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12.04.2014

00:52 Uhr

Börse New York

Ausverkauf an Wall Street geht weiter

Die Großbank JPMorgan enttäuscht die Anleger. Nach den heftigen Kursrutschen vom Vortag fragen sich die Börsianer, wie nachhaltig das US-Wachstum wirklich ist. Vor allem die Nasdaq rutschte kräftig ab.

Stabilisierung fehlgeschlagen: Am Freitag herrschte Furcht - Anleger gingen sicher und stiegen aus den Aktienmärkten aus. dpa

Stabilisierung fehlgeschlagen: Am Freitag herrschte Furcht - Anleger gingen sicher und stiegen aus den Aktienmärkten aus.

New York Aufgeschreckt von enttäuschenden Geschäftszahlen der US-Großbank JPMorgan haben Anleger am Freitag weltweit Aktien abgestoßen. Börsianern zufolge befürchteten sie, dass die Märkte - vor allem in den USA - überhitzt sind und die Gewinnaussichten die Kurse nicht decken. Die bereits am Donnerstag arg gebeutelte Technologiebörse Nasdaq gab 1,3 Prozent nach und fiel damit erstmals seit Anfang Februar knapp unter die 4000er-Marke auf 3999 Zähler.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent im Minus bei 16.026 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,95 Prozent auf 1815 Zähler nach. Auf Wochensicht verloren der Dow 2,3 Prozent, der S&P-500 2,6 Prozent und die Nasdaq gar 3,1 Prozent an Wert. Für den S&P-500 und die Nasdaq war es der stärkste Rückgang innerhalb einer Woche seit Juni 2012. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 1,5 Prozent leichter bei 9315 Punkten. Damit summierte sich das Minus der vergangenen Tage in der Mainmetropole auf 3,9 Prozent.

"Der Ausverkauf resultiert aus den wachsenden Bedenken zum künftigen Gewinnwachstum", sagte Unicredit-Stratege Christian Stocker. "Die Bewertungen sind hoch im Vergleich zu den Jahren davor und der Trend bei den Gewinnschätzungen ist für die USA sehr verhalten und fast stagnierend in Europa." Klaus Wiener, Chef-Volkswirt von Generali Investments Europe, bezeichnete die aktuellen Verluste aber als vorübergehend. Schließlich gewinne die US-Konjunktur an Fahrt. Gleichzeitig blieben die Zinsen beiderseits des Atlantiks auf absehbare Zeit nahe null Prozent. "Der Renditehunger der Anleger wird sicherstellen, dass bei jedem Rücksetzer, die Nachfrage nach Aktien steigt", betonte er.

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Es ist für Anleger eine durchwachsene Woche: Krisenangst steht gegen Hoffnungen auf US-Daten. Abseits des Welt-Getümmels fällt ein Zuckerproduzent stark, auch andere Werte purzeln. Es gibt aber auch positive Ausnahmen.

JPMorgan -Aktien gaben knapp 3,7 Prozent nach. Das Institut blieb mit einem Nettogewinn von 5,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal ein Fünftel unter dem Vorjahreszeitraum und auch unter den Markterwartungen. Die Zahlen des US-Branchenprimus gelten als schlechtes Omen für die Konkurrenz. Die Aktien von Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley büßten zwischen 1,2 und 2,7 Prozent ein.

Die Aktien der viertgrößten US-Bank Wells Fargo legten dagegen 0,8 Prozent zu. Dem Institut gelang ein unerwartet kräftiger Gewinnanstieg, was auf einen Rückgang fauler Kredite und allgemein gesunkener Kosten zurückgeführt wurde.

Entwicklung von Aktienindizes - 1. Quartal 2014

Japan

Nikkei

- 8,88 Prozent

Großbritannien

FTSE 100

- 2,23 Prozent

USA

Dow Jones

- 0,72 Prozent

Deutschland

Dax

+ 0,04 Prozent

Euro-Zone

Euro Stoxx 50

+ 1,69 Prozent

Frankreich

CAC 40

+ 2,22 Prozent

Spanien

Ibex 35

+ 4,27 Prozent

Italien

FTSE MIB

+ 14,36 Prozent

Griechenland

ASE Index

+ 14,88 Prozent

Portugal

PSI 20

+ 15,99 Prozent

Bei den bis vor Kurzem noch stark gefragten Biotechunternehmen und Technologiekonzernen machten Anleger erneut Kasse. Biogen -Papiere etwa verbilligten sich um 4,6 Prozent. Google -Aktien gaben 1,6 Prozent nach. Anteilscheine von eBay büßten 1,1 Prozent ein.

Unter Druck standen auch Papiere von GAP, die 2,3 Prozent verloren. Der Umsatz der Modekette war im März unerwartet deutlich zurückgegangen. Die Aktien von Datawatch brachen um 29 Prozent ein. Der Quartalsumsatz des Software-Anbieters war hinter den Prognosen zurückgeblieben.

In den nächsten Tagen werden noch Hunderte Unternehmen Zahlen vorlegen. Prognosen sind diesmal schwierig, weil unklar ist, wie stark der ungewöhnlich strenge Winter auf die Bilanzen durchgeschlagen hat. Viele Analysten waren zuletzt längst nicht mehr so optimistisch wie noch im Januar.

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Von

rtr

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