Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.07.2014

11:09 Uhr

Börse Moskau

„Heftiger Schlag für Russland“

Die neuen US-Sanktionen treffen Russland hart. Großkonzerne bekommen Probleme bei der Finanzierung. Investoren reagieren verschreckt. Die Börse Moskau und der Rubel verlieren massiv. Auch eine deutsche Firma leidet.

Russland-Sanktionen belasten die Märkte

Video: Russland-Sanktionen belasten die Märkte

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDie Verschärfung der Sanktionen gegen Russland hat die Moskauer Börse am Donnerstag ins Straucheln gebracht. Der RTS-Leitindex, der die Aktien in Dollar abbildet, fiel in der Spitze um 3,7 Prozent und notierte auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Juni. Der Index für die in Rubel gelisteten Titel gab zeitweise fast drei Prozent nach. Die Regierung in Washington verhängte am Mittwoch wegen der Ukraine-Krise ihre bislang schärfsten Sanktionen gegen eine Reihe russischer Unternehmen. „Das ist ein heftiger Schlag für Russland und die russischen Märkte“, sagte Tim Ash, Analyst bei der Standard Bank.

Von den US-Sanktionen sind unter anderem die Gazprombank und der Energiekonzern Rosneft betroffen – Rosneftpapiere rauschten in der Spitze um mehr als sechs Prozent in den Keller. Novatek verloren 7,4 Prozent. Die US-Sanktionen sehen vor, dass betroffenen Gesellschaften der Zugang zu den US-Kapitalmärkten untersagt wird. Davon ausgenommen sind Finanzierungsgeschäfte bis maximal 90 Tage.

Die Halbjahresbilanz der wichtigsten Werte

Dax

+ 2,9 Prozent

MDax

+ 1,5 Prozent

TecDax

+ 12,2 Prozent

Eurostoxx 50

+ 3,8 Prozent

Dow Jones

+ 1,5 Prozent

S&P-500

+ 6,1 Prozent

Nasdaq

+ 5,5 Prozent

Nikkei

- 6,9 Prozent

Euro

- 0,5 Prozent

Gold

+ 10,2 Prozent

Rohöl

+ 0,5 Prozent

Die EU stellt ihre Finanzierung von Projekten des öffentlichen Sektors in Russland ein, die durch die Europäische Investitionsbank finanziert werden. Bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung will die EU ihren Einfluss geltend machen und die entsprechende Neuvergabe von Krediten stoppen.

Für Nervosität sorgte die neue Drohkulisse des Westens auch auf dem Devisen- und Anleihenmarkt. Die russische Währung rutschte um ein Prozent zum Dollar ab und notierte bei 34,91 Rubel. Auch zum Euro fiel die russische Währung zurück. Zuletzt mussten für einen Euro 47,2 Rubel gezahlt werden - so viel wie seit eineinhalb Monaten nicht mehr.

Die Kurse russischer Staatsanleihen gaben spürbar nach, im Gegenzug legten die Renditen und der Risikoaufschlag zu anderen als besonders sicher geltenden Wertpapieren zu. Der Zins für zehnjährige Schuldtitel Russlands stieg mit 8,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Mai. Die Preise für Ausfallversicherungen auf Staatsanleihen (CDS) legten ebenfalls zu.

Durch die neuen Sanktionen gerieten an den europäischen Börsen zudem Papiere der stark in Russland engagierten Banken unter Druck. So verloren die Aktien der österreichischen Raiffeisen Bank International mehr als drei Prozent, die italienische Unicredit gaben ein Prozent ab.

Die verschärften Russland-Sanktionen treffen auch den deutschen Handelskonzern Metro. Anleger zweifeln daran, dass es dem Unternehmen gelingen wird, sein russisches Großmarktgeschäft wie geplant an die Börse zu bringen. Die Aktien von Metro fielen um bis zu 2,7 Prozent auf 31,11 Euro und waren damit der größte Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Von

rtr

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr walter danielis

17.07.2014, 12:03 Uhr

Die USA haben den Konflikt angezettelt und wollen ihn unbedingt ausweiten. Unsere Politiker haben diesbezüglich nichts zu melden und müssen mitmachen. Wir, die ukrainische Bevölkerung und Rußland sollen die Zeche bezahlen. Bei Putin haben sich die USA - auch wenn er derzeit recht still ist - möglicherweise verrechnet. Wir werden sehen.

Herr Hans Karpf

17.07.2014, 12:03 Uhr

Das größere Problem für Deutschland dürfte die Rubel Abwertung, und die Kreditverschärfungen sein. Macht die Deutschen Güter halt sehr viel teurer und kaum finanzierbar. Da hilft nur weiter brav Preise senken, bis die Verluste überhand nehmen. Aus London dürfte auch eher Russisches Geld abfließen, weil man das zuhause braucht. Mit den Sanktionen könnte als Nebeneffekt die ein oder andere Blase platzen, mit den üblichen Nebenwirkungen.

Herr Josef Schmidt

17.07.2014, 12:18 Uhr

Ja, was für ein Schlag. Putin liegt schon winselnd am Boden.

Mal schauen was die Märkte machen wenn China und Russland ihre US Anleihen verkaufen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×