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18.01.2011

06:00 Uhr

Börse Frankfurt

Wirtschaft brummt, Dax über 7 100 Punkten

Der Boom der deutschen Wirtschaft geht weiter und Anleger greifen bei deutschen Aktien zu. Der Dax setzt sich oberhalb von 7 100 Punkten fest, beflügelt von überraschend guten Konjunkturdaten. Selbst die schwachen Zahlen der Citigroup können das deutsche Aktienwunder kaum bremsen.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der Dax steigt unermüdlich weiter. Das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft hat den Dax am Dienstag erstmals seit Juni 2008 über die 7100-Punkte-Marke geschoben. Der Dax kletterte um 0,9 Prozent auf 7 143 Punkte und schloss damit so hoch wie seit Mai 2008 nicht mehr. Untermauert wurde der Konjunkturoptimismus durch den ZEW-Index, der die Stimmung der Finanzprofis in der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone misst.

Er stieg überraschend deutlich. "Dies stützt unsere Prognose, dass 2011 für Deutschland zumindest aus wirtschaftlicher Sicht ein gutes Jahr wird", stellte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen mit. ING-Analyst Carsten Brzeski sprach von einem fast schon blinden Vertrauen in die Stärke des deutschen Aufschwungs.

Für Erleichterung sorgte laut Börsianern auch, dass die Euro-Länder den Rettungsschirm für klamme Staaten möglichst rasch verstärken wollen. "Es wurde anscheinend viel vorgeschlagen und diskutiert, aber letztlich keine Entscheidung gefällt. Die Märkte scheinen sich an dieser Tatsache diesmal jedoch nicht zu stören, vielmehr behält die Risikobereitschaft die Oberhand", stellten die Analysten der Metzler Bank fest. Davon profitierten vor allem die Aktienmärkte.

Einen Dämpfer bekamen die Optimisten allerdings durch die Zahlen der Citigroup, die unter den Erwartungen blieben. So rutschte der Kurs in Frankfurt um über sieben Prozent ins Minus. "Die Citigroup ist eher auf Privatkundschaft ausgerichtet, daher könnten Banken mit einem hohen Engagement in diesem Bereich unter Druck kommen", fasste Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research zusammen. Die Kurse der Deutschen Bank und der Commerzbank gaben einen Teil ihrer Gewinne ab.

Im Dax sorgten vor allem Analysteneinschätzungen für Kursbewegungen. Nach einer kräftigen Kurszielanhebung durch Goldman Sachs griffen Anleger bei Infineon zu: Die Aktien stiegen in der Spitze um fünf Prozent auf 7,75 Euro und notierte damit so hoch wie seit Dezember 2007 nicht mehr. Zum Börsenschluss reichte es für ein Plus von 5,4 Prozent auf 7,79 Euro. Die Analysten von Goldman erhöhte das Kursziel auf elf von 8,80 Euro und bekräftigte die Kaufempfehlung.

Die Empfehlung einer anderen US-Bank trieb die Aktien von Daimler um fast 2,8 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 58,46 Euro. Auch die Metro (Plus 4,00 Prozent) und Commerzbank (Plus 2,3 Prozent) gehörten zu den Favouriten.

Gerüchte über einen angeblich geplanten Aktienrückkauf und die Zahlung einer Sonderdividende trieben die Aktien der Deutschen Post um 2,4 Prozent in die Höhe. Eine Unternehmenssprecherin wollte sich nicht äußern.

Kommentare (1)

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brum brum

18.01.2011, 22:16 Uhr

• Dieser Aufschwung wurde durch massive Konjunkturrpogramme erkauft.
Diese Konjunkturprogramme gingen im letzten Jahr aus. Das war wie mit einem Ventilator dass Segelboot anzutreiben...
Diese wurden mit Verschuldung in immensen Ausmassen erkauft und zur Ankurbelung der Exportwirtschaft sowie Schuldenabbau wurde der Euro massiv entwertet.
Nun kommt eine riesige inflationswelle denn die Rohstoffpreise sind wegen den Geldmengen %40 gestiegen, (siehe 33% Anstieg importe Deutschlands) und dies wird alle Export Produkte verteuern. Der innenmarkt trocknet aus denn die Kaufkraft steigt nicht parallel.
Ausserdem werden die Sparprogramme Europa weit die Nachfrage erwürgen. Dass sind die vier Ritter des Todes in 2011 die den Wirtschaftsmotor abwürgen werden.

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