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22.01.2010

07:56 Uhr

Börse Japan

Nikkei stürzt ab

Obamas neue Regeln zur Reuklierung der Finanzmärkte schlagen in Fernost hohe Wellen. Der Yen steigt im Vergleich zum Euro deutlich. Anleger reagieren verunsichert: Der Nikkei erreicht den tiefsten Stand seit drei Wochen und verliert 2,6 Prozent.

HB TOKIO. Die nachricht des tages erreichte auch die asiatischen Börsen. Die Sorge vor einer deutlichen Verschärfung der Regeln an den Finanzmärkten hat die Börsen in Fernost am Freitag kräftig ins Minus gedrückt. Die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama, neue Beschränkungen für Banken einzuführen, drosselte den Risikoappetit der Anleger und schwächte den Dollar. Der Yen wiederum legte gegenüber Dollar und Euro deutlich zu, was die Kurse in Tokio zusätzlich belastete. Die japanische Währung stieg auf ein Neun-Monats-Hoch zur europäischen Gemeinschaftswährung. Für schlechte Stimmung an den Märkten sorgten auch fallende Rohstoffpreise.

Alle Aktienmärkte in Fernost lagen im Minus. In Tokio fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,6 Prozent auf 10 590 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 1,6 Prozent auf 940 Punkte nach. Auch die Börsen in Südkorea, Taiwan, Singapur und Australien verzeichneten Verluste. Außer in Australien büßten die Aktienmärkte jeweils mehr als zwei Prozent ein. Pläne für weitere Börsengänge schürte an den China-Börsen in Shanghai und Hongkong zudem die Sorgen vor einem Überangebot an Aktien. Mitmehr als 40 IPOs liegt die Zahl der Börsengänge im Januar ungewöhnlich hoch in der 19-jährigen Geschichte der chinesischen Aktienmärkte.

Zur schlechten Stimmung der Börsianer in Japan trugen auch enttäuschende Geschäftszahlen des Halbleiter-Herstellers Shin-Etsu Chemical bei, dessen Aktien um knapp sechs Prozent nachgaben. Börsianer sprachen von einem schlechten Vorzeichen für die gesamte Technologie-Branche. Im Zuge dessen büßten auch die Aktien des Elektronikkonzern Kyocera 4,5 Prozent ein. Die Titel des Chipherstellers Advantest gaben 3,4 Prozent nach. Toyota-Aktien fielen um 3,2 Prozent, nachdem der Autohersteller ankündigte, in den USA mehr als zwei Mio. Autos in die Werkstätten zurückzurufen.

Ebenfalls zu den Verlierern gehörten die Aktien der südkoreanischen Fluggesellschaft Korean Air. Trotz eines optimistischen Ausblicks und eines besser als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinns fielen die Papiere um 2,2 Prozent.

In den USA ist der Dow-Jones-Index am Donnerstag mit einem Minus von 2,0 Prozent auf 10 389 Punkte aus dem Handel gegangen, nachdem Obama seine Pläne vorgestellt hatte. Für den Leitindex war es der schlechteste Handelstag seit Oktober. Obama will als Reaktion auf die Finanzkrise die exzessive Risikobereitschaft der Banken verringern. Dabei plant er unter anderem den Wertpapierhandel auf eigene Rechnung - den Eigenhandel - zu beschneiden. Nach Meinung von Analysten hätte das große Auswirkungen auf Schwergewichte wie Goldman Sachs und JPMorgan.

Ein Euro kostete im Handel in Fernost zwischenzeitlich lediglich 126,55 Yen, erholte sich dann jedoch wieder etwas auf 127,12 Yen. Zum Dollar konnte der Euro etwas Boden gutmachen. Der Dollar wurde mit 89,99 Yen gehandelt nach 90,47 Yen im späten US-Handel.

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