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19.03.2012

21:50 Uhr

Börse New York

Apple hebt die Stimmung an der Wall Street

Die New Yorker Börsen haben am Montag fester geschlossen. Für Freude unter den Börsianern sorgte mal wieder Apple. Der Technologie-Konzern wird erstmals seit 17 Jahren wieder eine Dividende auszahlen.

US-Händlerin begutachtet die Charts. Viel Bewegung gibt es aber nicht. AFP

US-Händlerin begutachtet die Charts. Viel Bewegung gibt es aber nicht.

New YorkEin Geldregen für die Apple-Aktionäre hat die Kauflust der Anleger an der Wall Street am Montag angeregt. Der iPhone- und iPad-Hersteller kündigte an, seine riesigen Bestände an Bargeld und Wertpapieren von fast 100 Milliarden Dollar für die erste Dividendenzahlung seit 17 Jahren und einen Aktienrückkauf zu nutzen. Dies gab den Börsen-Optimisten trotz aller Mahnungen vor einer Kurskorrektur nach der Rally der vergangenen Monate neuen Rückenwind. Die Apple-Aktie stieg wieder über 600 Dollar. Allerdings wagten sich die Investoren vor neuen Konjunkturdaten in dieser Woche nicht allzu weit aus der Deckung. Von diesen erhoffen sie sich weitere Hinweise darauf, dass die Erholung der US-Wirtschaft an Fahrt gewinnt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent im Plus bei 13.239 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.269 und 13.208 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,4 Prozent auf 1409 Zähler. Er bewegte sich damit in der Nähe eines Vier-Jahres-Hochs und nicht einmal mehr zehn Prozent unter seinem Allzeit-Schlusshoch von Oktober 2007. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,8 Prozent auf 3078 Punkte. In Frankfurt litt der Dax Anfangs unter Gewinnmitnahmen, konnte aber seine Verluste bis zum Ende dank der festeren US-Börsen bis auf ein minimales Minus von 0,1 Prozent auf 7154 Stellen wieder fast völlig wettmachen.

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Apple -Aktien legten 2,7 Prozent auf 601,10 Dollar zu. Das nach Börsenstand wertvollste Unternehmen der Welt beteiligt seine Aktionäre wieder über eine Dividende am Gewinn und kündigte eine regelmäßige Quartalsausschüttung in Höhe von 2,65 Dollar je Papier an. Zugleich will der Konzern in den kommenden drei Jahren Aktien im Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar zurückkaufen. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Analyst Peter Kenny von Knight Capital. „Der Markt hat so etwas in dieser Art erwartet. Die Leute haben sich schon seit längerem gefragt, was Apple mit seinem Geld machen will.“

Da auch einige Banken nach dem erfolgreichen Stresstest der Notenbank kürzlich höhere Dividenden und Aktienrückkäufe angekündigt haben, dürfte Händlern zufolge weiter Geld in den Markt fließen. Zumal immer mehr Konjunkturdaten zuletzt auf eine stabilere Erholung der US-Wirtschaft gedeutet haben. Experten mahnten dennoch, eine Kurskorrektur sei so bald noch nicht auszuschließen. „Einerseits hält die Rally schon seit Mitte Dezember ununterbrochen an, andererseits warten eine Menge Leute mit viel Geld auf eine Korrektur, um einzusteigen“, sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management.

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Zu den Gewinnern zählten auch die Aktien des Paketriesen UPS mit einem Plus von 2,7 Prozent. Der Konzern will mit der 5,2 Milliarden Euro schweren Übernahme des niederländischen Konkurrenten TNT Express einen Weltmarktführer schmieden und Wettbewerber wie die Deutsche Post auch in Europa stärker Konkurrenz machen. UPS will den Zukauf voraussichtlich noch im dritten Quartal abschließen. Der Telekomkonzern Sprint Nextel machte Anlegern Sorgen. Die Aktie gab 4,5 Prozent nach. Bernstein-Analyst Craig Moffett stufte den Anteilsschein herunter und erklärte diesen Schritt mit den hohen Kosten für die Vermarktung des iPhones. Das Risiko, das Sprint Nextel wegen seiner hohen Schulden Insolvenz anmelden müsse, sei gestiegen, begründete er seine Einschätzung. Das Unternehmen stehe vor neuen und größeren Problemen, wenn es später in diesem Jahr das schnellere iPhone in den Handel bringe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 1877 Werte legten zu, 1089 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,55 Milliarden Aktien 1658 im Plus, 898 im Minus und 104 unverändert.

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rtr

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