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15.09.2011

22:29 Uhr

Börse New York

Dollar-Spritze lässt Börsianer jubeln

Die Notenbanken aus der ganzen Welt wollen Dollar in die gebeutelten europäischen Banken pumpen. Das lässt Investoren aufatmen - und an der Börse zugreifen. An der Wall Street war vor allem eine Branche gefragt.

Heute kommen die guten Nachrichten aus Europa. AFP

Heute kommen die guten Nachrichten aus Europa.

Signale der Entspannung in Europas Schuldenkrise lassen auch die Wall Street aufatmen. Die wichtigsten Notenbanken stellten den gebeutelten europäischen Geldhäusern am Donnerstag eine verlässliche Dollar-Versorgung bis ins Frühjahr in Aussicht und gaben damit auch den US-Börsen kräftig Auftrieb. Hinzu kam die Botschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Schuldensünder Griechenland in der Euro-Zone halten zu wollen.

Dies kam am Markt gut an, drängte enttäuschende US-Konjunkturdaten in den Hintergrund und bescherten der Wall Street den vierten positiven Handelstag in Folge. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 11.433 und einem Tief von 11.247 Punkten. Er schloss 1,7 Prozent höher auf seinem Tageshoch. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ebenfalls um 1,7 Prozent und beendete den Handel bei 1209 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,3 Prozent auf 2607 Stellen. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit 5508 Stellen 3,2 Prozent höher.

„Wir haben zuletzt vor allem auf Europa geblickt und heute machen wir da keine Ausnahme“, sagte Steve Sosnick von TimberHill/Interactive Brokers Group. „Wenn Europa mit den Schritten der EZB zufrieden ist, dann sind wir es auch.“ Europa stehe klar im Mittelpunkt des Interesses, stimmte ihm Stephen Massocca von Wedbush Morgan zu. „Niemand scheint sich um die Nachrichten aus der Heimat zu kümmern.“

Dabei erreichte die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe den höchsten Stand seit Ende Juni. Zudem schrumpfte die Industrieproduktion in mehreren Gebieten der USA. Massoca zweifelt aber daran, dass die Atempause in der Euro-Krise die Märkte nachhaltig stützt. „Ich glaube nicht, dass diese Rally andauern wird“, sagte er. Die Eurozone müsse auf dem Weg zur Bewältigung der Schuldenkrise noch viele Hürden nehmen.

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Doch vorerst sorgte einmal mehr eine Aktion der Notenbanken für Erleichterung. So kündigten die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve in den USA sowie die Notenbanken von Großbritannien, Japan und der Schweiz an, im Oktober, November und Dezember jeweils drei Monate laufende Dollar-Refinanzierungsgeschäfte aufzulegen. Dies beflügelte Bankaktien beidseits des Atlantiks.

In New York verteuerten sich Bank of America um fast vier Prozent. Citigroup -Aktien legten 4,3 Prozent zu, Goldman Sachs 3,2 Prozent, und die Titel von Morgan Stanley sogar 7,1 Prozent. Einen Denkzettel bekam dagegen das Schweizer Geldhaus UBS , dessen Anteilsscheine in New York um über zehn Prozent abstürzten. Ein Mitarbeiter des Londoner Investmentbankings brockte der Bank einen Verlust im Wertpapierhandel von zwei Milliarden Dollar ein. Das Institut kann nicht ausschließen, dass es deswegen im dritten Quartal in die roten Zahlen rutscht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 963 Millionen Aktien den Besitzer. 2285 Werte legten zu, 701 gaben nach und 89 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von knapp zwei Milliarden Aktien 1681 Titel im Plus, 835 im Minus und 125 unverändert.

Die Ankündigung zusätzlicher Dollar-Tender durch mehrere Notenbanken hat am Donnerstag die US-Staatsanleihen gedrückt. Die US-Anleger gingen davon aus, dass die Fed auch bei einer unerwartet stark steigenden Inflation an ihrer lockeren Geldpolitik festhält.

Die zehnjährigen US-Bonds verringerten sich auf 100-13/32. Sie rentierten mit 2,08 Prozent. Die 30-jährigen Anleihen verloren auf 107-12/32 und hatten eine Rendite von 3,36 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Lutz

15.09.2011, 20:13 Uhr

Was für ein schwachsinniges System.

Bert

15.09.2011, 20:32 Uhr

da kann ich Lutz nur zustimmen,
was soll man noch mehr dazu sagen...

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