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06.12.2013

18:03 Uhr

Börse Frankfurt

US-Jobzahlen puschen den Dax

Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten fielen stark aus - aber nicht stark genug aus Sicht der Anleger. Sie setzen darauf, dass die Fed die Gelschwemme weiterführt. Der Dax stoppt die Verlustserie.

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FrankfurtDie Hoffnung auf die Geldschwemme und die damit verbundene Rally an den Finanzmärkten lebt weiter! Trotz spürbarer Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt und der damit einhergehenden Unsicherheit über die Laufzeit der Anleiheprogramme der Federal Reserve bleibt der Dax heute weiterhin im Plus und baut dieses weiter aus.

Kurz nachdem die US-Jobzahlen bekannt gegeben wurden, sprang die Dax-Kurve noch hoch und runter. Doch allmählich setzte sich am Markt die Ansicht durch, dass das starke Wachstum auf dem US-Arbeitsmarkt nicht ausreicht, damit die Fed vorzeitig ihre Fördermaßnahmen zurückfährt. Die Zahlen fielen zwar stärker aus als von den Experten erwartet, doch aus Sicht der Anleger - so scheint es - nicht stark genug.

Interessant ist aber auch eine andere Deutung der steigenden Kurse, eine viel herkömmlichere Interpretation, die bei all der Diskussion über Laufzeit und Ausmaß der Förderprogramme der Notenbanken beinahe in Vergessenheit geraten ist: Der Glaube an die Konjunktur.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Denn letztlich sprechen die Arbeitsmarktzahlen in den USA für ein sich anbahnendes Wirtschaftswachstum. Der Markt kommt in Schwung, die Geldpolitik zeigt die erhoffte Wirkung. Dies belohnen nun die Kurse. Da erscheint es logisch, dass über ein langsames Zurückfahren der Anleihenkäufe diskutiert wird.

So baut der Dax seinen heutigen Aufwärtstrend weiter aus und schloss am Ende um ein Prozent fester auf 9172 Punkten. Die Verluste aus dem gestrigen Handel sind annulliert. Auch die anderen Frankfurter Börsenbarometer konnten die Talfahrt aussetzen und notierten fester. Die mittelgroßen Werte im MDax kamen auf 15.955 Zähler, was einen Zuwachs von 0,6 Prozent bedeutet. Die Technologiewerte im TecDax standen bei 1131 Punkte - ein Aufschlag von 1,2 Prozent.

Damit kann die deutsche Benchmark nach vier Verlusttagen die Talfahrt beenden. Seit Montag büßte das Marktbarometer mehr als drei Prozent ein. Die unerwartet zügige Erholung der US-Wirtschaft hatte am Donnerstag erneut die Wall Street belastet. Börsianer fürchteten, dass die Notenbank ihre massive Stützung der Konjunktur bereits früher drosseln könnte als bislang angenommen. Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent tiefer auf 15.821 Punkten.

Deswegen blickten die Akteure an den Märkten am frühen Nachmittag auf die US-Arbeitsmarktdaten. Das Ergebnis: Die amerikanische Wirtschaft hat im November überraschend viele Stellen geschaffen. Es entstanden 203.000 neue Jobs, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von den Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit lediglich 180.000 Stellen gerechnet.

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Die Arbeitslosenquote fiel auf 7,0 von 7,3 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit November 2008. Die Notenbank Fed pumpt derzeit Monat für Monat mit dem Kauf von Staatsanleihen und Immobilienpapieren 85 Milliarden Dollar in die Wirtschaft, um die Konjunktur voranzutreiben. Experten rätseln, wann der Zeitpunkt für ein Eindämmen der Geldflut kommt, die die Börsen rund um den Globus angetrieben hat.

Die Notenbank Fed hatte in ihrem jüngsten Konjunkturbericht bereits Aufwärtstendenzen festgestellt. Die Arbeitsmarktdaten stehen besonders im Fokus, da die Fed ihre Konjunkturhilfen bei einer nachhaltigen Erholung drosseln will. Doch den Anlegern fielen diese nicht stark genug aus, sie setzen weiter auf steigende Kurse.

Kommentare (36)

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Account gelöscht!

06.12.2013, 08:16 Uhr

Kaum verändert??? +0,37%?? Aaaajaaa......

Game_Over

06.12.2013, 09:22 Uhr

Was ist denn bitte mit meiner Headline "Dax kämpft um 9000er Marke)?

Heute wird doch auf Grund der besseren US-Arbeitsmarktdaten das Ende der ultralockeren Zinspolitik verkündet. Die bessere Wirtschaftslage der US wird sicherlich für den großen Crash verantwortlich sein, denn das wäre ja Gift für die Börse, oder?

Ich schließe mich den Kommentaren, die sich aktuell mehren, von gestern an, dass wir ratzfatz auf 8000 und dann auf direktem Weg zum Stand von vor 2 Jahren ca. 6000 zurückfallen werden. Wahrscheinlich noch bis Weihnachten.

Das ganze Geld aus den Verkäufen stecken die großen Adressen (GoSa, JPM, X_Trader, deltaone, Deutsche, alexfiftyfour, BNY, etc.) dann für Negativzinsen aufs Tagesgeld.

Tagesgeld ist alternativlos!

Das_ich_sowas_noch_erleben_darf

06.12.2013, 09:50 Uhr

Ein sehr guter Kommentar zu diesen ganzen Dampfplauderern hier.

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