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13.03.2013

00:43 Uhr

Börse New York

Abkassierer lähmen die US-Börsen

Die US-Börsen haben am Dienstag nachgegeben, weil die Anleger ihre Gewinne in Bares umwandelt. Nach einer siebentägigen Rally standen die Zeichen dafür günstig, sagten Marktbeobachter. Auch Apple sorgte für Minus.

Börsenhändler an der Wall Street. AP/dpa

Börsenhändler an der Wall Street.

New YorkGewinnmitnahmen haben am Dienstag die US-Börsen belastet. Nach der siebentägigen Rally machten die Anleger Kasse, wie es an der Wall Street hieß. Händler rechneten aber nur mit einer kurzen Verschnaufpause, da zuletzt Schwächephasen regelmäßig zum Einstieg genutzt wurden. Auf die Stimmung der Börsianer drückten allerdings Aussagen von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, dass die Euro-Schuldenkrise noch nicht überwunden sei.

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Diese hatte die US-Börsen wegen der befürchteten Auswirkungen auf die Weltwirtschaft immer wieder ausgebremst. Die New Yorker Investoren trennten sich vor allem von Technologiewerten, die sich dem Sog des iPhone-Herstellers Apple nicht entziehen konnten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 14.478 und einem Tief von 14.412 Zählern. Zum Handelsschluss trat der Leitindex bei 14.450 Punkten auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 0,2 Prozent auf 1552 Zähler ein und beendete damit vorerst seine Gewinnphase. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 3242 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 0,2 Prozent niedriger auf einem Stand von 7966 Stellen.

Nach den Erfolgen der vergangenen Woche würden nun Portfolios umgeschichtet, sagte Kurt Brunner von der Swarthmore Group. Nach nur wenigen Konjunkturdaten in den vergangenen Tagen richteten die Anleger ihren Blick jetzt auf die Umsatzdaten aus dem Einzelhandel am Mittwoch.

Technologie-Größen wie Apple und Google zogen Wettbewerber mit in die Tiefe. Die Papiere des iPhone-Herstellers verloren 2,2 Prozent, die des Internet-Riesen 0,9 Prozent. Ein Analyst hatte zuvor Pessimismus angesichts schwächelnder iPhone-Verkäufe verbreitet: Das Risiko, dass Apple die Umsatzprognosen im Quartal verfehle, liege bei 25 Prozent.

An den Kragen ging es auch dem Mobilfunkunternehmen MetroPCS, das mit der Telekom-Tochter T-Mobile USA fusionieren will. Der Kurs sank um 2,3 Prozent. MetroPCS kämpft um die Zustimmung der Eigner zu dem Zusammenschluss, nahm aber am Dienstag bei der Genehmigung durch die Behörden zwei wichtige Hürden: Sowohl das Washingtoner Justizministerium als auch die für den Mobilfunk zuständige Aufsicht FCC gaben grünes Licht.

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Nun müssen nur noch die Aktionäre zustimmen, bevor es losgehen kann.

Geschmack fanden die Investoren am Mutterkonzern von Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut, Yum Brands. Überraschend legten die Umsätze in China im Februar zu. Yum-Anteilsscheine gewannen daraufhin 1,3 Prozent.

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Die Papiere des US-Pharmakonzerns Merck & Co verteuerten sich um 3,1 Prozent. Zur Freude der Börsianer soll die Entwicklung des Cholesterin-Medikaments Vytorin vorangetrieben werden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 620 Millionen Aktien den Besitzer. 1235 Werte legten zu, 1760 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,7 Milliarden Aktien 1010 Titel im Plus, 1442 im Minus und 97 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Sapere_aude

12.03.2013, 22:40 Uhr

"Abkassierer lähmen die US-Börsen" - wer macht bei Ihnen die Schlagzeilen?
Seit wann sind Menschen, die ihre Aktien zum hohen Kurs verkaufen "Abkassierer"?
Abkassierer=Abzocker= böse = "lähmen die Börsen" -
wieviel Hass und Häme gegen das Börsengeschehen müssen einen Journalisten antreiben, um eine solche Schlagzeile für einen Sachverhalt zu wählen, der das Normalste der Welt ist:
Anleger nehmen die Gewinne mit.

Ich versuche mir immer vorzustellen, wie das Redaktionsmitglied aussieht, dass die Schlagzeilen beim Handelsblatt macht: was für eine ätzend-tief negative Weltsicht dort herrschen muss und wie viel Abscheu und gnadenlose Verachtung das Medium inzwischen prägt. Man eigentlich sagen, der Gegenstand des Mediums - der Markt - wird gehasst.
Spiegel pur - Handelsblatt? Das war früher.

jaslu

12.03.2013, 23:57 Uhr

Wenn man mitbekommt, wie Apple Gestern hochgelobt und Heute runter"gelobt" wird, kann man erahnen, wie Börse funktioniert. Abkassieren über Manipulation.
Außerdem: Irgend ein Ökonom wunderte sich, daß an der Börse der Markt auf den Kopf gestellt wird. Gekauft wird bei steigenden Preisen und verkauft bei sinkenden Preisen.

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