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29.09.2011

20:00 Uhr

Börse New York

Arbeitsmarkt beflügelt Wall Street

Die Zustimmung des Bundestags zum Ausbau der Euro-Rettungsschirms und erfreuliche US-Wirtschaftdaten haben die Wall Street am Donnerstag zu Handelsbeginn kräftig angeschoben. Doch die Gewinne bröckeln schon wieder.

Ein US-Händler umgeben von Bildschirmen mit den aktuellen Charts. dapd

Ein US-Händler umgeben von Bildschirmen mit den aktuellen Charts.

New YorkDie Zustimmung des Bundestags zum Ausbau des Euro-Rettungsschirms und ermutigende US-Wirtschaftdaten haben die Wall Street am Donnerstag angeschoben. Anleger zeigten sich erleichtert, dass die Euro-Zone mit ihren Plänen für eine Reform des EFSF zur Eindämmung der Schuldenkrise auf Kurs bleibt.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA fiel überraschend und die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal etwas schneller als ursprünglich errechnet. Allerdings kamen Technologie-Werte unter die Räder, nachdem der Chipkonzern AMD seine Umsatzprognose für das dritte Quartal gesenkt hatte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte 0,7 Prozent auf 11.091 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500  legte 0,2 Prozent auf 1153 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,2 Prozent auf 2459 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 1,1 Prozent höher mit 5639 Punkten.

Die Zahl der Amerikaner, die in der vergangenen Woche erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt haben, fiel mit 391.000 unter die vielbeachtete Marke von 400.000. Analysten hatten mit 420.000 Anträgen gerechnet. Auch das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts fiel im zweiten Quartal nach endgültigen Zahlen mit 1,3 Prozent etwas besser aus als erwartet.

Die Furcht unter den Anlegern vor einem Rückfall in die Rezession nahm daraufhin etwas ab. Das Ergebnis sei zwar positiv zu bewerten, allerdings bliebe die Arbeitslosigkeit insgesamt in einer Region, mit der alle ein Problem hätten, warnte Wayne Schmidt von Gradient Investments  aber vor verfrühter Euphorie.

Von der allgemein besseren Stimmung konnten vor allem die in den vergangenen Wochen gebeutelten Finanzwerte profitieren. Die Aktien von JPMorgan Chase legten 2,4 Prozent zu. Die Papiere der Citigroup verteuerten sich um zwei Prozent.

Deutlich abwärts ging es dagegen für Technologiewerte. Einen Kurseinbruch von mehr als 13 Prozent erlitt AMD . Der Chipkonzern senkte seine Prognose für Umsatz und Rendite im dritten Quartal. Dabei verwies er vor allem auf Lieferprobleme bei seinem deutschen Zulieferer in Dresden. Nach einer Rally am Vortag verlor der Internet-Händler Amazon fast vier Prozent. Im Zuge einer Verkaufswelle rauschten Papiere von Netflix sogar mehr als zwölf Prozent nach unten. Die Scheine der Internetkonzerne Yahoo und Baidu  verbilligten sich ebenfalls deutlich.   

Allerdings begrenzten Hoffnungen auf Konjunkturhilfen der Notenbank die Verluste. Nach der jüngsten Stützungsaktion für die lahmende US-Konjunktur denkt die Federal Reserve bereits über weitere Hilfe nach. „Wenn die Teuerung oder die Inflationserwartungen auf einen zu niedrigen Stand sinken, wäre das etwas, auf das wir reagieren müssten, weil wir keine Deflation wollen“, sagte Fed-Chef Ben Bernanke am Mittwochabend. Anleger rechneten auch für die kommenden Tage mit einem unruhigen Handel. Ausschläge von zwei Prozent nach oben oder unter seien im derzeitigen Umfeld normal, sagte Schmidt.     

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