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31.08.2011

17:32 Uhr

Börse Frankfurt

Versöhnliches Monatsende – Dax stürmt nach oben

Es war ein Katastrophenmonat. Fast 20 Prozent hat der Dax im August verloren. Doch am letzten Handelstag zeigte sich der Leitindex von seiner besten Seite. Von seinen Tiefständen setzte sich der Dax deutlich ab.

Händler in Frankfurt: Wichtige Konjunkturdaten bestimmen den Handel. Reuters

Händler in Frankfurt: Wichtige Konjunkturdaten bestimmen den Handel.

FrankfurtEine wachsende Risikobereitschaft der Anleger hat dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch kräftigen Aufwind verliehen. Nach überwiegend erfreulichen US-Konjunkturdaten ging der Dax um 2,50 Prozent höher bei 5.785 Punkten aus dem Handel. Zuvor war er zeitweise noch deutlicher gestiegen, bevor eine US-Kartellklage die schwergewichtigen Telekom-Aktien auf Talfahrt schickte und auch den Dax etwas nach unten zog. Seit seinem vor fast zwei Wochen erreichten Tief hat der Leitindex damit mehr als 8 Prozent zugelegt, den turbulent verlaufenen August beendete er aber immer noch mit einem Minus von gut 19 Prozent. Der MDax kletterte um 3,1 Prozent auf 9.171 Punkte, der TecDax gewann 2,2 Prozent auf 754 Punkte.

Als Begründung für die steigenden Kurse zogen Börsianer das am Vorabend veröffentlichte Protokoll zum jüngsten Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) heran. Daraus war hervorgegangen, dass einigen ranghohen Währungshütern die Festlegung auf eine langfristige Null-Zins-Politik zur Ankurbelung der klammen Wirtschaft nicht weit genug ging. Deshalb wurde unter anderem diskutiert, den niedrigen Zins an das Erreichen einer bestimmten Beschäftigungsquote zu koppeln. „Offensichtlich ist eine kleine Mehrheit für aggressive Maßnahmen“, sagte Helaba-Aktienstratege Christian Schmidt. „Deshalb steigen jetzt die Erwartungen an das Treffen im September. Man glaubt, dass die Fed der Heilsbringer sein wird.“ Die US-Notenbank hat ihr September-Treffen auf zwei Tage verlängert, um ausführlich über neue Stützungsmaßnahmen zu beraten.

Unterstützend wirkten zudem Daten vom US-Arbeitsmarkt: Zwar blieben die August-Zahlen des privaten Anbieters ADP hinter den Prognosen zurück, an den Finanzmärkten sei aber mit noch schlechteren Daten gerechnet worden, sagte ein Börsianer. An den US-Börsen zeichnete sich ein festerer Handelsstart ab. Auch der Konjunkturindex der Chicagoer Einkaufsmanager fiel im August mit 56,5 Punkten besser aus als angenommen.

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US-Kartellklage drückt Deutsche Telekom in den Dax-Keller

Die Aktie der Deutschen Telekom ist am Mittwochnachmittag wegen des blockierten Verkaufs der US-Tochter T-Mobile eingebrochen. Der Kurs fiel an der Frankfurter Börse binnen Minuten von einem deutlichen Plus um mehr als sechs Prozent. Gegen 17.00 Uhr notierte das Papier mit einem Minus von 6,7 Prozent bei 8,89 Euro. Zuvor war bekannt geworden, dass das US-Justizministerium gegen den geplanten Verkauf von T-Mobile an den US-Konkurrenten AT&T Klage eingereicht hat. Die Transaktion berge die Gefahr, dass ein bedeutender Wettbewerber aus dem Mobilfunkmarkt verschwinde, erklärte die Behörde am Mittwoch. AT&T wollte 39 Milliarden Dollar für die US-Mobilfunktochter der Telekom bezahlen.

Im MDax profitierten Bauwerte und Baudienstleister wie Bilfinger Berger und Hochtief mit Gewinnen von rund 3,7 Prozent von guten Zahlen des Wettbewerbers Vinci.

Kaufempfehlung treibt Allianz

Anleger sind am Mittwoch einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs gefolgt und haben bei Allianz -Aktien zugegriffen. Die Papiere von Europas größtem Versicherer legten um knapp sechs Prozent zu und gehörten damit zu den größten Dax-Gewinnern. Der Dax selbst wurde nahezu unverändert erwartet. Die Sorgen um das Lebensversicherungsgeschäft seien übertrieben, die Aktien zu stark verkauft worden, schrieben die Analysten Händlern zufolge in einem Kommentar. Die Goldman-Experten setzten die Aktien hoch auf „Buy“ von „Neutral“, reduzierten das Kursziel allerdings auf 103 von 113 Euro. Seit Jahresbeginn haben die Allianz-Aktien mehr als 20 Prozent verloren.

Der Tag an den Märkten (Stand 11:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

+ 1,7 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent (30.09.)

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Lufthansa heben erneut ab

Die Papiere der Lufthansa haben ihre Gewinne ausgebaut. Mit einem Plus von 5,2 Prozent waren die im Dax gelisteten Aktien mit 11,85 Euro so teuer wie seit knapp zwei Wochen nicht mehr. „Das sind Anschlusskäufe, nachdem die Aktien bereits am Dienstag wegen der Aussagen von Konzernchef Christoph Franz nach oben gegangen sind“, sagte ein Händler. Zudem spreche die Aktie auch aus technischer Sicht für einen weiteren Anstieg. Franz hatte die Gewinnprognose für dieses Jahr bestätigt und will die Abspaltung defizitärer Geschäfte prüfen . Am Dienstag waren Lufthansa mit einem Plus von 1,9 Prozent aus dem Handel gegangen.

Ströer setzen Erholung fort

Ströer haben den zweiten Tag in Folge die Blicke der Anleger auf sich gezogen. Die Titel des Außenwerbers setzten sich im SDax mit einem Plus von 12,9 Prozent auf 13,15 Euro klar an die Spitze. Die Aktien seien derzeit zu stark unterbewertet, egal, welches Szenario man heranziehe, erklärte ein Händler. Am Markt würden die Titel nun vermutlich von einigen Hedgefonds gekauft, die bisher auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten. Die Ströer-Papiere haben seit Jahresanfang rund 56 Prozent ihres Wertes eingebüßt

Kommentare (99)

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Neutral

31.08.2011, 07:41 Uhr

Bitte diesen Beitrag von "aruba" loeschen - wenn nicht..dann "Guten Nacht".

Er fiel mal wieder total aus dem Rahmen.

Account gelöscht!

31.08.2011, 08:12 Uhr

die Wortwahl von "Aruba" mag zwar anfechtbar sein, aber im Kern hat er doch recht! Mit Merkel und Westerwelle geben wir uns der Lächerlichkeit preis. Und die Griechen müssen irgendwie aus der Eurozone beseitigt werden, bevor sie uns mit ihren Lügen und ihrem "dolce far niente" auch noch in die Pleite reinreißen. Lassen wir doch die Griechen total pleite gehen, und wenn die griechen Geld haben wollen, dann nur gegen Sicherheiten, d.h. die sollen ihre Goldtonnen als Sicherheit bei uns einlagern, und werden die Schulden nicht zurück bezahlt, dann gehört das Gold uns!

Watchdog

31.08.2011, 08:13 Uhr

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