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04.01.2009

16:17 Uhr

Börse in Zeiten der Krise

Dax-Ausblick: Anleger wollen Licht sehen

Selten haben Anleger so ungewiss in die Zukunft geblickt wie zu Beginn dieses Jahres. Derzeit prägen noch die Jahresprognosen das Bild, doch schon in der kommenden Woche dürften neue Nachrichten über die Lage der Konjunktur die Kurse bewegen. Angesichts der Wirtschaftskrise erwarten Beobachter hier nicht viel Positives. Doch einige Optimisten sehen Licht am Tunnelende und nennen auch die Gründe dafür.

Quelle: Handelsblatt

HB FRANKFURT. Einen starken Start hat der deutsche Leitindex am ersten Handelstag des neuen Jahres hingelegt. Den Beginn einer Rally sehen Marktbeobachter darin aber nicht. Skeptiker gehen davon aus, dass die Finanzkrise in der ersten Woche des neuen Jahres einmal mehr an der Börse den Ton angeben wird. Die Anleger dürften sich zunächst bedeckt halten, um zu sehen, wohin die Reise gehen könnte. "Viele wollen sich in der ersten Woche noch nicht so positionieren. Außerdem dürften viele institutionelle Investoren im Moment darüber nachdenken, wie sie in Zukunft mit der gesamten Anlageklasse Aktien umgehen wollen", sagt Tobias Basse, Marktstratege bei der NordLB.

Dabei spielen auch die Prognosen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sie fallen derzeit sehr unterschiedlich aus. Die Direktanlagebank DAB hatte im Dezember 54 unabhängige Vermögensverwalter befragt, wo sie den Dax zum Ende des ersten Börsenhalbjahrs 2009 sehen. Die Schätzungen reichen von 3 200 bis 7 000 Punkten. Der Durchschnitt liegt bei 4 925 Punkten. "Die Antworten spiegeln die Unsicherheit über die Zukunft der Märkte wider, die auch unter den Profis verbreitet ist", erklärt Josef Zellner von der DAB-Bank die große Spanne der Schätzungen.

Die starken Kurseinbrüche im vergangenen Jahr haben den Marktbeobachtern offenbar die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. "Derzeit überschlagen sich die Experten mit düsteren Prognosen für 2009 - das ist erfahrungsgemäß ein ganz guter Boden für ein sicherlich schwieriges, aber dennoch aussichtsreiches Börsenjahr", sagt Thilo Müller von MB Fund Advisory. Die fundamentale Lage sei zwar sicherlich auch weiterhin schwierig, aber das müsse nicht zwangsläufig zu einer Resignation an den Aktienmärkten führen. Genau dieses Phänomen sei zum Jahresauftakt zu beobachten. Ansonsten sei die Nachrichtenlage weiter dünn, zumal die meisten Börsianer ohnehin erst am Montag wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren dürften.

Für das Gesamtjahr zeigen sich viele Aktienexperten allerdings nicht pessimistisch. "Nach dem Horrorjahr 2008 sind die Aussichten für 2009 gar nicht so schlecht", sagt Aktienstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. Das vergangene Jahr beendete der Dax mit einem Minus von 40 Prozent. Nach der großen Umfrage des Handelsblatts sehen Bank-Analysten den Dax Ende des Jahres bei 5 230 Punkten, ähnlich die Analysten, die die Agentur Reuters befragt hat. Sie prognostizieren im Schnitt einen Dax-Stand von 5 250 Punkten.

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