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22.08.2013

14:59 Uhr

Börse Inside

Chinesische Börsenaufsicht untersucht Milliarden-Panne

Mehr als 110 Brokerhäuser nimmt die chinesische Börsenaufsicht unter die Lupe. Auslöser war eine Handelspanne über vier Milliarden Dollar. Etliche chinesische Handelsplattformen bergen große Risiken, schätzen Experten.

Die Computerhandelssysteme sämtlicher Broker des Landes würden überprüft, teilte die chinesische Börsenaufsicht mit. dpa

Die Computerhandelssysteme sämtlicher Broker des Landes würden überprüft, teilte die chinesische Börsenaufsicht mit.

Peking/SchanghaiNach einer milliardenschweren Handelspanne verschärft die chinesische Börsenaufsicht ihre Kontrollen. Die Computerhandelssysteme sämtlicher Broker des Landes würden überprüft, teilte die Behörde mit. Mehr als 110 Unternehmen seien davon betroffen. Ausgelöst hatte die größte Handelspanne in China der staatlich kontrollierte Finanzdienstleister Everbright Securities. Er hatte vergangenen Freitag fälschlicherweise Kaufaufträge über 3,82 Milliarden Dollar verschickt und damit den chinesischen Aktienmarkt binnen Minuten nach oben katapultiert. Im Zuge dessen und der folgenden Kurskorrektur wurden nach Reuters-Berechnungen im Shanghaier Leitindex CSI300 binnen eines Tages fast 100 Milliarden Dollar an Aktienwert aufgebläht und wieder vernichtet.

Die Aufsichtsbehörde CSRC hatte zunächst untersucht, ob die von einem Unternehmen aus Schanghai bereitgestellte Software für den superschnellen Hochfrequenzhandel fehlerhaft und so für die Panne verantwortlich war. Vorläufige Ergebnisse scheinen diesen Verdacht zu bestätigen. Bislang sei kein menschliches Versagen festgestellt worden, hieß es.

Die von Mercrtsoft Technology gelieferte Plattform war zwar speziell für Everbright entwickelt, allerdings arbeitet die Firma auch für viele chinesische Hedgefonds, Wertpapierhändler und andere Investoren. Das war offensichtlich ein Grund für die CSRC, auch die Handelssysteme der anderen Broker unter die Lupe zu nehmen.

Nach Einschätzung von Experten bergen etliche chinesische Handelsplattformen große Risiken, weil das interne Risikomanagement nicht ausreichend sei. In den vergangenen Jahren seien die Handelsstrategien immer komplexer geworden, die dafür eingesetzte Software sei aber oft fehlerhaft. „In Bezug auf neue Finanzprodukte und Geschäftssparten verstehen die meisten Banker die Risiken“, sagt Vize-Geschäftsführer Guo Chang vom Pekinger IT-Berater CCW Research. „Aber sie haben keine Ahnung davon, wie sie mit der richtigen Technologie diese Risiken in den Griff bekommen können.“

Von

rtr

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