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08.01.2013

23:32 Uhr

Börse New York

Bilanzsaison bedrückt US-Anleger

Kurz vor Beginn der US-Berichtssaison haben sich die US-Anleger mit Käufen zurückgehalten. Auf die Stimmung drückten auch Befürchtungen wegen des US-Haushaltsstreits. Im Fokus standen Telekom-Aktien.

Händler an der Wall Street. AFP

Händler an der Wall Street.

New York/FrankfurtVor dem Start der US-Bilanzsaison haben sich die Anleger an der Wall Street in Deckung begeben. Nach der Rally in der vergangenen Woche im Zuge der Einigung im US-Haushaltsstreit warteten Investoren nun mit Spannung auf die Bilanz des Aluminiumriesen Alcoa, der am Dienstag nach Börsenschluss den Reigen der Quartalszahlen eröffnen sollte.

Allerdings rechnete kaum jemand mit einer positiven Überraschung. "Die Menschen machen sich wegen der Geschäftsberichte Sorgen", sagte Analyst Ken Polcari von O'Neil Securities in New York. Und dies komme noch zu den Befürchtungen wegen der Schuldenobergrenze und dem nur vorübergehend gelösten Haushaltsstreit dazu. Der Aktienmarkt werde so lange apathisch sein, bis sich zeige, in welche Richtung sich die Bilanzen bewegten.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten schloss an der Wall Street mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 13.328 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.293 und 13.377 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 1457 Zähler. Der Nasdaq sackte um 0,2 Prozent auf 3091 Punkte ab. Auch in Deutschland gaben sich die Anleger verhalten. Der Dax schloss 0,5 Prozent im Minus bei 7695 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 0,1 Prozent auf 2691 Zähler nach.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Der Euro erholte sich leicht auf 1,3082 Dollar. Das als sicherer Anlagehafen geltende Gold verteuerte sich und wurde bei 1657 Dollar pro Feinunze gehandelt.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

In New York sorgte der Optimismus von Monsanto für ein Kursplus von 2,7 Prozent bei den Aktien des weltgrößten Saatgutherstellers. Das Unternehmen hob nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 4,30 bis 4,40 Dollar pro Aktie an.

Im Fokus befanden sich die Telekom-Aktien, nachdem Spekulationen über einen Abschied von Vodafone aus einem Joint-Venture in den USA die Runde machten. Der Chef des US-Telefonkonzerns Verizon Communications liebäugelt damit, den Partner Vodafone beim größten Mobilfunkunternehmen der USA, Verizon Wireless, herauszukaufen.

Mobilfunk-Joint-Venture: Verizon liebäugelt mit Vodafone-Anteil

Mobilfunk-Joint-Venture

Verizon liebäugelt mit Vodafone-Anteil

Der US-Telefonriese spielt aktuell Pläne für einen Kauf des Vodafone-Anteils durch.

Die Kaufsumme könnte riesig sein: Analysten bewerten das Vodafone-Paket mit 121 Milliarden Dollar. Experten bremsten die Euphorie jedoch und wiesen darauf hin, dass sich die Verhandlungen - falls es überhaupt dazu kommt - lang und komplex gestalten könnten. In New York verloren die Verizon-Papiere 2,4 Prozent.

Ebenfalls auf der Verliererseite fanden sich AT&T mit einem Abschlag von 1,7 wieder. Der Mobilfunkanbieter teilte mit, im Quartal mehr als zehn Millionen Smartphones verkauft zu haben - deutlich mehr als 2011. Dies bedeutet aber auch, dass AT&T höhere Kosten schultern muss, da der Konzern bei den Zwei-Jahres-Verträgen hohe Rabatte anbietet.

Zu den größten Verlierern gehörten die Papiere von Gamestop, die 6,3 Prozent fielen. Der Videospiele-Anbieter enttäuschte mit seinen Absatzzahlen im Weihnachtsgeschäft und kappte seine Erwartungen.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 690 Millionen Aktien den Besitzer. 1467 Werte legten zu, 1483 gaben nach und 136 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 1158 Titel im Plus, 1305 im Minus und 97 unverändert.

Von

rtr

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