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17.12.2013

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Wann kommt das „Tapering“?

Das ist die entscheidende Frage an den Börsen. Die Dax-Anleger haben darauf keine Antwort und sicherten ihre Gewinne ab. Spekulanten rechnen indes noch 2013 mit einer Drosselung, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.

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FrankfurtLieber Cash, als Risiko. Diesem Credo folgte heute ein Großteil der Aktionäre. Für den Dax bedeutete das am Ende ein Minus von rund 0,9 Prozent auf 9085 Punkte. Der zweiten Reihe erging es etwas besser. Der MDax schloss nur 0,1 Prozent leichter auf 16.074 Punkte. Der TecDax ging mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 1127 Zähler aus dem Handel.

Verantwortlich für das defensive Verhalten der Marktteilnehmer war einmal mehr die Fed. Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank trifft sich heute und morgen, um über ihr weiteres geldpolitisches Vorgehen zu debattieren. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht das Anleihekaufprogramm. Bisher pumpt die Fed mittels Aufkäufe von US-Anleihen 85 Milliarden Dollar in die Märkte, um die US-Konjunktur und besonders den US-Arbeitsmarkt zu beleben. Die Erfolge halten sich allerdings in Grenzen. Zwar weisen einige Wirtschaftsbereiche zum Teil starke Wachstumsraten vor, doch von einem stabilen, breitgefächerten und anhaltenden Wachstum kann nicht die Rede sein.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Auch das Hauptziel der Fed, die Arbeitsmarktlage in den USA spürbar zu verbessern, konnte bisher nicht erreicht werden. Die Notenbank macht die Höhe ihres Engagement vordergründig von der US-Arbeitslosenquote abhängig. In vorangegangenen Reden des noch-Fed-Präsidenten Ben Bernanke war oftmals die Rede von einer Quote von 6,5 Prozent, ab der das sogenannte „Tapering“, also die Drosselung des Anleihekaufprogramms, beginnen solle. Von dieser Quote sind die USA allerdings noch weit entfernt. Zwar verbessert sich durch die anziehende Konjunktur in den USA die Beschäftigungslage, doch wirklich evident sind diese Verbesserungen nicht. Bisher beläuft sich die Arbeitslosenquote in den USA auf über sieben Prozent.

Die US-Aktionäre zeigten sich vor diesem Hintergrund ähnlich vorsichtig. Der Dow Jones notierte 0,3 Prozent leichter auf 15.843 Punkte. Der Nasdaq gab 0,4 Prozent nach, der S&P-500 0,5 Prozent.

USA 2014: Lokomotive oder Pulverfass?

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Trotz der teils durchwachsenen US-Wirtschaftszahlen hört man an den Märkten immer öfter von einer Reduzierung des Anleihekaufvolumens noch in diesem Jahr. Analysten, die diese Vermutungen anstellen, verweisen auf die zuletzt zuversichtlich stimmenden Wirtschaftsdaten aus den USA. Angesichts einer Serie starker Konjunkturdaten in den vergangenen Wochen sei die Zeit hierfür reif, betonten die Analysten der Societe Generale in einem Kommentar. Sollte die Fed sich dennoch dagegen entscheiden, schon im Dezember die geldpolitischen Zügel anzuziehen, werde sie voraussichtlich einen solchen Schritt für Januar andeuten.

Geldmarktexperten, die diese Meinung vertreten, lassen allerdings die Arbeitsmarktzahlen aus dem Blick. Außerdem zeigt sich, dass die kurzfristig zuversichtlicheren US-Daten auf lange Sicht alles andere als stabil sind. So veröffentlichte das US-Wirtschaftsministerium heute ein Leistungsbilanzdefizit im dritten Quartal des laufenden Jahres in Höhe von 94,8 Milliarden Dollar. Außerdem wurden die neuesten Inflationsdaten bekanntgegeben. Den Zahlen nach stiegen die Verbraucherpreise um lediglich 1,2 Prozent, was niedriger ist als das Stabilitätskriterium. Bereinigt weist die Inflation sogar keinerlei Änderung vor, was der US-Notenbank Fed als Argument dienen könnte, ihre Anleihekäufe erst im nächsten Jahr zu reduzieren, sagte Helaba-Analyst Johannes Jander.

Kommentare (14)

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Herr_Dax

17.12.2013, 08:18 Uhr

Da ich jetzt noch nicht weiß ob beste Kurse VOR oder NACH Handelsstart sind, sage ich erst heute NACH Mittag etwas dazu.
Gestern nach langer Zeit per Zufall beste Kurse VOR Handelsstart, aber da kann man keine Theorie daraus machen.
Auch gestern wieder keine Schnäppchen NACH Xetraschluss,denn bis 16 Uhr konnte man den ganzen Tag viel günstiger kaufen.
Ich glaube aber das Casino ist heute wieder geöffnet und vermute die Mächtigen werden reicher.

Account gelöscht!

17.12.2013, 08:29 Uhr

Das hat eher was mit dem kommenden Verfallstag zu tun...
Die Stillhalter wollen den DAX bei 9000 oder besser noch 9200 Punkten abrechnen, da dort die größten Longpositionen liegen... Daher das scheinbar unlogische Hin und Her...

Account gelöscht!

17.12.2013, 08:33 Uhr

Ich denke das hat eher was mit dem kommenden großen Verfallstag zu tun... Die Stillhalter wollen den DAX bei 9000 oder 9200 Punkten abrechnen, da dort riesige Longpositionen liegen... Daher das scheinbar unlogische Hin und Her... Wie´s danach weiter geht ist dann entscheidend...

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