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03.06.2016

18:43 Uhr

Börse Frankfurt

US-Zahlen befördern den Dax ins Minus

Ein Einbruch des US-Arbeitsmarktes im Mai hat die Konjunktursorgen der Anleger am Freitag genährt. Das lässt den Dax ins Minus rutschen - und den Euro-Kurs steigen. Eine rasche Zinserhöhung der Fed scheint vom Tisch.

Börse am Abend

Trübe Stimmung an der Börse

Börse am Abend: Trübe Stimmung an der Börse

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FrankfurtEin unerwartet schlecht ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht hat die Märkte am Freitag kalt erwischt. Der wichtige Konjunkturindikator enttäuschte: Die US-Wirtschaft hatte im Mai sehr viel weniger Stellen als erwartet geschaffen. Schlagartig schoss der Euro um mehr als anderthalb Prozent auf auf ein Drei-Wochen-Hoch von gut 1,13 Dollar.

An den Aktienmärkten ging es bergab. Der Dax verlor ein Prozent auf 10.103 Punkte, sein europäisches Pendant EuroStoxx50 1,2 Prozent auf 2.998 Zähler. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 0,86 Prozent auf 20.525,71 Zähler abwärts. Der TecDax der Technologiewerte schlug sich etwas besser und gab um 0,6 Prozent auf 1.688 Punkte nach.

Die US-Unternehmen schufen im Mai nur 38.000 neue Jobs. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem mehr als vier Mal so hohen Wert gerechnet. „Das ist nicht nur eine große Abweichung, das ist schockierend“, sagte Marktstratege Mark Grant vom Investmenthaus Hilltrup Securities. „Das wirft ernsthaft die Frage auf, ob die Fed in diesem Jahr überhaupt etwas macht.“

Zwar verzerrten Streiks in dem Monat das Bild, doch es sei nicht klar, ob sich die schwache Zahl nur dadurch erklären lasse, sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Auch an der Wall Street gaben Dow Jones & Co nach.

Der schwache Dollar sorgte an den Rohstoffmärkten für einen Run auf Gold. Der Preis für das Edelmetall schoss um 2,7 Prozent auf 1.243 Dollar die Feinunze nach oben. Staatsanleihen waren bei den Anlegern ebenso begehrt. Im Gegenzug fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 0,07 Prozent von zuvor 0,12 Prozent.

Eine Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank Fed noch in der anstehenden Juni-Sitzung halten die meisten Analysten für kaum noch wahrscheinlich. Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba sprach von einer Enttäuschung. „Die Leitzinserhöhung im Juni dürfte endgültig vom Tisch sein“, sagte der Experte.

Zuletzt hatten Notenbanker aber immer wieder betont hatten, dass die Lage besser sei, als sie derzeit vom Gros der Marktakteure eingeschätzt wird. Am Morgen hatte der Gouverneur der wichtigen Fed-Filiale -Chicago, Charles Evans, für weitere Spekulationen gesorgt. Das als Taube einzustufende Mitglied des Offenmarktauschusses sagte auf einer Konferenz in London, dass es vernünftige Gründe dafür gebe, eine Zinserhöhung zu verschieben bis eine Kerninflation von zwei Prozent erreicht sei. Es bleibe ein Basisszenario, so Evans, dass 2016 zwei Erhöhungen der Leitzinsen erfolgen.

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