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14.07.2016

23:19 Uhr

Börse New York

Banken treiben den Dow so hoch wie nie

Die amerikanische Börse eilt von Rekord zu Rekord. Am Donnerstag stützte die Großbank JP Morgan die freundliche Stimmung der Investoren. Auch der deutsche Konzern Bayer sorgte mit einer Meldung für Bewegung in New York.

Quartalszahlen und Konjunkturnachrichten sorgen für gute Stimmung an der Wall Street. AFP; Files; Francois Guillot

US-Händler reiben sich die Hände

Quartalszahlen und Konjunkturnachrichten sorgen für gute Stimmung an der Wall Street.

New YorkDie US-Großbank JPMorgan hat am Donnerstag mit unerwartet guten Geschäftszahlen die Stimmung an der Wall Street beflügelt. Viele Investoren hoffen nun, dass auch die anderen US-Banken im abgelaufenen Quartal gut verdient haben.

Dazu kommt die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik in Großbritannien. Die Hüter des Pfund hatten zwar den Leitzins überraschend nicht angetastet. Zugleich signalisierte die Bank von England (BoE) aber, dass im August der Geldhahn aufgedreht werden könnte, sobald Klarheit über die Auswirkungen des Brexit-Referendums besteht.

Der Dow Jones Industrial markierte bei 18 537,57 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte und schloss 0,7 Prozent höher auf 18.506 Punkten. Damit schaffte der US-Leitindex den fünften Gewinntag in Folge - lediglich zur Wochenmitte hatte er eine Verschnaufpause eingelegt und nur ein knappes Plus ins Ziel gerettet.

Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 2163 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 5034 Stellen, womit er seinen bisherigen Jahresverlust endgültig wettmachte.. In Frankfurt ging der Dax 1,4 Prozent höher auf 10.068,30 Zählern aus dem Handel.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA fielen positiv aus: Während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe entgegen dem erwarteten Anstieg stagniert hatten, hatten die Erzeugerpreise im Juni stärker zugelegt als von Volkswirten prognostiziert worden war.

Experte Umlauf sprach von einer unverändert robusten Beschäftigungsentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft. Zudem sei der Preisdruck etwas höher als erwartet, was insbesondere die Kernteuerung zeige - dabei werden die schwankungsanfälligen Sektoren Lebensmittel und Energie ausgeklammert. Mit Blick auf die an diesem Freitag anstehenden Konsumentenpreise sieht Umlauf daher Überraschungspotenzial nach oben.

Die besten Anlagen im ersten Halbjahr 2016

Aktien USA

Zu Jahresbeginn ging es auch für die großen US-Aktienindizes kräftig nach unten, später erholten sich die Börsen jedoch - anders als in Europa wieder deutlich - und steuerten sogar auf neue Jahreshochs zu. Der Brexit verhagelte auch US-Anlegern die Stimmung. Dennoch liegt Leitindex Dow Jones auf Halbjahressicht 2,9 Prozent im Plus. Für Euro-Anleger ist der Gewinn etwas geringer, aus 100.000 investierten Euro wurden für sie aber immerhin 100.720 Euro.

Aktien Schwellenländer

Die Aktien der Schwellenländer haben sich insgesamt von ihrem Absturz des vergangenen Jahres erholt als der MSCI Index für Emerging Markets noch um 16 Prozent abgestürzt war. Im ersten Halbjahr 2016 legte der auf Dollar lautende Index gut fünf Prozent zu. In Euro gerechnet blieb ein Plus von 3,07 Prozent – aus 100.000 Euro machten Anleger 103.070 Euro.

US-Staatsanleihen

Die Unsicherheit der Investoren hat US-Staatsanleihen Zulauf beschwert Dazu kommt, dass Investoren inzwischen nicht mehr daran glauben, dass die US-Notenbank Fed ihren im Dezember vergangenen Jahres ganz vorsichtig eingeleiteten Zyklus der Leitzinserhöhungen fortsetzt. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in US-Staatsanleihen gesteckt hat, hat jetzt 103.320 Euro.

Euro-Unternehmensanleihen

Seit Juni kauft die Europäische Zentralbank (EZB) Euro-Anleihen von Unternehmen abseits der Bankbranche mit guter Bonität. Die Käufe beziehungsweise schon vorher die Erwartung der EZB als neuen großen Investor trieben die Kurse. Gemessen am Index der Bank of America Merrill Lynch verdienten Anleger mit den Firmenbonds 5.350 Euro, wenn sie im Januar 100.000 Euro investierten.

Deutsche Staatsanleihen

Bundesanleihen sorgten im ersten Halbjahr für viel Aufsehen. Die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die Niedrigzinsen und die Unsicherheit der Anleger über die wirtschaftliche Entwicklung bescherten den deutschen Staatsanleihen regen Zulauf. Selbst die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe rentiert im Minus, am Tag nach dem Brexit-Entscheid fiel sie auf bis zu minus 0,17 Prozent. Für Anleger, die gleich zu Jahresbeginn 100.000 Euro in deutsche Staatsanleihen investierten machten damit Gewinn aus den minimalen Zinsen und den deutlichen Kurssteigerungen von 6.800 Euro.

Anleihen Schwellenländer

Die Anleihen der Schwellenländer haben sich kräftig erholt. Das liegt auch daran, dass die US-Zinswende stockt und die Renditen der US-Staatsanleihen so deutlich gefallen sind. Außerdem haben sich die Fundamentaldaten in vielen Emerging Markets verbessert. Euro-Anleger machten mit auf Dollar lautenden Staatsanleihen gemessen am Index von JP Morgan einen Gewinn von 10.160 Euro, wenn sie am Jahresanfang 100.000 Euro investierten.

Gold

Gold glänzte nach einer fünfjährigen Talfahrt wieder. Zum einen sorgte die Unsicherheit der Anleger mit Blick auf die Weltwirtschaft für die Flucht in die Krisenwährung Gold. Zum anderen machen die Negativrenditen vieler Staatsanleihen in der Euro-Zone und in Japan Gold als Anlage erneut attraktiver. Allein im Juni stieg der Goldpreis um 8,5 Prozent. So stark ist er in einem Juni zuletzt im Jahr 1980 gestiegen. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in Gold investierte hat nach einem halben Jahr 122.860 Euro.

Öl

Der Ölpreis fiel zwar bis Ende Januar auf ein Zwölfjahrestief von rund 27 Dollar, setzte dann aber zu einer Rally an und kostet aktuell rund 50 Dollar. „Das liegt vor allem, dass die USA deutlich weniger Öl produzieren“, erklärt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. In Euro gerechnet wurden aus 100.000 am Ölmarkt investierten Euro auf 130.450 Euro.

Sojabohnen

Auftrieb gab es auch bei vielen Agrarrohstoffen, die ebenfalls ihre jahrelange Talfahrt stoppten. Hauptgründe dafür waren Dürren und extreme Wetterlagen, die teils die Ernte bedrohen. Allen voran stieg der in Dollar notierte Preis für Sojabohnen um fast 35 Prozent. Aus 100.000 in den Agrarrohstoff investierten Euro wurden so im ersten Halbjahr 131.800 Euro.

Aktien Peru

Die Börse in Peru ist als Überraschungsaufsteiger weit nach vorne gerückt, nachdem die Kurse zuvor fast vier Jahre stetig gefallen waren. Aus 100.000 an der Börse in Lima investierten Euro wurden in diesem Jahr bislang 142.990 Euro. Die US-Bank Goldman Sachs sieht Peru „makrookönomisch in optimaler Verfassung“ mit zunehmenden Wirtschaftswachstum und sinkender Inflation. Allerdings sind die Umsätze an der Börse gering, und dort sind nur wenige Werte notiert.

Aktien Brasilien

Der brasilianische Bovespa-Index legte in den ersten sechs Monaten des Jahres zweistellig zu, nachdem er im Januar noch auf ein Siebenjahrestief gefallen war. Da auch der zuvor unter die Räder gekommene Real deutlich aufwertete machten Anleger die 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investiert haben, daraus im ersten Halbjahr 143.420 Euro. Besser schnitt keine andere Anlage ab. Dabei setzen Anleger nach der Ablösung von Präsidentin Dilma Rousseff auf ein Ende des politischen Stillstands und auf Reformen. Aber: Brasilien steckt nach wie vor in der Rezession, als wirtschaftlich gerechtfertigt, gilt der Börsenaufschwung in dieser Form nicht.

Schlussstand für alle Werte: 30.06.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Die JPMorgan -Papiere verteuerten sich um 1,5 Prozent. Das Brexit-Votum hinterließ bislang beim US-Marktführer keine größeren Spuren, der Überschuss fiel dank Einsparungen nicht so stark, wie von Reuters befragte Analysten erwartet hatten.

JPMorgan ist die erste Bank von Weltrang, die nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt Zahlen vorlegt. Das überraschende Ergebnis des Referendums hatte an den Börsen zu Turbulenzen geführt, vor allem das Pfund stürzte ab.

In den USA rückt durch die Brexit-Abstimmung die nächste Zinserhöhung der Notenbank Fed nach hinten. Dadurch bleiben die Zinsen extrem niedrig, was Banken zu spüren bekommen. Am Freitag werden Zahlen von Wells Fargo und der Citigroup - der Nummer drei und vier der Branche in den USA - erwartet. Ihre Papiere legten um 1,4 und 2,6 Prozent zu.

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