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10.01.2013

22:29 Uhr

Börse New York

China-Daten helfen Wall Street

Überraschend starke Konjunkturdaten aus China haben Investoren an den New Yorker Börsen am Donnerstag in Kauflaune versetzt. Chinas Exporte steigen so stark wie seit sieben Monaten nicht mehr.

Händler an der Börse New York. dpa

Händler an der Börse New York.

New YorkEin überraschend kräftiges Plus der chinesischen Exporte hat am Donnerstag die Wall Street gestützt und den S&P auf den höchsten Stand seit fünf Jahren getrieben. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft legten im Dezember so stark zu wie seit sieben Monaten nicht. Das Plus fiel deutlich höher aus als von Experten erwartet. Lange hielten sich die Gewinne an den US-Börsen in Grenzen, der S&P kam zunächst nicht über die starke Widerstandsmarke, knackte das Fünf-Jahreshoch dann aber doch noch. Die EZB-Sitzung spielte an der Wall Street kaum eine Rolle. Die Europäischen Zentralbank (EZB) erteilte einer baldigen Zinssenkung eine Abfuhr.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 13.471 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.382 und 13.478 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,5 Prozent auf 1472 Zähler vor. Die Technologiebörse Nasdaq legte 0,5 Prozent auf 3121 Punkte zu.

Der Dax in Frankfurt ging mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 7708 Zählern aus dem Handel. Auch der EuroStoxx50 schloss bei 2706 Zählern nahezu unverändert. Da eine Auktion spanischer Anleihen überraschend gut lief, setzten Anleger auf den Euro und trieben die Gemeinschaftswährung deutlich über die Marke von 1,32 Dollar.

Bei den Einzelwerten ragten die in den USA notierten Aktien des finnischen Handy-Herstellers Nokia heraus. Das Unternehmen wittert Morgenluft: Das vierte Quartal verlief besser als erwartet und in der Handy-Sparte erreichten die Finnen wieder die Gewinnzone. Nokia-Scheine sprangen mehr als 18 Prozent in die Höhe. Auch in Helsinki gehörte die Nokia-Aktie zu den stärksten Gewinnern. Sie schloss elf Prozent fester bei 3,32 Euro - dem höchsten Stand seit Mai 2012.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Ebenfalls gefragt waren die Aktien von Ford an der Wall Street. Die Aktie des Autobauers legte 2,7 Prozent zu, nachdem der Konzern seine Quartalsdividende verdoppelt hatte.

Gegen die allgemeine Markttendenz ließen die Dividendenpapiere von Tiffany rund 4,5 Prozent Federn. Der Juwelier hatte zuvor einen enttäuschenden Verlauf für das am 31. Januar endende Geschäftsjahr prognostiziert.

Neue Weltordnung: Wie China den Dollar knacken will

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In Europa tobt die Schuldenkrise, doch viel bedeutender ist, was sich im Fernen Osten tut. China will den Yuan zur Weltwährung aufbauen und die Vorherrschaft des Dollars brechen. Peking folgt dabei einem strengen Plan.

Auf beiden Seiten des Atlantiks fanden sich Aktien vieler Banken auf der Gewinnerseite wieder. Die Citibank stieg um 1,8 Prozent, das Bank-of-America-Papier erhöhte sich um 2,5 Prozent. Die Anteilsscheine von Morgan Stanley verteuerten sich um 3,7 Prozent. Kreisen zufolge will die Großbank weitere Stellen streichen. Deutsche Bank legten 1,2 Prozent zu, Commerzbank standen mit einem Plus von 3,2 Prozent an der Dax-Spitze. Händler verwiesen auf die Verlängerung der Fristen für den Aufbau von Liquiditätsreserven durch den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht am Wochenende.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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An der New York Stock Exchange wechselten rund 730 Millionen Aktien den Besitzer. 1916 Werte legten zu, 1039 gaben nach und 135 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden 1439 Aktien im Plus, 1036 im Minus und 102 unverändert.

Von

rtr

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