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15.10.2012

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Wochenstart des Dax sorgt für gemischte Gefühle

Nach der schwachen letzten Woche hatten sich viele Anleger mehr erhofft. Doch die unklare Nachrichtenlage aus den USA macht diesen Hoffnungen eine Strich durch die Rechnung. Der Dax schließt nur leicht im Plus.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtDer Wochenstart des Dax ist zufriedenstellend, mehr nicht. Bei insgesamt dünnen Umsätzen schloss der deutsche Branchenindex bei einem Kurs von 7.261 Punkten 0,4 Prozent fester. Der MDax beendete den heutigen Handelstag 0,8 Prozent höher auf 11.315 Zähler und der TecDax rettete ein Plus von 0,2 Prozent auf 816 Punkte.

Bis zur Eröffnung der US-Börsen verzeichnete der Dax ein größeres Plus. Verantwortlich dafür waren positive Meldungen aus der Euro-Zone und aus China. Doch die Freude über diese Meldungen ebbte mit dem Start der US-Börsen ein wenig ab. Das lag unter anderem an der uneinheitlichen Nachrichtenlage in den Vereinigten Staaten. Einerseits überzeugten die US-Einzelhandelsumsätze, andererseits enttäuschte der New Yorker Fed-Index die Anleger. Der Industrie-Index fiel auf 6,16 Punkte. Viele Investoren verleitete dies zu Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones startete verhalten und notierte nach europäischem Börsenschluss lediglich 0,4 Prozent fester auf 13.387 Punkte.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

7.478 Punkte (+ 0,99 Prozent)

Dow Jones

13.064 Punkte (+ 0,33 Prozent)

Nikkei

+ 0,13 Prozent (Schlussstand vom Montag)

Euro

1,3040 Dollar

Gold

1.714 Dollar

Öl (Brent)

112,01 Dollar

Bis zum Nachmittag sorgten vor allem Europa und China für steigende Kurse. Finanzminister Schäuble äußerte die Annahme, dass Griechenland kein Opfer eines Staatsbankrotts werden würde. Außerdem schüren die Anleger Hoffnungen bezüglich Spanien. Es verdichten sich die Hinweise, dass das finanziell angeschlagene Land bald unter den Rettungsschirm ESM schlüpfen werde. Davon konnte zeitweise auch der Euro profitieren. Wenn Spanien den Euro-Rettungsschirm in Anspruch nehmen würde, kann die Europäische Zentralbank spanische Anleihen kaufen und so möglicherweise für eine Beruhigung der Schuldenkrise sorgen. "Wir sehen langsam endlich etwas Licht am Ende des Tunnels", sagte David Thebault von Global Equities. Die Neuigkeiten aus Europa kamen vor allem den Finanztiteln zugute. Die Deutsche Bank stieg um ein und die Commerzbank um 1,4 Prozent. Der europäische Bankenindex stieg um 1,1 Prozent.

Morgan Stanley Empfehlungen - Banken

Flop 1

Commerzbank AG

Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,39 sind die Papiere der Commerzbank weiter deutlich unterbewertet. Der große Bestand an südeuropäischen Staatsanleihen macht die Bank aber weiter zu einem unsicheren Wackelkandidaten.

Flop 2

UBI Banca

Die italienische Großbank UBI befindet sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise im freien Fall. Die jüngsten EZB-Beschlüsse sorgten für einen kleinen Aufschwung. Das aktuelle KBV steht bei 9,9.

Flop 4

Lloyds Banking Group Plc

Ende 2008 stand die britische Großbank Lloyds kurz vor der Pleite. Der britische Staat sprang daraufhin als Mehrheitsaktionär ein. Die Aktie rauschte in den Keller und notiert seit mehr als drei Jahren unter einem Euro. Das aktuelle Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt 0,7.

Flop 5

Banco de Sabadell SA

Im Strudel der Finanzkrise ging es für die spanische Großbank abwärts. In den letzten vier Jahren büßte die Aktie knapp die hälfte ihres Wertes ein. Die jüngsten EZB-Beschlüsse sorgten für einen kleinen Aufschwung.

Flop 6

Banco Popular Espanol SA

Der Zusammenbruch der spanischen Immobilienblase sorgte für große Abschreibungen bei der spanischen Großbank Banco popular. Der Aktien rutschten in der Folge um knapp 90 Prozent ab.

Top 1

Barclays Plc

Der Skandal um die Manipulation des internationalen Referenzzins Libor hat die britische Bank Barclays schwer belastet. Der Aktienkurs rutschte in den letzten sechs Monaten von knapp drei Euro auf zeitweiße unter zwei Euro ab. Das aktuelle Kurs-Buchwert-Verhältnis steht bei 22.

Top 2

BNP Paribas SA

Auch die französische Großbank BNP Paribas musste im Zuge des Libor-Skandals große Kursverluste hinnehmen. In den letzten drei Monaten konnte die Bank aber wieder kräftig zulegen. Das aktuelle KBV liegt bei 60.

Top 3

Credit Agricole SA

Seit der Ankündigung von EZB-Chef Draghi, den Euro mit allen Mitteln verteidigen zu wollen, befinden sich die Bankenwerte im Aufwind. Die Credit Agricole konnte in den letzten drei Monaten um knapp 100 Prozent zulegen. Das aktuelle KBV beträgt 17.

Top 4

ING Groep NV

Die EZB-Bazooka hat der niederländischen Großbank ING in den letzten drei Monaten einen kräftigen Schub verpasst. Aktuell notiert die Aktie bei knapp sieben Euro und damit weiterhin weit unter ihrem Allzeithoch von rund 26 Euro. Das aktuelle KBV liegt bei 13.

Top 5

UBS AG

Die Papiere der Schweizer Großbank UBS befinden sich dank der jüngsten EZB-Beschlüsse wieder im Aufwind. Aktuell notiert die Aktie bei knapp unter zehn Euro und damit rund 30 Euro unter ihrem Allzeithoch von 40 Euro. Das aktuelle KBV liegt bei 14.

Top 6

Aberdeen Asset Management Plc

Aberdeen Asset Management ist eine international tätige Investmentgruppe. Die Aktie konnte seit dem Krisenjahr 08 stetig zulegen. Mit einem aktuellen Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9 ist das Unternehmen zudem weiter stark unterbewertet.

China wiederum stützte die Kurse mit positiven Konjunktur- und Geldmarktdaten. Die dortigen Exportdaten geben Anlass zur Hoffnung, dass der asiatische Wachstumsmotor nicht allzu stark ins Stocken kommt. China halte sich tapfer, obwohl die Euro-Zone mit einer Rezession kämpfe, sagte Anita Paluch von Gekko Global Markets. Nach Angaben der Zollverwaltung sind die chinesischen Exporte im September fast doppelt so stark gewachsen wie erwartet. Zugleich legten auch die Importe zu, die im August überraschend gesunken waren.

Auch die chinesischen Inflationsdaten stimmten die Börsen freundlich. Die Geldentwertung fiel von zwei Prozent im August auf jetzt 1,9 Prozent. Das eigentlich von der Volksrepublik ausgegebene Inflationsziel liegt bei unter vier Prozent. Börsianern zufolge erhöht sich damit der Spielraum für die Führung in Peking, die Geldpolitik zur Ankurbelung der abflauenden Wirtschaft weiter zu lockern.

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Die neue Handelswoche könnte trotzdem für viele Anleger unangenehm werden. Denn während die Zeichen in Europa und Asien immer positiver werden, veröffentlichen zahlreiche US-Unternehmen ihre Quartalszahlen und die könnten für einiges Durcheinander sorgen. Bereits vergangene Woche enttäuschten die US-Firmen mit durchwachsenen bis schwachen Unternehmensberichten. Das bringt die Analysten zu dem Schluss, dass die Gefahr einer Kurskorrektur in dieser Woche weiterhin groß bleibt. "Das Konjunkturumfeld ist noch immer labil, und die Gewinndynamik im Unternehmenssektor lässt nach", meinen die Analysten der DZ Bank zu US-Aktien.

Kommentare (4)

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Mann_O_Mann

15.10.2012, 11:34 Uhr

Ich bin heilfroh, daß ich vor etwa einem Monat raus bin.
Dies Kiste ist so tot.
Zumindest hat die gesponsorte Rally erst mal aus.
Ist sowieso erstaunlich wie lange diese künstlih am Leben gehalten wird ... ist ja noch schlimmer als 2007.

Ich bleibe auch weiterhin dabei: Vor der 8.xxx sehen wir die 5.xxx Punkte im DAX.

Heisse_Kiste

15.10.2012, 11:40 Uhr

Sehe ich ähnlich. Möglicherweise knallt's noch mal kurz nach oben - bestenfalls bis 7.400 - und dann geht's erst mal runter.

Account gelöscht!

15.10.2012, 12:46 Uhr


An viel tiefere Kurse als 7000, glaub ich mittlerweile nicht mehr. Zu viele, die alle noch auf Liquiditäts-Cashbergen (wie ich selber) sitzen, um nicht die Jahresend-Rally Richtung (über?) 8000 zu verpassen.

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