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06.01.2011

15:54 Uhr

Börse New York

Einzelhandel verbreitet schlechte Laune

Die US-Anleger wollten sich nicht so recht aus der Deckung wagen. Ein überraschend starker Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe belastete die Stimmung. Und der Einzelhandel verbreitete schlechte Stimmung.

HB NEW YORK. Schlechte Nachrichten aus dem Einzelhandel haben die Wall Street am Donnerstag leicht ins Minus gedrückt. Wichtige Vertreter der Branche enttäuschten im entscheidenden Dezember-Geschäft mit Umsätzen, die unter den Erwartungen lagen.

Ein heftiger Blizzard hatte die Amerikaner nach Weihnachten von den Einkaufszentren ferngehalten und somit eine zweimonatige Konsumwelle gebremst. Zudem beschränkten sich viele Einkäufer auf die Schnäppchenjagd. Ein überraschend starker Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe belastete zudem die optimistische Grundstimmung, die sich nach zuletzt besseren Arbeitsmarkt-Daten ausgebreitet hatte.

Einige Technologiewerte profitierten dagegen davon, dass sich Microsoft von dem Chiphersteller Intel abwendet und eine Allianz mit dem Rivalen ARM bildet. Dagegen lastete der fallende Ölpreis auf Energie-Aktien.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,2 Prozent schwächer bei 11.697 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er zwischen 11.667 und 11.736 Stellen geschwankt. Bei dem breiter gefassten S&P-500 belief sich das Minus bei 1273 Zählern ebenfalls auf 0,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq dagegen legte 0,3 Prozent zu auf 2709 Punkte. Der Dax in Frankfurt schloss 0,6 Prozent fester bei 6981 Zählern.

Viele Analysten an der Wall Street konzentrierten sich bereits auf den Arbeitsmarkt-Monatsbericht, der am Freitag veröffentlicht werden sollte und am Markt mit großer Spannung erwartet wurde. „Wir denken, die Zahlen morgen werden die derzeitige Erholung stützen und größeren Schwung in die Wirtschaft bringen“, sagte Analyst Zach Pandl von Nomura Securities. Eine Erholung des Arbeitsmarktes gilt als Schlüssel für das Schicksal der konsumlastigen US-Wirtschaft und damit auch für die Firmengewinne.

Unter den Einzelhändlern gehörten die Titel des Discounters Target zu den größten Verlierern, da sie rund sieben Prozent an Wert verloren. Macy's-Papiere büßten rund vier Prozent ein, während der S&P-Einzelhandelsindex rund 1,5 Prozent nachgab. Die Schwäche des Sektors sei „überraschend und beunruhigend“, sagte Walter Todd von Greenwood Capital Associates. Es gebe jedoch Anzeichen dafür, dass der Rückgang vor allem dem Wetter geschuldet und damit kein Warnzeichen für eine längere Flaute in dem Sektor sei.

Auf Unternehmensseite standen außerdem die in New York notierten Aktien des britischen Ölkonzerns BP im Fokus. Die Aktien notierten etwa 0,5 Prozent schwächer, nachdem die US-Regierung ihren Bericht über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko veröffentlicht hatte. Auch andere Energiewerte gaben im Zuge des fallenden Ölpreises nach. Der S&P Energie-Index fiel deshalb um knapp ein Prozent.

Die in New York gelisteten Anteilsscheine des britischen Chipherstellers ARM konnten nur vorübergehend davon profitieren, dass Microsoft ankündigte, nicht mehr nur mit Intel zusammenzuarbeiten, sondern künftig auch Windows-Betriebssysteme für ARM-Geräte zu entwickeln. ARM-Scheine notierten nach anfänglichen Gewinnen knapp im Minus, während Intel-Aktien rund ein Prozent nachgaben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,09 Milliarden Aktien den Besitzer. 1165 Werte legten zu, 1821 gaben nach und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,1 Milliarden Aktien 1148 im Plus, 1469 im Minus und 119 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 17/32 auf 93-16/32. Sie rentierten mit 3,405 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 14/32 auf 95-20/32 und hatten eine Rendite von 4,517 Prozent.

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