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23.12.2011

17:47 Uhr

Börse Frankfurt

Von Jahresendrally keine Spur

Der Handel zwar eher ruhig, doch der Leitindex schaffte es das Vorzeichen mehrmals zu wechseln. Die Schuldenkrise beunruhigt die Anleger nach wie vor. Vor Weihnachten zeigten sich einige dennoch in Kauflaune.

Ein Händler an der Frankfurter Börse. dapd

Ein Händler an der Frankfurter Börse.

DüsseldorfAm letzten Wochenhandelstag erlebte der Dax eine – wenn auch nur kleine – Berg- und Talfahrt. Nach positivem Start wechselte er am Nachmittag öfter das Vorzeichen. Schließlich beendete er den Handel mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 5.878 Punkten. Im Fokus der Anleger waren überwiegend Konjunkturdaten aus den USA, die durchwachsen ausfielen.

Von einer Jahresendrally war heute immer noch keine Spur. Unter dem Strich liegt der Leitindex im Dezember im Minus; er war mit 6080 Punkten in den Monat gestartet. Die Eskalation der Schuldenkrise in diesem Jahr hat dem Dax seit Januar ein Minus von gut 15 Prozent eingebrockt.

Gewinner der Woche (HDax)

Deutsche Bank

+ 8,96 Prozent (Stand: 15:55 Uhr)

Carl Zeiss Med

+ 8,90 Prozent

Gerry Weber Int.

+ 8,55 Prozent

Kloeckner & Co

+ 8,45 Prozent

Leoni

+ 8,35 Prozent

Centrotherm

+ 8,07 Prozent

Daimler

+ 7,98 Prozent

Elring-Klinger

+ 7,88 Prozent

MAN

+ 7,65 Prozent

Aareal Bank

+ 7,35 Prozent

2011 können Investoren noch aufatmen. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wird ihr mit Spannung erwartetes Bonitätsurteil für Deutschland und 14 weitere Euro-Länder nicht mehr in diesem Jahr fällen. Das Ergebnis werde erst im Januar mitgeteilt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus zwei voneinander unabhängigen Quellen.

US-Konjunktur im Blickpunkt

Die US-Verbraucher bleiben zurückhaltend. Im November steckten sie 0,1 Prozent mehr in den Konsum als im Vormonat, teilte das Handelsministerium am Freitag mit. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 0,3 Prozent vorhergesagt. Auch im Oktober hatte es nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gegeben. Ein Grund für die Kaufzurückhaltung sind die kaum steigenden Einkommen. Sie legten ebenfalls nur um 0,1 Prozent zu.

Börse Frankfurt am Mittag

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Positiv hingegen fielen die Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA aus. Großbestellungen in der Luftfahrt haben der US-Industrie im November ein überraschend großes Auftragsplus beschert. Die Orders für langlebige Güter stiegen um 3,8 Prozent nach einer Stagnation im Monat davor, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Plus von zwei Prozent gerechnet.

Weiterhin nahmen Anleger Nachrichten über den US-Häusermarkt gut auf. Der Häusermarkt in den USA hat im November leicht zugelegt. Die Zahl der verkauften Eigenheime stieg um 1,6 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Der Schätzung zufolge wurden aufs Jahr hochgerechnet 315.000 Neubauten verkauft und damit so viele wie seit sieben Monaten nicht.

Verlierer der Woche (HDax)

SGL Carbon

- 19,57 Prozent (Stand: 15:55 Uhr)

Suess Microtec

- 15,85 Prozent

Q-Cells

- 11,52 Prozent

SAP

- 4,36 Prozent

Gigaset

- 2,33 Prozent

Deutsche Telekom

- 1,80 Prozent

Deutsche Börse

- 1,76 Prozent

Nordex

- 1,53 Prozent

BayWa

- 1,44 Prozent

Sky Deutschland

- 1,26 Prozent

Anleger hoffen auf Kaufgelegenheiten in 2012

Die meisten Investoren haben 2011 schon abgeschrieben. Manche hoffen, dass sie Anfang des kommenden Jahres günstig nachkaufen können. „Wir bleiben bearish, da wir einen weiteren Rückschlag erwarten, bevor wir auf die Käuferseite wechseln. Nichtsdestotrotz sind wir überzeugt, dass 2012 ein Übergangsjahr zwischen zwei Zyklen werden wird. Die Aktienmärkte werden zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr 2012 an Attraktivität gewinnen – vielleicht schon zum Ende des ersten Quartals", sagt Robert Quinn, Europa-Chefstratege von S&P Research. "Der Dax dürfte im kommenden Jahr kaum unter seinen Buchwert bei 5.200 Indexpunkten fallen, ein Dax im Bereich zwischen 5.200 und 5.500 sollte also gute Nachkaufgelegenheiten bieten", heißt es bei der Commerzbank.

In Italien ist dagegen das Verbrauchervertrauen auf den tiefsten Stand seit 1996 gefallen. Das neue Sparprogramm der italienischen Regierung verhagelte nämlich den Verbrauchern die Kauflaune. Das Barometer für das Vertrauen der Konsumenten fiel im Dezember überraschend deutlich auf 91,6 von 96,1 Punkten, wie das nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Das Sparpaket der neuen Regierung von Mario Monti hatte am Donnerstag die letzte parlamentarische Hürde genommen. Wie erwartet billigte der Senat das 33 Milliarden Euro schwere Vorhaben mit breiter Mehrheit.

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Kommentare (39)

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Account gelöscht!

23.12.2011, 08:52 Uhr

Viele scheinen zu hoffen, dass sie nächstes Jahr billiger als jetzt (um einen DAX-Wert von 5000+ herum) sich mit Aktien eindecken können. Aber wohlgemerkt, sie wollen kaufen - wahrscheinlich wegen Befürchtung einer massiven Inflation.

Hat keiner Kummer, dass der Zug nach oben ohne ihn abfährt? Zu steigenden Aktienkursen benötigt es ja nicht einmal eine gute Konjunktur; inflationäre Maßnahmen a la Draghi-EZB könnten schon ausreichen.

leser

23.12.2011, 09:14 Uhr

Das Bahn-Bild wirkt irgendwie überdenkenswert: Früher hieß es, die Bahn käme, wovon heute heutzutage nicht mehr unbedingt ausgegangen werden kann.
Auf einem ganz anderen Blatt steht daher, ob irgendein Zug da noch überhaupt abfahren kann - oder die Post.

Das neue Börsenjahr wird jedenfalls mit weiteren Fragen aufwarten können.

Account gelöscht!

23.12.2011, 09:16 Uhr

@ KeepCool,

Falls überhaupt Inflation kommt. Solange das Q/E-Money an den Märkten bleibt, und gar nicht erst in den real-ökonomischen Geldkreislauf gelangt, besteht wenig bis kaum Inflationsgefahr.

Aber falls doch, Inflation war empirisch betrachtet noch nie gut für den Aktienmarkt, da mit steigenden Zinsen die Attraktivität der Asset-Klasse Aktie sinkt, und die der festverzinslichen (wieder / weiter) zunimmt !!!

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