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26.07.2014

00:53 Uhr

Börse New York

Dow Jones fällt unter 17.000 Punkte

Die Quartalsbilanz in den USA ist in vollem Gange. Während einige Unternehmen positiv überraschen können, schockieren andere regelrecht ihre Anleger – dazu gehören Amazon und Visa.

Händler an der New York Stock Exchange. Die Amazon-Aktie sorgte am Markt für Furore. AFP

Händler an der New York Stock Exchange. Die Amazon-Aktie sorgte am Markt für Furore.

New YorkEnttäuschende Geschäftszahlen von Konzernen wie Amazon und Visa haben am Freitag die Stimmung an den New Yorker Börsen vermiest. Belastend wirkten sich auch die Konflikte in Nahost und der Ukraine aus. "Angesichts der weiter schwelenden Ukraine-Krise bringen viele Anleger vor dem Wochenende ihre Schäfchen ins Trockene, zumal auch die jüngsten Unternehmensbilanzen eher durchwachsen waren", sagte Anlagestratege Robert Halver von der Baader Bank.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent tiefer auf 16.960 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 1978 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 4449 Punkte. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Minus von 0,8 Prozent, für den S&P in etwa ein Nullsummenspiel und für den Nasdaq ein Plus von 0,4 Prozent. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 1,5 Prozent tiefer auf 9644,01 Punkten ins Wochenende, der EuroStoxx50 sank um 1,4 Prozent auf 3174,99 Zähler.

Die US-Industrie fuhr im Juni ein überraschend dickes Auftragsplus ein. Die Bestellungen für langlebige Güter stiegen um 0,7 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Mai noch ein Minus von 1,0 Prozent gegeben hatte.

„Insbesondere der signifikante Anstieg außerhalb des Transportsektors lässt auf eine zunehmende Investitionstätigkeit in der Wirtschaft schließen“, kommentierte Analyst Johannes Jander von der Landesbank Helaba. Die Daten gäben aber keinen Grund, auf eine frühe Zinsanhebung der US-Notenbank zu spekulieren. Bernd Krampen von der NordLB sprach von einer sukzessiven Verbesserung der Lage „in allerdings nur moderatem Tempo“.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Bei den Einzelwerten stürzten Amazon-Aktien rund zehn Prozent ab. Von April bis Juni machte der Internet-Händler einen Nettoverlust von 126 Millionen Dollar - fast doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Für das laufende Quartal rechnet das Management sogar mit einem operativen Minus von bis zu 810 Millionen Dollar. Visa-Anteilscheine verloren knapp vier Prozent. Der weltgrößte Kreditkartenanbieter rechnet wegen der anhaltenden Dollarstärke mit einem geringeren Einnahmen-Zuwachs als bisher.

Die Titel der Kaffeehauskette Starbucks verloren ungeachtet eines Rekordquartals und angehobener Jahresziele 2,13 Prozent. Börsianer äußerten die Sorge, die Gewinndynamik könnte unter dem Expansionskurs leiden. Im gesamten Geschäftsjahr, das im September endet, sollen nun 1550 neue Standorte weltweit eröffnet werden und damit 50 mehr als bislang geplant.

Positiv überraschte Chinas führender Suchmaschinenbetreiber Baidu. Dank wachsender Einnahmen aus dem Werbegeschäft steigerte das an der Nasdaq notierte Unternehmen seinen Nettogewinn um mehr als ein Drittel. Die Aktie kletterte um knapp elf Prozent.

Die ehemalige Rußchemie-Sparte von Evonik schaffte nur mit Mühe den Sprung an die New Yorker Börse. Die beiden Finanzinvestoren Triton und Rhone, die das Unternehmen vor drei Jahren gekauft und in Orion Engineered Carbons umbenannt hatten, mussten beim Ausgabepreis für die Aktien Abstriche machen. Statt in einer Spanne von 21 bis 24 Dollar wurden die Papiere zu 18 Dollar ausgegeben. Zur Erstnotiz am Freitag fielen sie bis auf 17,69 Dollar.

Für die Aktien von Moody's ging es trotz guter Zahlen um 0,93 Prozent bergab. Die Ratingagentur übertraf die Gewinnerwartungen, nachdem im zweiten Quartal die verstärkte Ausgabe von Unternehmensanleihen die Nachfrage nach Kreditwürdigkeits-Einstufungen angekurbelt hatte.

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Der Euro geriet nach der Vortagsstabilisierung wieder unter Druck und sank auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,3429 US-Dollar. US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren gewannen hingegen 10/32 Punkte auf 100 9/32 Punkte und rentierten mit 2,47 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 570 Millionen Aktien den Besitzer. 1009 Werte legten zu, 2002 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 858 im Plus, 1811 im Minus und 128 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 12/32 auf 100-9/32. Die Rendite fiel auf 2,467 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg 1-3/32 auf 102-17/32 und rentierte mit 3,243 Prozent. Händler sagten, dass Investoren ihr Geld aus den Aktienmärkten abgezogen und in die als sicher geltenden Bonds gesteckt hätten.

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