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28.01.2011

06:00 Uhr

Börse Frankfurt

US-Wachstum kann Dax nicht beflügeln

Unter den Anlegern macht sich Ernüchterung breit. Die jüngsten Daten zum US-Wirtschaftswachstum fielen schlechter aus als erwartet. Lediglich bei Autoaktien greifen sie wieder zu.

Bulle in Frankfurt: Geht die Rally weiter? ap

Bulle in Frankfurt: Geht die Rally weiter?

HB FRANKFURT. Nach seinen jüngsten Kursgewinnen legt der Dax zum Wochenschluss eine Pause ein. Mit Enttäuschung aufgenommene Geschäftszahlen großer US-Unternehmen haben die Aktienmärkte zum Wochenschluss belastet. Der Dax ging am Freitag 0,7 Prozent tiefer bei 7102 Zählern aus dem Handel, hat damit aber auf Wochensicht 0,6 Prozent gewonnen.

Börsianer sehen den deutschen Aktienmarkt derzeit im Niemandsland. "Die Märkte sind richtungslos, wir sehen dauernd Umschichtungen zwischen Branchen. Das sieht etwas konfus aus", sagte ein Börsianer. Die US-Wirtschaft ist 2010 so stark gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Wirtschaftsleistung legte im vierten Quartal um 2,9 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Allein im vierten Quartal lag das Wachstum bei aufs Jahr hochgerechnet 3,2 Prozent. Analysten hatten hier jedoch im Schnitt mit einem stärkeren Anstieg um 3,5 Prozent gerechnet.

Außerdem werde die US-Wirtschaft wohl ihr Tempo im ersten Quartal nicht halten können, sagte Helaba-Analystin Viola Stork. Die hohe Arbeitslosigkeit verhindere ein anhaltend rasches Wachstum.

Für Zurückhaltung sorgte laut Börsianern auch, dass die Ratingagentur Moody's eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA auf mittlere Sicht nicht ausschließt. Bislang werden die Vereinigten Staaten mit dem Spitzenrating "AAA" bewertet. Der Agentur zufolge steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass Moody's den USA innerhalb der kommenden beiden Jahre einen negativen Ausblick im Rating verpassen wird.

Favoriten im Dax waren die Autowerte: Die Börsenstars des vergangenen Jahres hatten seit Anfang Januar zum Teil arg gelitten, konnten in den vergangenen Tagen aber wieder an Boden gut machen. Die Dax-Spitze eroberten die VW-Vorzugsaktien mit plus 1,99 Prozent auf 120,4 Euro. Dahinter lagen BMW-Papiere, die sich um 0,4 Prozent verbilligten. Daimler gaben ihr zwischenzeitliches Plus ab und notierten mit minus zwei Prozent. Die Branchenwerte profitierten von mehreren positiven Analystenkommentaren. Nach Meinung der US- InvestmentbankGoldman Sachs etwa dürfte sich der positive Trend bei Umsatz, Gewinn und Kapitalrückflüssen im Autosektor bis 2013 fortsetzen.

Derweil werden die im Dax gelisteten Vorzugsaktien von Fresenius sowie die in keinem wichtigen Index gelisteten Stammaktien des Gesundheitskonzerns seit Freitagvormittag nicht mehr gehandelt. Hintergrund ist die Eintragung eines Rechtsformwechsels in das Handelsregister. Zuvor hatte ein Vergleich Bewegung in einen Rechtsstreit zwischen Fresenius und der Tochter des verstorbenen Firmenchefs Hans Kröner, Gabriele Kröner, gebracht. Der Vergleich ist Grundlage für die Eintragung des Rechtsformwechsels und die Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien.

Gut ist den Börsianern oft nicht gut genug: Der weltgrößte Onlinehändler Amazon ist von den Anlegern trotz eines Umsatzsprungs um 36 Prozent auf 9,5 Mrd Euro im Schlussquartal heftig abgestraft worden. Die ohnehin gereizten Investoren hatten auf ein noch besseres Weihnachtsgeschäft gehofft. Um sich weiteres Wachstum zu sichern, plant Amazon, viel Geld für Zukäufe und neue Verteilerzentren auszugeben. Die Anleger zeigten sich unzufrieden und schickten die Aktie auf Talfahrt. In Frankfurt gaben die Aktien am Freitag zeitweise mehr als fünf Prozent nach.

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