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18.08.2014

17:37 Uhr

Börse Frankfurt

Zittrige Hände bei Dax-Anlegern

Am Freitag brach der Dax ein, zu Wochenbeginn legt er kräftig zu. Das Auf und Ab an der Börse zeigt: Die Nerven der Anleger liegen blank. Die politischen Börsen haben diesmal kurze, aber auch starke Beine.

Tag an den Börsen

Mit dem Dax geht es wieder aufwärts

Tag an den Börsen: Mit dem Dax geht es wieder aufwärts

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FrankfurtDer deutsche Leitindex ist mit deutlichen Gewinnen in die Woche gestartet. Am Montag ging es steil bergauf und der Dax schloss 1,7 Prozent höher bei 9.245 Punkten. Zum Wochenschluss noch hatte die Ukraine-Krise den einbrechen lassen.

Der Einfluss von Krisen wirkt in der Regel nur kurz auf die Börsen und langfristig entscheiden die Fundamentaldaten der Unternehmen über steigende oder fallende Kurse. So entstand die Börsenweisheit: Politische Börsen haben kurze Beine. Diese Beine mögen kurz sein, doch sie sind auch stark. Der Dax wird von den Krisenmeldungen in den vergangenen Wochen auf- und ab gejagt.

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Am Freitag noch sah es nach Eskalation aus: Die ukrainische Armee erklärte, sie habe auf eigenem Boden einen Militärkonvoi aus Russland zerstört. Ukrainer schießen auf Russen – das wäre der „Casus belli“, der den Krieg in der Ostukraine endgültig eskalieren lassen könnte. So dachten auch viele Anleger in Frankfurt. Fast panisch stießen sie Aktien ab, der Dax stürzte innerhalb kurzer Zeit von seinem Tageshoch um 250 Punkte ab. Doch eine unabhängige Bestätigung für die Meldung blieb aus. Russland bestritt vehement, dass eigene Soldaten die Grenze überquert hätten, folglich sei auch kein Militärkonvoi zerstört worden.

An der Frankfurter Börse gingen am Montag viele von einer Falschmeldung aus - und kauften wieder fleißig Aktien. Das schnelle Auf und Ab zeigt: An der Börse liegen die Nerven blank. Jede kleine Nachricht kann zu erratischen Ausschlägen führen.

„Solange die Märkte labil sind und auf schlechte Nachrichten aus der Ukraine geschockt reagieren, müssen Anleger jederzeit mit deutlich Rückschlägen rechnen“, warnte Marktexpertin Sarah Brylewski vom Brokerhaus Ayondo Markets. Auch die Analysten der DZ Bank rechnen in den nächsten Wochen nicht mit einem schnellen Comeback des Dax über die 10.000-Punkte-Marke. Auch seien kurzfristige Rücksetzer bis in den Bereich von 8800 bis 9000 Zähler nicht auszuschließen, schrieben die Experten in einer am Montag veröffentlichten Studie.

Daher senkten sie ihre Dax-Prognosen zum Jahresende 2014 und zur Jahresmitte 2015 auf 9800 (bisher 10.200) beziehungsweise auf 10.200 (10.500) Zählern. "Sollte die Krise in der Ukraine wider Erwarten militärisch eskalieren, wären jedoch deutlich niedrigere Kurse nicht auszuschließen."

Für etwas Erleichterung sorgte gestern auch das nächtliche Treffen der Außenminister von Deutschland, Frankreich, der Ukraine und Russland – auch wenn es keine konkreten Ergebnisse brachte. „Ich glaube und ich hoffe, dass wir in einzelnen Punkten durchaus Fortschritte erreicht haben“, sagte Frank Walter Steinmeier. Einzelheiten nannte er nicht. Das zentrale Thema sei gewesen, wie man Wege hin zu einem Waffenstillstand in der Ostukraine finden könne.

Am Bondmarkt fuhren Investoren ihre Suche nach sicheren Häfen wie Bundesanleihen etwas zurück. Die Kurse der zehnjährigen Titel fielen, die Rendite kletterte in der Spitze auf 1,004 Prozent. In der vergangene Woche war sie auf ein Rekordtief von 0,952 Prozent gefallen. Der Goldpreis notierte mit 1.299 Dollar je Feinunze 0,4 Prozent im Minus.

Kommentare (47)

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Herr Edi Haas

18.08.2014, 07:53 Uhr

Ich freue mich auf die Erholung im Dax. Immer wieder kann man außerhalb des Xetrahandels Derivate ordern die wertlos verfallen wären im normalen Handel. Aber am Freitag hatten wir wieder die Chance den Dax bei 9043 zu ordern d.h die 9050ee zu kaufen, obwohl sie eigentlich wertlos waren und heute morgen werden sie wohl wieder gewaltige Kursgewinne hinlegen,.
Die Ukraine-Krise wird auch weiterhin als Grund für die irrationalen Kursbewegungen bleiben
Je nachdem wie es unsere großen Adressen brauchen, es genügen 2 Wörter um den Dax in die eine oder andere Richtung ein paar Hundert Punkte zu befördern: Angst und Hoffnung
Daher wie üblich das Spiel mit Aktien begleiten

Herr Norbert Wolter

18.08.2014, 07:58 Uhr

Kein Durchbruch, aber man hofft. Es soll Annäherungen geben. Welche das sind, bleibt vertraulich. Dieser Umstand soll also den Dax nach oben pushen?
Eine technische Gegenbewegung bis vielleicht 9166 -9200 ja, und dann geht's erst einmal wieder Richtung Süden. Konjunkturdaten miserabel, Quartalszahlen nicht der Brüller. Woher sollen die zu erwartenden Gewinne kommen, die Kurse nach oben treiben?
Cash ist King.

Herr Edi Haas

18.08.2014, 08:10 Uhr

Die Mächtigen haben ihre Wunschkurse schon einprogrammiert.
Mit deren Hochfrequenzrechnern machen DIE immerwährenden Gewinn in Nanosekunden.
Auch den Trick von DIE im ausserbörslichen Handel Calls
wertlos zu machen damit diese dann 300% und mehr innerbörslich wieder auferstehen ist raffiniert,aber
das hat kein anderer Player erkannt,nur ich,
denn die Kleinanleger halten wieder dagegen,deshalb ist wie immer
der Put das meistgehandelte Derivat,ihr lernt es nie.
Wieso durchschaue nur ich das System der Mächtigen
ich bin doch nicht schlauer als euch meiner Meinung.
Aber nie war es so einfach an der Börse Geld zu verdienen.

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