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21.06.2014

00:07 Uhr

Börse New York

Dow Jones und S&P 500 klettern auf Rekordhoch

Mit dem sechster Tagesgewinn in Folge verabschiedet sich die Wall Street mit Rekorden ins Wochenende. Der Dow Jones-Index und der S&P 500 erreichen neue Höchstkurse. Oracle-Werte geben nach enttäuschender Bilanz nach.

Grübeln an der Wall Street: Der Irak könnte zu einem größeren Störfaktor werden als angenommen. AFP

Grübeln an der Wall Street: Der Irak könnte zu einem größeren Störfaktor werden als angenommen.

New YorkDie US-Börsen haben am Freitag die Kursgewinne der vergangenen Tage zögerlich ausgebaut. Mangels größerer Handelsimpulse blieben die Kursveränderungen zwar gering. Dennoch gingen sowohl der S&P 500 als auch der Dow-Jones-Index höher als je zuvor aus dem Handel. "Es gibt immer noch die Hoffnung, dass sich die Wirtschaft verbessert und das Wachstum zulegt", erklärte Tim Ghriskey von der Solaris Group.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.947 Punkten 0,15 Prozent im Plus. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1962 Zählern 0,17 Prozent höher aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent und schloss bei 4368 Punkten. Im Wochenvergleich legte der Dow-Jones-Index ein Prozent zu, der S&P 1,4 Prozent und die Nasdaq 1,3 Prozent. Der Dax ging 0,2 Prozent leichter bei 9987 Punkten aus dem Handel.

Charts der Woche: Diese Aktien überraschen die Anleger

Charts der Woche

Diese Aktien überraschen die Anleger

Milliardenschwere Übernahmen, Turbulenzen in der Luftfahrt, juristischer Ärger für die Banken: in dieser Woche war an der Börse einiges los. Im Fokus stehen auch große Namen.

Auf Unternehmensseite im Blickpunkt standen die US-Aktien von Shire . Der britische Pharmakonzern hatte zuvor den amerikanischen Rivalen AbbVie mit dessen rund 46 Milliarden Dollar schwerer Übernahmeofferte abblitzen lassen . Die an der Nasdaq gehandelten Shire-Papiere legten mehr als 16 Prozent zu. Ebenfalls zu den größten Tagesgewinnern gehörten die Titel der Gebrauchtwagen-Kette Carmax mit einem Anstieg von ebenfalls mehr als 16 Prozent. Das Unternehmen verbuchte unerwartet gute Geschäftszahlen.

Die Anleger nicht überzeugen konnte dagegen die Nachricht, dass Apple Insidern zufolge im Oktober seine Smartwatch auf den Markt bringen wird. Im ersten Verkaufsjahr erwarte der US-Konzern die Auslieferung von 50 Millionen Geräten, hieß es. Die Aktie gab dennoch ein Prozent nach. Zu den Verlierern zählten auch Oracle. Die Aktien fielen vier Prozent, weil der US-Softwareriese die Börsianer mit seinen Quartalszahlen enttäuschte. Auch Darden Restaurants gaben nach den Quartalszahlen vier Prozent nach. Die Aktien von General Electric traten auf der Stelle, obwohl die französische Regierung dem Konzern im Bieterkampf um Alstom den Vorzug gab.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,72 Milliarden Aktien den Besitzer. 1747 Werte legten zu, 1299 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,58 Milliarden Aktien 1527 im Plus, 1141 im Minus und 129 unverändert.

An den US-Kreditmärkten blieb die Zins-Entscheidung der Federal Reserve das wichtigste Thema. Die zehnjährigen Staatsanleihen um 3/32 auf 99-1/32. Sie rentierten mit 2,61 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 15/32 auf 98-27/32 und hatten eine Rendite von 3,44 Prozent.


Von

rtr

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