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18.07.2013

20:05 Uhr

Börse New York

Auftrieb an der Wall Street

Positive Quartalsergebnisse und die beruhigende Versicherungen von Fed-Chef Ben Bernanke versetzten die Anleger am Donnerstag an der Wall Street in Kauflaune. Dow Jones und S&P 500 schlossen im Plus.

Händler an der NYSE: Nach den positiven Zahlen vom US-Arbeitsmarkt bangen einige Händler erneut um das baldige Ende der ultralockeren US-Geldpolitik. ap

Händler an der NYSE: Nach den positiven Zahlen vom US-Arbeitsmarkt bangen einige Händler erneut um das baldige Ende der ultralockeren US-Geldpolitik.

New YorkDie Quartalsberichte einer Reihe von Großkonzernen und der US-Bank Morgan Stanley haben am Donnerstag die Anleger an der Wall Street auf Trab gehalten. Das Geldhaus erntete auf dem Parkett Applaus für einen Gewinnsprung im Quartal, IBM begeisterte mit einem optimistischeren Ausblick auf das Gesamtjahr. Düsterer als bisher sehen dagegen Ebay und Intel ihre Zukunft, sie erhielten dafür prompt die Quittung in Form von deutlichen Abschlägen.

Fed-Chef Ben Bernanke sagte vor dem US-Kongress, eine Abkehr von der sehr lockeren Geldpolitik in den USA sei nicht in Sicht. Aus Furcht vor einem Ende des üppigen Geldflusses aus Bernankes Haus messen die Anleger jeder Äußerung der Fed derzeit eine noch größere Bedeutung zu als sonst.

Wie der Wall Street Handel lief

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Der Dow-Jones-Index pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 15.589 und einem Tief von 15.465 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 15.548 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann auch ein halbes Prozent und ging auf 1689 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 3611 Punkten auf der Stelle. In Frankfurt schloss der Dax ein Prozent fester bei 8337 Punkten.

Zu den größten Gewinnern in New York zählten mit einem Plus von 4,4 Prozent die Aktien der US-Investmentbank Morgan Stanley, die für das zweite Quartal einen mehr als 40-prozentigen Gewinnanstieg bekanntgegeben hatte. Morgan Stanley übertraf damit die Analystenschätzungen deutlich.

Ebenfalls positiv wurde der Zwischenbericht von IBM aufgenommen. Der IT-Dienstleister hob seine Prognose für das Gesamtjahr an und wies zudem einen höheren Gewinn als erwartet aus. Die Aktien stiegen um 1,8 Prozent.

Enttäuscht wurden die Anleger dagegen von den Geschäften des Internet-Auktionshauses eBay und des Chip-Herstellers Intel. EBay-Chef John Donahoe äußerte sich über das künftige Geschäft skeptischer als bisher, und Intel senkte seine Umsatzprognose für 2013. Ebay-Aktien fielen um 6,7 Prozent, Intel um 3,8 Prozent.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Für Gesprächsstoff sorgte auch der PC-Hersteller Dell. Die außerordentliche Hauptversammlung, auf der die Aktionäre über den Buyout-Plan von Gründer Michael Dell abstimmen sollten, wurde kurzfristig auf den 24. Juli verschoben. Mit seiner Offerte will Dell den Konzern von der Börse nehmen, um ihn in Ruhe zu sanieren. Die Dell-Aktien stiegen um rund zwei Prozent.

Nach dem Brand an Bord einer geparkten Boeing -787 in London zeigt die britische Flugaufsicht mit dem Finger nicht auf den US-Rivalen von Airbus selbst, sondern auf den Mischkonzern Honeywell. Dessen Peilsender stehe im Verdacht, das Feuer verursacht zu haben, hieß es. Boeing-Aktien legten 2,7 Prozent zu, Honeywell-Papiere 0,6 Prozent.

Der Pharmariese Pfizer ist Kreisen zufolge aus dem Rennen um das milliardenschwere Biotech-Unternehmen Onyx ausgestiegen. Damit festigt sich die Favoritenrolle für den weltgrößten Biotech-Konzern Amgen. Onyx verbilligten sich um 3,3 Prozent, Pfizer um 0,7 Prozent. Amgen legte dagegen 0,4 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 665 Millionen Aktien den Besitzer. 2031 Werte legten zu, 951 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 1,7 Milliarden Aktien 1541 Titel im Plus, 931 im Minus und 108 unverändert.

Von

rtr

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