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01.07.2016

00:07 Uhr

Börse New York

Brexit rückt an der Wall Street in den Hintergrund

Das Brexit-Votum in Großbritannien sorgte an den Börsen für einen Schock. Eine Woche später ist davon an der Wall Street kaum noch was zu spüren. Am Donnerstag stand stattdessen ein Schokoladen-Gigant im Fokus.

Händler an der New Yorker Stock Exchange. AP

Bewegung auf dem Parkett

Händler an der New Yorker Stock Exchange.

New YorkEine Woche nach dem Brexit-Votum ist von dem Schock an den US-Börsen kaum noch etwas zu spüren. Investoren richteten ihre Aufmerksamkeit wieder mehr auf die Weltkonjunktur, sagte Peter Cardillo von First Standard Financial.

Für Wirbel sorgten zudem Pläne für eine 23 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Schokoladen-Herstellers Hershey durch den Nahrungsmittel-Giganten Mondelez. Die Hershey-Aktie schoss fast 17 Prozent in die Höhe. Mondelez tendierte rund sechs Prozent fester. Das Hershey-Management wies die Offerte später zurück. Diese biete „keine Basis für weitere Diskussionen“, hieß es in einer Firmenmitteilung.

Gefragt waren zudem Finanztitel, nachdem die großen Banken den Stresstest der US-Notenbank (Fed) bestanden hatten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,3 Prozent höher auf 17.930 Punkten. Der breiter gefasste S&P legte um 1,4 Prozent auf 2099 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,3 Prozent auf 4843 Zähler. Im Monatsvergleich legte der Dow 0,8 Prozent und der S&P 0,1 Prozent zu, während der Nasdaq-Index 2,1 Prozent Federn ließ. Auf Quartalsbasis ergab sich ein Plus von 1,4 Prozent für den Dow, ein Aufschlag von 1,9 Prozent für den S&P und ein Rückgang von 0,6 Prozent für den Nasdaq.

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In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent fester bei 9680 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann 1,1 Prozent auf knapp 2865 Zähler.

Ausschlaggebend waren Hoffnungen auf neue Notenbank-Geldspritzen. Der Chef der Bank von England (BoE), Mark Carney, sagte, dass sich wegen des geplanten Ausstiegs Großbritanniens aus der EU die Aussichten für die Konjunktur verschlechtert hätten. Dies könne „eine Lockerung der Geldpolitik im Sommer“ notwendig machen. Der Londoner Auswahlindex FTSE verabschiedete sich mit 6504 Stellen auf dem höchsten Stand seit knapp einem Jahr in den Feierabend.

In den USA kamen zusätzliche Impulse vom Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe blieb die 69. Woche in Folge unter der Marke von 300.000, bis zu der Experten von einem positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt sprechen. Eine so lange Phase gab es seit 1973 nicht mehr.

Bei den Banken legten unter anderem die Aktien von Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und JPMorgan zu. Die Papiere verteuerten sich um zwischen 0,6 und 2,1 Prozent. Die Deutsche Bank wurde in Frankfurt dagegen wegen des Scheiterns beim jährlichen US-Bankenstresstest abgestraft. Die Papiere des größten deutschen Geldhauses fielen zeitweise auf ein Rekordtief von 12,05 Euro und schlossen 2,6 Prozent im Minus bei 12,33 Euro.

Spekulationen auf eine baldige Übernahme gaben Potash Auftrieb. Die Aktien des kanadischen Düngemittel-Herstellers, der 2015 mit einer milliardenschweren Offerte für den deutschen Rivalen K+S gescheitert war, stiegen an der Börse Toronto zeitweise um bis zu 6,6 Prozent. Zum Handelsschluss stand nur noch ein Plus von 0,9 Prozent.

Zu den Verlierern zählten die beiden Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard. Ein Berufungsgericht hatte zuvor einen milliardenschweren Vergleich der beiden Konzerne mit Einzelhändlern gekippt. Visa-Anteilsscheine ließen 3,3 Prozent Federn, Mastercard-Papiere 4,4 Prozent.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,36 Milliarden Aktien den Besitzer. 2424 Werte legten zu, 630 gaben nach und 107 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,13 Milliarden Aktien 2051 im Plus, 833 im Minus und 142 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 1/32 auf 101-10/32. Die Rendite stieg auf 1,4815 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 10/32 auf 104-13/32 und rentierte mit 2,2953 Prozent.

Von

rtr

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