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06.11.2015

23:24 Uhr

Börse New York

Aussicht auf Zinswende belastet Wall Street

Überraschend gute US-Arbeitsmarktdaten haben an der Wall Street für lange Gesichter gesorgt. Denn die Abkehr von der börsenfreundlichen Fed-Politik des billigen Geldes rückt nun immer näher.

Der Dow Jones gab am Donnerstag nach.

Händler in New York

Der Dow Jones gab am Donnerstag nach.

New YorkDie New Yorker Börsen haben am Freitag in Erwartung einer baldigen Zinswende uneinheitlich geschlossen. Außergewöhnlich gute Zahlen vom Arbeitsmarkt machen den Weg für die erste Zinserhöhung in den USA seit fast einem Jahrzehnt frei. Denn die Notenbank Federal Reserve hat erstmals seit der globalen Finanzkrise ihr Ziel der Vollbeschäftigung erreicht. Mit einer im internationalen Vergleich sehr niedrigen Erwerbslosenquote von fünf Prozent im Rücken dürfte die Fed nun im Dezember die geldpolitischen Zügel anziehen.

An der Wall Street gab es deswegen eher lange Gesichter, da die Abkehr von der börsenfreundlichen Fed-Politik des billigen Geldes bevorsteht. Die Anleger müssen sich darauf einstellen, dass Notenbank-Chefin Janet Yellen nach monatelanger Hängepartie bald Ernst macht.

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Die Zahl der neuen Stellen in den USA stieg im Oktober um 271.000. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 180.000 gerechnet. "Die Fed wird jetzt wohl nicht umhinkommen, im Dezember die Zinsen zu erhöhen", urteilte Metzler-Analyst Eugen Keller.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent im Plus bei 17.910 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2099 Punkten auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,4 Prozent auf 5147 Punkte vor. Im Wochenvergleich stieg der Dow um 1,4 Prozent, der S&P ein Prozent und der Nasdaq-Index 1,8 Prozent.

Bei den Einzelwerten stachen die Papiere von Nvidia und TripAdvisor hervor. Die Aktien des Chipherstellers schossen knapp 14 Prozent in die Höhe. Anleger honorierten überraschend gute Quartalszahlen. Dagegen trennten sich die Investoren von dem Online-Reiseportal, das hinter den Erwartungen zurückblieb. TripAdvisor-Papiere gaben fast sieben Prozent nach.

Zu den Gewinnern zählten die Bankenwerte wie JPMorgan mit einem Plus von drei Prozent, Bank of America mit einem Aufschlag von 3,7 Prozent und Citigroup mit einem Kursanstieg von 3,2 Prozent.

In Frankfurt profitierte der Dax dagegen von der Hoffnung auf eine baldige Zinswende und schloss 0,9 Prozent höher auf 10.988 Punkten. Zeitweise war der Leitindex erstmals seit Mitte August wieder über die Marke von 11.000 Punkten geklettert. Der EuroStoxx50 legte 0,5 Prozent zu. Diesseits des Atlantiks schürten die Job-Daten Hoffnungen auf einen kräftigeren Aufschwung der US-Wirtschaft und bessere Exportgeschäfte.

An der New York Stock Exchange wechselte rund eine Milliarde Aktien den Besitzer. 1182 Werte legten zu, 1932 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,04 Milliarden Aktien 1726 im Plus, 1086 im Minus und 141 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen in Erwartung einer baldigen Zinswende Federn. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 24/32 auf 97-4/32. Die Rendite stieg auf 2,331 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-15/32 auf 95-28/32 und rentierte mit 3,089 Prozent.

Von

rtr

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