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17.04.2013

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Zittrige Anleger, Dax tief im Minus

Der Dax schließt mit einem dicken Minus. Doch was ist passiert? Von Wurstfingern über wild gewordene Computer bis hin zu Lemmingen war an Erklärungen alles dabei. Klar ist nur: Die Nervosität ist groß.

Börse am Abend

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FrankfurtDie Nervosität an den Märkten nimmt zu. Der heutige Börsentag ist dafür ein Paradebespiel. Der Dax schloss satte 2,3 Prozent im Minus auf 7.503 Punkte. Zwischenzeitlich sackte er sogar knapp 2,8 Prozent ab. Die zweite Reihe zeigte sich nicht ganz so schwach. Der MDax verlor 0,9 Prozent auf 12.988 Punkte, der TecDax gab 1,5 Prozent nach auf 898 Zähler.

An den Börsen gab es viele Erklärungen für den Kursrutsch, eine wirkliche Antwort nicht. Die Situation an den Aktienmärkten sei „angespannt“, sagte Börsenexperte Dirk Müller. Er zieht einen Vergleich zum Kursrutsch an den Rohstoffmärkten am Montag. Dieser sei initiiert worden, es habe sich um eine konzertierte Aktion gehandelt, so Müller. Nun stehe die Befürchtung im Raum, dass „so etwas auch auf der Aktienseite“ passieren könnte.

Deutschlands Kapitalvernichter (DSW Watchlist)

Platz 20: Commerzbank

Branche: Banken

Kursentwicklung (1 Jahr):  +6,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -69,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -93,2 Prozent

Quelle: DSW, Stichtag: 31.12.2012, Entwicklung im Fünfjahres-Zeitraum wird am stärksten gewichtet.

Platz 19: Gigaset

Branche: Telekommunikation

Kursentwicklung (1 Jahr):   -61,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -20,7 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -95,1 Prozent

Platz 18: Heidelberger Druckmaschinen

Branche: Industrie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -10,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -64,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -91,5 Prozent

Platz 17: Funkwerk

Branche: Kommunikationssysteme

Kursentwicklung (1 Jahr):   -27,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -60,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -87,0 Prozent

Platz 16: Fantastic Company

Branche: Fashion und Accessoires

Kursentwicklung (1 Jahr):  +53,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -83,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -99,2 Prozent

Platz 15: Asian Bamboo

Branche: Holzindustrie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -65,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -77,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -65,2 Prozent

Platz 14: Air Berlin

Branche: Verkehr

Kursentwicklung (1 Jahr):   -40,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -59,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -87,5 Prozent

Platz 13: Manz

Branche: Solartechnik

Kursentwicklung (1 Jahr):   -20,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -73,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -88,6 Prozent

Platz 12: Nordex

Branche: Windenergie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -25,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -71,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -90,5 Prozent

Platz 11: Sedo Holding

Branche: Internet

Kursentwicklung (1 Jahr):   -48,3 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -56,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -90,9 Prozent

Platz 10: Centrosolar Group

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -32,4 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -78,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -89,2 Prozent

Platz 9: Praktiker

Branche: Handel

Kursentwicklung (1 Jahr):  -20,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -84,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -94,0 Prozent

Platz 8: Wilex

Branche: Biotech

Kursentwicklung (1 Jahr):  -73,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -72,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -81,5 Prozent

Platz 7: Lloyd Fonds

Branche: Schiffbeteiligungen

Kursentwicklung (1 Jahr):  -48,9 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -71,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -96,6 Prozent

Platz 6: Conergy

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -19,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -91,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -99,3 Prozent

Platz 5: Sygnis Pharma

Branche: Biotech

Kursentwicklung (1 Jahr):  -38,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -89,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -93,0 Prozent

Platz 4: Zhongde Waste Tech

Branche: Maschinenbau

Kursentwicklung (1 Jahr):  -53,9 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -85,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -94,7 Prozent

Platz 3: Phoenix Solar

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -57,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -97,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -97,4 Prozent

Platz 2: Solarworld

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -68,4 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -93,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -97,5 Prozent

Platz 1: Centrotherm Photovoltaik

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -91,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -98,0 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -98,7 Prozent

„So richtig überraschend kam der Einbruch eigentlich nicht“, sagte hingegen Kapitalmarktstratege Carsten Klude von MM Warburg. „Das Umfeld für Aktien ist seit einiger Zeit negativ; sei es die konjunkturelle Unsicherheit oder auch die politische.“ Die Risiken rund um Italien, Spanien oder Slowenien seien zuletzt von Investoren völlig ausgeblendet worden. Und die jüngsten Konjunkturindikatoren aus Deutschland, den USA und China waren eher trüb ausgefallen, erinnerte Klude.

Einige Händler machten charttechnisch orientierte Trader für den plötzlichen Kurssturz verantwortlich. „Ein Gruß an die Algotrader“, sagte ein Händler. „Wir haben heute den Lemminge-Effekt gesehen: Einer fängt an und alle ziehen mit“, meinte ein anderer. Auch eine mögliche Fehleingabe bei einer Order, der sogenannte „Fat Finger“ (zu deustch: Wurstfinger), wurde diskutiert.

Als „Algotrader“ werden Investoren bezeichnet, deren Computer mithilfe algorithmischer Rechnungen in Sekundenbruchteilen Kauf- und Verkaufsorders durchführen. An der Deutschen Börse machen Computer fast die Hälfte des Handelsvolumens unter sich aus, blitzschnell, vollautomatisiert, ohne dass ein Mensch seine Finger im Spiel hat.

Die Deutsche Börse hat keine technischen Auffälligkeiten beobachtet. „Die Systeme laufen, bisher ist es aus unserer Sicht ein ganz normaler Handelstag“, sagte Sprecher Andreas von Brevern auf Anfrage von Handelsblatt Online. Dafür spricht, dass das Handelsvolumen insgesamt bis zum späten Nachmittag mit 2,7 Milliarden Euro nicht auffällig hoch lag. Im Durchschnitt beträgt das Volumen am Tag rund fünf Milliarden Euro.

Der Dow Jones notierte nach Xetra-Handelsschluss rund 0,9 Prozent leichter auf 14.618 Punkte. Besonders negativ fielen die schwachen Zahlen der Bank of America ins Gewicht. Der S&P 500 gab 1,5 Prozent nach, der Nasdaq sogar 1,9 Prozent.

Kommentare (88)

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derhatschongelb

17.04.2013, 07:41 Uhr

Die Rohstoffpreise fallen. Da wird es auch an der Börse in absehbarer Zeit krachen.

Normalverteilt

17.04.2013, 08:57 Uhr

Es sieht nach Regen aus. Da muss es mit dem Dax ja heute nach unten gehen.

fast_and_frugal

17.04.2013, 09:00 Uhr

Leute, wacht auf und fangt endlich an zu leben.

Ihr habt nur ein Leben und Zeit (nicht Geld) ist das höchste Gut, das es gibt.

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