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18.04.2011

23:13 Uhr

Börse New York

Alarm von S&P verschreckt Investoren

Der negative Ausblick auf die Bonität der USA durch die Ratingagentur Standard and Poor's ist das beherrschende Thema - und hat deutliche Auswirkungen auf die amerikanischen Märkte.

Ein Händler an der Wall Street gibt hektisch Anweisungen. Quelle: dpa

Ein Händler an der Wall Street gibt hektisch Anweisungen.

New YorkDie US-Börsen haben verschreckt auf die Entscheidung der Ratingagentur Standard and Poor's reagiert, den USA mit einer Senkung der Kreditwürdigkeit zu drohen. Die großen Indizes starteten die Woche im Minus, während Gold und Silber neue Rekordstände erreichten.

Gleichwohl erholte sich der Dow-Jones-Index von seinem Tagestief und halbierte seine Verluste bis Handelsschluss auf ein Prozent. Druck auf die Kurse übten auch hartnäckige Spekulationen über eine Umschuldung Griechenlands aus sowie weitere Bremsmanöver Chinas im Kampf gegen Inflation und eine Überhitzung der Wirtschaft. Bei den Unternehmen übertraf die Citigroup die Gewinn-Erwartungen.

Alle drei großen Indizes schlossen bei hohen Umsätzen mit einem Abschlag von rund 1,1 Prozent, nachdem sie zeitweise um zwei Prozent abgesackt waren. Der Dow-Jones-Index schloss mit 12.201 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.093 und 12.339 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S+P-500-Index gab auf 1305 Stellen nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq auf 2735 Punkte.

In Frankfurt schloss der Dax 2,1 Prozent tiefer mit 7026 Stellen. Dass die Schuldenkrise nach Europa auch die USA erfassen könnte, sorgte für lange Gesichter in New York. Kathy Lien von GFT erklärte, die Ankündigung der Agentur habe „Salz in die Wunden“ gestreut. Standard and Poor's hatte den weltgrößten Schuldner am Montag überraschend vor einem Entzug der Bonitäts-Bestnote „AAA“ gewarnt. Die Experten senkten den Ausblick für die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit auf „negativ“ von „stabil“. Die Kreditwächter begründeten dies mit der Gefahr, dass sich die US-Politik nicht auf einen Kurs zur Reduzierung des ausufernden Schuldenberges einigen könne.

Zu den Kursverlierern zählten Rohstofftitel. Grund dafür sei die weitere Straffung der Geldpolitik in China, sagte Peter Jankovskis von OakBrook Investments. Die Zentralbank Chinas hatte zuvor zum siebten Mal die Anforderungen an die Mindestreserven für die großen Banken verschärft. Dies entzieht dem Markt weiter Liquidität und soll die Inflation eindämmen. Beim US-Pharmariese Eli Lilly schrumpfte der Gewinn im ersten Quartal um 15 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar.

Auch für das Gesamtjahr 2011 sind die Gewinnaussichten nicht viel besser. Eli-Titel gaben deshalb 1,1 Prozent nach. Die drittgrößte US-Bank Citigroup dagegen verdiente etwas besser als erwartet. Sie schaffte es zudem im fünften Vierteljahr in Folge in die schwarzen Zahlen, nachdem Bankchef Vikram Pandit eine Rosskur verordnet hat.

Citi-Aktien schlossen kaum verändert. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,04 Milliarden Aktien den Besitzer. 577 Werte legten zu, 2445 gaben nach und 80 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 531 im Plus, 2089 Minus und 77 unverändert.

Von

rtr

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