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26.09.2011

22:33 Uhr

Börse New York

Dow klettert über 11.000 Punkte

Nach einem starken Schlussspurt schließen die US-Börsen deutlich im Plus. Die Anleger setzen auf eine nachhaltige Lösung der EU-Staatsschuldenkrise. Zu den Gewinnern zählt Warren Buffet.

Ein Händler an der New Yorker Börse: der Blick geht nach Europa. dpa

Ein Händler an der New Yorker Börse: der Blick geht nach Europa.

New YorkHoffnungen auf Fortschritte bei der Lösung der europäischen Schuldenkrise haben am Montag der Wall Street Auftrieb gegeben. Für einen Schub im späten Handel sorgte ein Bericht des TV-Senders CNBC, in den von deutlichen Fortschritten in den Gesprächen über eine Stärkung des Euro-Rettungsschirms EFSF die Rede war. Bereits zuvor hatten in einem nervösen Geschäft die Optimisten den Ton angegeben.

Trotz betont vorsichtiger Äußerungen aus der europäischen Politik hofften sie darauf, dass sich die Griechenland-Krise mit Hilfe einer deutlichen Schuldenreduzierung sowie Finanzspritzen für Europas Banken in den Griff bekommen lässt. Auf die Kurse drückten dagegen neue Daten vom US-Immobilienmarkt, die einen weiter sinkenden Absatz bei Eigenheimen zeigten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,5 Prozent im Plus auf 11.044 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 lag 2,3 Prozent höher auf 1163 Zählern. Der Technologie-Index Nasdaq kletterte 1,4 Prozent auf 2517 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 2,9 Prozent höher aus dem Handel bei 5346 Punkten.

Die drohende Staatspleite Griechenlands ist seit längerem das beherrschende Thema an den Börsen. „Jeder kam zum Schluss, dass es außer Kontrolle gerät, und jetzt gibt es Gerüchte, dass sich die Lage doch festigt“, sagte Stephen Massocca von Wedbush Morgan. Offenbar gebe es nun den politischen Willen, die Hilfsprogramme ausreichend umfangreich auszustatten. „Der Markt mag das, was er hört“, sagte Massocca.

Vertreter der USA und Chinas hatten am Wochenende europäische Politiker aufgefordert, den Euro-Rettungsschirm EFSF aufzustocken. Doch ein Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, dass kein solcher Schritt geplant sei, und dämpfte damit die Erwartungen.

„Die Tagesschwankungen an den europäischen Märkten hängen zu einem großen Teil mit den Einschätzungen der Investoren zusammen, in welche Richtung sich die Politik bewegt“, sagte Anlagestratege Jack de Gan von Harbor Advisory Corp. „Wir stehen vor einer weiteren volatilen Woche.“     

Marktteilnehmer verwiesen auf Spekulationen über weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Eurozone. Zudem hätten die kräftigen Verluste der Vorwoche nun wieder Anleger angelockt. „Dieser Markt fängt an, preiswert zu werden“, sagte der Investmentchef der Harris Private Bank, Jack Ablin. In der abgelaufenen Woche, der schlechtesten seit Oktober 2008, hatten Sorgen um eine Insolvenz Griechenlands und deren Folge für die Eurozone an der Wall Street Werte von einer Billion US-Dollar vernichtet.

Wie auch in Europa waren die Vertreter des Finanzsektors in einer Branchenbetrachtung in der Spitzengruppe zu finden. Am unteren Tabellenende fanden sich hingegen Versorger und IT-Titel ein. Hinter JPMorgan (+6,96%) und Bank of America (+4,60%) gewannen Boeing als drittbester Wert im Dow 4,20 Prozent auf 62,01 US-Dollar. Der Flugzeugbauer hat mit mehr als drei Jahren Verspätung den ersten „Dreamliner“ ausgeliefert. Coca-Cola legten um 1,99 Prozent auf 67,87 Dollar zu. Der Getränkekonzern verstärkt seine Präsenz in Russland und will dort in den nächsten fünf Jahren drei Milliarden Dollar investieren.

Außerhalb des weltweit bekanntesten Index kletterten Berkshire Hathaway um 8,62 Prozent auf 72,09 Dollar. Die Gesellschaft des viel beachteten Investors Warren Buffet hatte den Kauf eigener Aktien angekündigt. Berkshire Hathaway sei wesentlich mehr wert als die im Moment aufgerufenen Preise, hieß es zur Begründung.

Im Nasdaq rutschten die erfolggewohnten Titel von Apple um 0,28 Prozent auf 403,17 Dollar ab. Einem Analysten von JPMorgan zufolge haben Zulieferer einen Rückgang der Bestellungen für das iPad des Technologiekonzerns von 25 Prozent für das vierte Quartal verzeichnet.

Odyssey Marine Exploration sprangen um 7,52 Prozent auf 2,86 Dollar nach oben. Der Firma stehen über einen Vertrag mit dem britischen Verkehrsministerium rund 80 Prozent des Wertes eines vor der Küste Irlands gefundenen Wracks eines Handelsschiffes der Flotte Ihrer Majestät zu. In dem von einem deutschen U-Boot im Zweiten Weltkrieg versenkten Schiff werden 200 Tonnen Silber vermutet. Dieses hat derzeit einen Marktpreis von knapp 150 Millionen Euro.

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