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18.07.2012

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Wall Street beflügelt den Dax

Trotz mieser Zahlen von Unternehmensseite schloss der Dax heute deutlich im Plus. Für Kaufargumente sorgten die US-Börsen. Doch die dortigen Kursgewinne stützen sich auf Hoffnungen rund um die US-Notenbank Fed.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtMit einem starken Schlussspurt setzte der Dax seine Erfolgsserie fort. Seit Monatsanfang konnte er über sieben Prozent zulegen. Heute schloss der Leitindex rund 1,6 Prozent im Plus auf 6.684 Punkte. In der zweiten Börsenliga sah es ebenfalls freundlich aus. Der MDax notierte am Ende 0,8 Prozent im Plus auf 10.732 Zähler und der TecDax stieg um 1,2 Prozent auf 765 Punkte. Der europäische Branchenindex EuroStoxx 50 kam auf ein Plus von 1,4 Prozent.

Die Aufholjagd eine Stunde vor Handelsschluss hatten die Aktienmärkte vor allem den US-Börsen zu verdanken. Diese drehten nach einer schwachen Eröffnung schnell ins Plus und gaben damit den entscheidenden Impuls für die Börsen in Europa. Nach Frankfurter Börsenschluss lag der der Dow Jones 0,6 Prozent im Plus auf 12.888 Punkte, der S&P-500 erreichte einen Aufschlag von 0,5 Prozent auf 1.371 Zähler und der Nasdaq-100 verzeichnete ein Plus von 1,3 Prozent auf 2.624 Punkte.

Doch vor der starken letzten Handelsstunde zeigten sich die Aktienmärkte unbeständig. Klare Trends waren nicht auszumachen. Dafür gab es am Mittwoch drei Gründe:

Erstens bleibt die europäische Schuldenkrise ein immer wiederkehrendes Problemthema, welches die Anleger daran hindert größere Investments zu tätigen. Dementsprechend niedrig waren die Umsätze an den Handelsplätzen. Im Dax wurden heute gerade mal 1,95 Milliarden Euro umgesetzt. Üblich sind mehr als drei Milliarden Euro. Die meisten Investoren wollen bei neuen Hiobsbotschaften aus Europa nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden, weshalb sich einige von ihnen vorübergehend ganz von den Aktienmärkten zurückgezogen haben.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:35 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Zweitens deuten die Unternehmenszahlen europäischer und amerikanischer Firmen darauf hin, dass die Euro-Krise und die erlahmende US-Konjunktur langsam den Weg in die Bücher der Unternehmen gefunden haben. In Deutschland traf es heute vor allem die Sportartikelhersteller Puma und Adidas. Die Herzogenauracher, besonders Puma, bekommen die schwächelnde Nachfrage in Europa zu spüren. Im ersten Halbjahr fiel der Gewinn um ganze 13 Prozent. Die Puma-Aktie stand deshalb bei vielen Anlegern auf der Verkaufsliste. Sie verlor heute 4,8 Prozent.

Adidas musste ebenfalls zunächst Abschläge hinnehmen, die mit den anziehenden Kursen am Nachmittag jedoch verschwanden. Am Ende reichte es für ein Plus von 0,2 Prozent, womit die Adidas-Aktie jedoch schwächster Dax-Wert war. Dass die Kurs nicht so dramatisch abbaute der von Puma, liegt vor allem an der stärkeren Diversifizierung der Märkte. Dadurch ist Adidas nicht so stark vom europäischen Markt abhängig wie Puma.

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Der dritte Grund für die unbeständigen Börsen ist in den USA auszumachen. Die US-Notenbank Fed liegt derzeit für viele Anleger im Zentrum ihres Interesses. Sie hoffen, dass die Fed mit einer Lockerung ihrer Geldpolitik die US-Konjunktur wieder auf Touren bringen kann. Darum trübte sich gestern ein wenig die Stimmung der Investoren, nachdem US-Notenbankchef Ben Bernanke keine konkreten Hinweise auf neue milliardenschwere Wertpapierkäufe der Fed gab. Doch nichtsdestotrotz wird weiter davon ausgegangen, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik in naher Zukunft lockern wird, um einer Stagnation zuvorzukommen.

Kommentare (52)

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stop_esm

18.07.2012, 08:57 Uhr

Also so läuft unser Wirtschaftssystem und hier in Europa auch die EZB und unser Target2 mit mittlerweile 771 Milliarden Forderungen:

"Bernanke könnte eine dritte Runde von Anleihekäufen (QE3) andeuten. Die Fed hat im Laufe der vergangenen knapp fünf Jahre ihren Leitzins auf null gekappt und für 2,3 Billionen Dollar Staatsanleihen und andere Wertpapiere gekauft."

Wann ist endlich die Party vorüber!
Ein Weltwirtschaftssystem das nur noch von Schulden überleben kann. Ekelhaft!!

Kostolany

18.07.2012, 10:58 Uhr

Unser Wirtschaftssystem ist ein einziger Schwindel,
aber ein gut gemachter,
erfolgreicher als andere Systeme,
aber das ändert sich je mehr linke Enteignungs-Phantastereien
an Boden gewinnen in Europa.

OMG

18.07.2012, 11:23 Uhr

Ich finde es eine wenig sinnvolle Vereinfachung zu behaupten, "unser Wirtschaftssystem sei ein einziger Schwindel". Falsche Diagnosen führen zu falschen Therapieeansätzen.

Tatsächlich ist es so, dass bestimmte Aspekte unseres Wirtschafts- und Finanzsystems schlecht funktionieren. An diesen muss man ansetzen; jedoch nicht das Kind mit dem Bad ausschütten.

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