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29.12.2015

15:36 Uhr

Börse Israel

Auf dem Weg in den MSCI-Europaindex

Bislang wird an der Börse in Tel Aviv von Sonntag bis Donnerstag gehandelt. Um die Aufnahme in den für Investoren wichtigen Handelsindex MSCI Europe zu ermöglichen, soll sich dies bald ändern.

Die Aufnahme der Börse Tel Aviv in den MSCI Europe wurde 2010 abgelehnt. Seither gehen die Handelsumsätze kontinuierlich zurück. picture alliance

Bullenfigur in Tel Aviv

Die Aufnahme der Börse Tel Aviv in den MSCI Europe wurde 2010 abgelehnt. Seither gehen die Handelsumsätze kontinuierlich zurück.

Tel AvivFür den ersehnten Einzug israelischer Aktien in den Index MSCI Europe bedarf es umfassender Reformen im dortigen Börsenhandel. Dies sagte Yossi Beinart, der Chef der Tel Aviv Stock Exchange (TASE) am Dienstag in Tel Aviv. Ein erster Schritt sei die Verschiebung der Handelstage auf Montag bis Freitag. Aktuell öffnet die Börse Tel Aviv parallel zur israelischen Arbeitswoche von Sonntag bis Donnerstag.

„Um in den MSCI Europe aufgenommen zu werden, müssen wir am Freitag handeln“, betonte Beinart. „Es ist aber nicht leicht.“ Diese Veränderung werde mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen. Von dem Aufstieg erhofft sich die Börse Tel Aviv steigende Handelsumsätze, weil sich ausländische Investoren bei ihren Entscheidungen häufig an MSCI-Indizes orientieren.

Die israelische Börse wurde 2010 vom Index-Anbieter MSCI zwar in die Gruppe der entwickelten Märkte aufgenommen, der Antrag auf die Aufnahme in den MSCI Europe wurde dagegen abgelehnt. Seither gehen die Handelsumsätze in Tel Aviv kontinuierlich zurück. Aktuell liegt Beinart zufolge bei 1,4 Milliarden Schekel (330 Millionen Euro) pro Tag, im Vergleich zu zwei Milliarden Schekel 2010. In Deutschland liegt das Volumen der ge- und verkauften Aktien der 30 Dax-Unternehmen derzeit im Schnitt bei knapp vier Milliarden Euro.

Um die Attraktivität des Handelsplatzes Tel Aviv zu steigern, kündigte Beinart außerdem eine Plattform für junge, wachstumsstarke Unternehmen an, die noch nicht reif für einen Börsengang sind. „Eine Firma braucht derzeit sieben bis zehn Jahre, um zu einem Börsenwert zu reifen“, betonte der TASE-Chef. Wagniskapitalgeber hätten diese Zeit meist nicht und drängten zum Verkauf. Beinart zufolge sind Israel dadurch in den vergangenen Jahren etwa 50 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung durch die Lappen gegangen.

Über die geplante Plattform wolle TASE jungen Firmen gegen Gebühr institutionelle Investoren vermitteln. Gespräche mit der US-Technologiebörse Nasdaq über die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens liefen bereits.

Von

rtr

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