brexit die Märkte und nun sind es die europäischen Banken, die Zweifel auf sich und Turbulenzen nach sich ziehen.

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Nicht nur Dax gab am Freitag bisher nach, auch die zweite Frankfurter Reihe büßte ein. Der MDax schloss 1,3 Prozent leichter bei 21.275 Punkten, der TecDax gab 0,8 Prozent nach auf 1793 Zähler. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50 verlor 0,6 Prozent auf 3002 Stellen. In New York herrschte eine ähnlich Stimmung, wenngleich die Abschläge geringer ausfielen. Der Dow-Jones-Index lief 0,2 Prozent leichter bei 18.233 Punkten.

Neben den großen Fragen der Zinswende zog in Frankfurt ein Börsenneuling das Interesse auf sich. Die RWE-Tochter Innogy feierte wie erwartet ein starkes Börsendebüt, kam mit ihrer Erstnotierung von 37,30 Euro auf ein Plus von mehr als drei Prozent gegenüber ihrem Emissionskurs. Ein Kursfeuerwerk blieb aber aus, der Kurs fiel auf 36,01 Euro – scheinbar versilberte der ein oder andere seine tauffrischen Anteile. Damit lagen die Papiere nur noch knapp oberhalb des Ausgabepreise von 26 Euro, zeitweise fielen sie da runter.

Im Vorfeld hatten sich Investoren um die Ökostrom- und Stromnetzsparte des zweitgrößten deutschen Versorgers gerissen. Früh stand fest, dass sich der Preis am oberen Ende orientieren wird. Innogy ist der größte Börsengang der Bundesrepublik seit 2000. Das Volumen beträgt knapp fünf Milliarden Euro, womit der Neuling auf einen Börsenwert von 20 Milliarden Euro kommt, was ihn damit zum wertvollsten deutschen Versorger. Experten sehen in den zukunftsträchtigen Teilen des gebeutelten RWE-Geschäfts einen mittelfristigen Kandidaten für den Dax.

Kommentare (6)

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Herr Holger Narrog

07.10.2016, 09:23 Uhr

Erfrischend ist welche Bedeutung der Brexit in den Gedanken studierter Ökonomen hat. Manche scheinen der eigenen Propaganda zu glauben.

In der Realität wird es Jahre dauern bis die Trennung Englands von der EU ausgehandelt und vollzogen ist. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Emotionen seitens einer beleidigten EU bis dahin beruhigt haben, bzw. die heutigen Politiker dann nicht mehr im Amt sind. Es liegt für beide Seiten nahe ein pragmatisches Abkommen analog EU - Schweiz auszuhandeln.

Weiterhin scheint die britische Politik das Symbol des Brexit für Reformen zu nutzen, Beispiel zurückdrehen von Klimaschwindel und "Erneuerbaren Energien", womit sich die britische Wirtschaft eher positiv entwickeln sollte.

Insofern sollte der Brexit eher positive, denn negative ökonomische Konsequenzen haben.

Account gelöscht!

07.10.2016, 12:17 Uhr

Der Innogy Aktienkurs wird viel von Spekulation getrieben. Klarer wird Ende dieses und Anfang nächsten Jahres sehen.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Account gelöscht!

07.10.2016, 17:06 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof

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