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19.08.2011

18:04 Uhr

Börse Frankfurt

Wall Street bewahrt Dax vor Schlimmerem

Der Dax konnte einem schwarzen Freitag, auf den er am Vormittag zusteuerte, mit Hilfe der US-Börsen gerade noch entkommen. Unsicherheit und Skepsis prägen trotzdem noch das Verhalten der Anleger.

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FrankfurtAm Vormittag sah es für den Dax so aus als würde er einen schwarzen Freitag erleben. Da der US-Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt jedoch deutlich weniger stark im Minus notierte als befürchtet, gab der deutsche Leitindex am Ende doch nur relativ moderate 2,19 Prozent auf genau 5.480 Punkte ab. Am Vormittag war er noch mehr als 4 Prozent abgesackt. Auch der Index, der als Indikator für die Schwankungsbreite zugleich das Maß an Nervosität der Anleger abbildet, fiel wieder leicht zurück.

Gleichwohl hat der Dax wegen der Schuldenkrisen in Europa und den USA seit Anfang August gut 20 Prozent an Wert verloren. Allein am Donnerstag hatte er mit einem Abschlag von knapp 6 Prozent bereits den größten Tagesverlust seit fast drei Jahren erlitten. Damit schloss der Dax auf Wochensicht das vierte Mal in Folge im Minus: Diesmal betrug der Abschlag satte 8,63 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte gab am Freitag um 1,51 Prozent auf 8404,29 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg sogar um 0,56 Prozent auf 690,41 Punkte.

Das Kaufinteresse vom Wochenbeginn durch Schnäppchenjäger und Deckungskäufe sei wieder verschwunden. Vor dem Wochenende gelte es, für viele Investoren ihre Depots vor schlechten Nachrichten abzusichern und das bringe den Markt unter Druck. Die Nervosität an den Märkten sei weiterhin hoch, und die Reaktionen „schnell und heftig“, sagte Analyst Joshua Raymond von City Index in London.

Der Tag an den Märkten (Stand 11:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

+ 1,7 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent (30.09.)

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Die Konjunktur- und Bankensorgen seien dafür verantwortlich, dass Investoren risikobehaftete Anlagen wie Aktien auf den Markt werfen, sagte Stratege Ben Potter von IG Markets. Allerdings habe es in den USA zuletzt keine großen Anschlussverkäufe gegeben, so dass sich das Tages-Minus auch am deutschen Markt in Grenzen gehalten habe, sagte Handelsvorstand Florian Weber von der Schnigge Wertpapierhandelsbank.

Entsprechend war am Freitag Gold gefragt: Der Preis für das Edelmetall kletterte mit 1867,30 Dollar je Feinunze auf ein neues Rekordhoch. Von Öl ließen die Anleger wegen der Sorgen um eine rückläufige Nachfrage lieber die Finger: Die US-Rohölsorte WTI verbilligte sich um bis zu 3,9 Prozent auf 79,17 Dollar je Barrel (159 Liter). „Der Druck auf den Preis hält an, auch ein Abrutschen auf bis zu 75 Dollar ist denkbar“, sagte Tony Nunan von Mitsubishi Corporation.

Kommentare (55)

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Mini-Me

19.08.2011, 07:33 Uhr

Bevor die Kurse wieder auf 5550 abgestürzt sind, wurden diese aber auch vorher von 5500 auf über 6000 in kurzer Zeit hochgekauft. Viele verdienen erst dann prächtig wenn es an den Börsen zu starken Kursschwankungen kommt. Als wieso soll das Panik sein. Es gibt seit 1 Woche keine wirklichen Neuigkeiten. Anleger mir der besten und schnellsten Software dominieren den Markt, und das sind sicherlich keine Kleinanleger, die Zuhause am PC mal schnell 10TEUR hin- und herschieben.

Schlaumeier

19.08.2011, 07:34 Uhr

Eine Verbesserung (zum Gold). Der Wert des Goldes bleibt immer gleich. Man bekommt für Gold heute ca. so viel wie vor 100 Jahren. Richtig wäre: "Papiergeld schon wieder weniger Wert.
FED und EZB drucken immer mehr. Verfallen die Schnipsel bald ganz". Das wäre die korrekte Schlagzeile. Aber sie wollen die dummer Bevölkerung ja nicht unbedingt aufklären (wie bei der Sicherheit für die Finnen bei der Griechenland-Hilfe - ich lese nichts darüber im HB - oder ist Ihnen das noch garnicht bekannt?).

tmh

19.08.2011, 07:46 Uhr

@ schlaumeier:
wer lesen kann ist klar im vorteil
http://www.handelsblatt.com/politik/international/ausstieg-durch-die-hintertuer/4511848.html

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