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15.12.2011

18:20 Uhr

Börse Frankfurt

USA und Spanien bescheren dem Dax Gewinne

Gute US-Wirtschaftsdaten und die erfolgreiche Auktion spanischer Staatsanleihen bringen den Dax wieder in die Gewinnzone. Erneut gehörte die Commerzbank zu den Gewinnern - satte Gewinne fuhren Tui-Aktionäre ein.

Der Dax macht wieder etwas Freude. dapd

Der Dax macht wieder etwas Freude.

DüsseldorfDer Dax scheint seine Negativ-Serie überwunden zu haben. Nach drei schwachen Tagen hat sich der Leitindex am Donnerstag deutlich auf Erholungskurs begeben. Bei Börsenschluss stand der Dax bei 5730 Zählern und damit mit 0,98 Prozent im Plus. Am Nachmittag war der Index um über zwei Prozent auf bis zu 5795 Punkte geklettert, nachdem er sich vor allem im früheren Handelsverlauf noch schwankungsanfällig gezeigt hatte. Der MDax stieg um 1,4 Prozent auf 8516 Punkte und der TecDax legte um 0,9 Prozent auf 667 Punkte zu.

Auslöser für den Positiv-Trend war laut Händlern eine erfolgreich verlaufene Auktion spanischer Staatsanleihen. Die Papiere waren zweifach überzeichnet und brachten den Südeuropäern mit 6,03 Milliarden Euro rund doppelt soviel Kapital wie erwartet. „Die Rentenpapiere der Spanier sind gut weggegangen“, kommentierte Händler Jakob Penndorf von Alpha Wertpapierhandel. So hatte sich das angeschlagene Euroland deutlich mehr Kapital am freien Markt besorgen können als geplant, was für spürbare Entlastung an wichtigen europäischen Rentenmärkten gesorgt hatte.

Der Tag an den Märkten (Stand: 16:10 Uhr)

Dax

- 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

- 1,5 Prozent

Dow Jones

- 0,6 Prozent

Nikkei

+ 0,5 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent

Euro

1,3036 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.612 Dollar (- 0,1 Prozent)

Öl (Brent)

108,33 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Die Laufzeiten der Papiere reichen von fünf bis zehn Jahre. Im kürzeren Bereich von fünf Jahren ging die zu zahlende Rendite stark zurück. Sie sank von 5,276 Prozent bei einer vergleichbaren Auktion Anfang Dezember auf 4,023 Prozent. In den längeren Laufzeiten stiegen die Renditen jedoch auf 5,545 Prozent (2021) an.

Weiteren Rückenwind gab es am Nachmittag zudem von erfreulichen Wirtschaftsdaten aus den USA: Sowohl die Stimmung des Verarbeitenden Gewerbes im Bundesstaat New York als auch die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten überraschten positiv. „Die Stimmungsverbesserung in der Industrie ist positiv zu werten, insgesamt sollte die US-Wirtschaft im 4. Quartal ein moderates Wachstum aufweisen können“, urteilte Helaba-Analystin Viola Stork in einem Kommentar.

Von der spanischen Anleihenausgabe und den US-Konjunkturdaten profitierte auch die Börse in New York. Nach drei Tagen mit Kursverlusten notierte der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,5 Prozent im Plus bei 11.877 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ebenfalls um 0,4 Prozent auf 1216 Zähler.

Beruhigend wirkte laut Börsianern auch, dass der Euro seinen jüngsten Kursrutsch am Donnerstag stoppte. Die Gemeinschaftswährung stabilisierte sich bei 1,3011 Dollar (+ 0,2 Prozent), nachdem sie am Vortag auf Elf-Monats-Tief von bis zu 1,2944 Dollar gerutscht war. Allerdings glauben die meisten Analysten nicht, dass die wieder etwas positivere Stimmung allzu lange anhalten dürfte. Vor allem das mangelnde Vertrauen in die Fähigkeit der Politiker, die europäische Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, macht den Märkten zu schaffen.

Zusätzlich positive Impulse könnte den Märkten auch ein erneut anberaumter Euro-Krisengipfel bringen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte am Donnerstag in Brüssel, er habe den 27 EU-Ländern mitgeteilt, dass er den nächsten Gipfel zur Eurokrise für „Ende Januar, Anfang Februar“ einberufen werde. Dabei solle besonders der auf dem Gipfel vor einer Woche beschlossene Pakt für strikte Haushaltsdisziplin besprochen werden. Bisher war der nächste Gipfel offiziell für den 1. und 2. März angesetzt

Kommentare (20)

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BisJederEsVerstandenHat

15.12.2011, 07:19 Uhr

Der permanente Kapitaltransfer im Euroraum, von Süden nach Norden, über die Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite, wird mit Sicherheit zu politischer Unruhen innerhalb der Eurozone führen.
Automatische Sanktionen, wie immer wieder von Merkel verlangt, würden diesen Kapitaltransfer nur noch vergrößern.
Wichtig und richtig wären Vertragsänderungen die diese Leistungsbilanzungleichgewichte verhindern, damit die schwächere Wirtschaften nicht von den stärkeren erstickt werden. (wegen der Freihandelszone)
Diese Änderungen wären, wegen der dadurch erzielte politische Stabilität, im Interesse Europas und folglich auch langfristig im Interesse Deutschland.

Bilanzanalyst

15.12.2011, 08:11 Uhr

@ BisJeder

Eine abenteuerliche Sicht der Dinge! Wesentliche Vorteile des "Freihandels" in der EU würden per "Dekret" unterbunden. Der Wohlstandsverlust für alle wäre immens.

Es bestehen sehr (!) hohe private Geldvermögen im Euroraum, auch im Süden. Die Italiener zum Beispiel halten mehr als 50 % ihrer Staatsverschuldung als Geldvermögen. Für Portugal ist der Wert noch höher. Deutschland und Frankreich liegen niedriger als Italien.
Nicht der Kapitaltransfer in andere Lände rist das Hauptproblem, sondern die Lasten der Staatsfinanzierung sind zu reformieren.

beobachter

15.12.2011, 08:16 Uhr

Staatsverschuldung hat es auch von dem Lehman-Debakel gegeben, das die Problematik im Nachgang beschleunigt hatte

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