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07.10.2014

23:07 Uhr

Börse New York

Deutsche Konjunkturdaten drücken US-Kurse

In den USA wächst vor der Berichtssaison die Nervosität. Schwache Zahlen aus Deutschland sorgen für zusätzliche Belastung. Die US-Indizes schließen deutlich im Minus - doch es gibt auch Gewinner.

Traurige Händler in New York: Deutsche Wirtschaftsdaten lassen die US-Börsen fallen. AFP

Traurige Händler in New York: Deutsche Wirtschaftsdaten lassen die US-Börsen fallen.

New YorkDie Enttäuschung über die rückläufige Industrieproduktion in Deutschland hat sich am Dienstag auch auf die US-Börsen niedergeschlagen. Zuvor hatten sich bereits die Anleger in Europa verstört gezeigt. Experten nannten die Zahlen ein weiteres Zeichen für ein schwaches wirtschaftliches Umfeld. Auf den Märkten lastete zudem die Ausbreitung der Ebola-Seuche und der Vormarsch der radikalen Islamisten in Syrien.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.719 Punkten 1,6 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 16.715 und 16.988 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1935 Zählern 1,5 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor knapp 1,6 Prozent und schloss bei 4385 Punkten. In Frankfurt war der Dax mit 9086 Punkten und damit einem Minus von etwa 1,3 Prozent aus dem Handel gegangen.

Die deutschen Unternehmen hatten ihren Ausstoß im August um vier Prozent gedrosselt und damit so stark wie seit Januar 2009 nicht mehr. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet.

In das Bild vom schwachen Umfeld passten die Aussagen des Internationalen Währungsfonds (IWF), wonach die Konjunktur in Deutschland sowie der gesamten Euro-Zone schwächelt. "Deutschland verliert langsam an Fahrt und es war die Lokomotive der europäischen Wirtschaft", sagte Ken Polcari von O'Neill Securities. "Die Investoren sind darüber nicht glücklich."

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte vor einem Abflauen der Weltwirtschaft und korrigierte seine Wachstumsprognose für dieses Jahr erneut deutlich nach unten. Eine große Sorge sei, dass die Erholung in der Eurozone stagniere, teilte die Organisation am Dienstag in Washington mit. Riskant sei auch eine mögliche Überhitzung der Finanzmärkte.

Zudem hält es der IWF für möglich, dass die US-Leitzinsen rascher steigen als bisher erwartet. Als Gründe nannte der Währungsfonds die zügige Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt und die zusehends anziehende Inflation.

Die Kombination aus schwachen europäischen Konjunkturdaten und geopolitischen Risiken lasse die Zweifel unter den Anlegern wachsen und sorge für Volatilität, sagte ein US-Investmentstratege von JPMorgan. Der Dollar-Kursanstieg, die Proteste in Hongkong, die Angst vor der Ausbreitung des Ebola-Virus sowie sinkende Ölpreise seien zusammengenommen die Wurzel des jüngsten Übels an den Aktienmärkten, fügte er hinzu.

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