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16.01.2015

22:50 Uhr

Börse New York

Erholung der Ölmärkte hilft US-Börsen

Der Schweizer Paukenschlag sorgte auch in New York für überraschte Gesichter. Selbst solide Konjunkturdaten konnten keine Freudensprünge auszulösen. Für Auftrieb sorgte aber die jüngste Erholung der Ölpreise.

Händler in New York: Auch an der Wall Street gehen die Devisenmarkt-Turbulenzen nicht spurlos vorbei. AFP

Händler in New York: Auch an der Wall Street gehen die Devisenmarkt-Turbulenzen nicht spurlos vorbei.

New YorkDie jüngste Erholung der Ölmärkte hat der Wall Street am Freitag Auftrieb gegeben. "Der Ölpreis geht schon seit einigen Tagen nach oben", sagte Anlagestratege Tim Ghriskey von Solaris Group. "Jedes Mal, wenn das geschieht, glaubt man, dass der Boden erreicht ist." Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent stieg um 3,5 Prozent. Dies trieb US-Energieaktien an, die im Schnitt 3,2 Prozent nach oben schossen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent höher auf 17.511 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,3 Prozent auf 2019 Zähler. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq gewann 1,4 Prozent auf 4634 Punkte. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Minus von 1,3 Prozent, für den S&P von 1,2 Prozent und für den Nasdaq-Index von 1,5 Prozent.

Im Blick standen Goldman Sachs, die 0,7 Prozent an Börsenwert verloren. Der Quartalsgewinn der Bank fiel geringer aus als erwartet.

Auch Intel konnte die Börse nicht überzeugen. Die Papiere notierten zuletzt 0,7 Prozent im Plus, nachdem sie zunächst nachgegeben hatten. Für einen Dämpfer sorgte die zurückhaltende Geschäftsprognose des Managements.

Die Performance von Dax, S&P-500 & Co.

Athex (Griechenland)

Ein Jahr: - 28,9 Prozent
Drei Jahre: 21,4 Prozent
Fünf Jahre: - 62,4 Prozent

Bovespa (Brasilien)

Ein Jahr: - 2,9 Prozent
Drei Jahre: - 11,9 Prozent
Fünf Jahre: - 27,1 Prozent

BUX (Ungarn)

Ein Jahr: - 10,4 Prozent
Drei Jahre: - 2,0 Prozent
Fünf Jahre: - 21,6 Prozent

CSI 300 (China)

Ein Jahr: + 51,7 Prozent
Drei Jahre: + 50,6 Prozent
Fünf Jahre: - 1,2 Prozent

Dax (Deutschland)

Ein Jahr: + 2,7 Prozent
Drei Jahre: + 66,2 Prozent
Fünf Jahre: + 64,6 Prozent

MSCI Emerging Markets

Ein Jahr: - 4,6 Prozent
Drei Jahre: + 4,4 Prozent
Fünf Jahre: - 4,0 Prozent

MSCI World

Ein Jahr: + 2,9 Prozent
Drei Jahre: + 44,6 Prozent
Fünf Jahre: + 46,4 Prozent

NZX 50 (Neuseeland)

Ein Jahr: + 17,6 Prozent
Drei Jahre: + 70,0 Prozent
Fünf Jahre: + 72,4 Prozent

PSI 20 (Portugal)

Ein Jahr: - 26,8 Prozent
Drei Jahre: - 12,7 Prozent
Fünf Jahre: - 43,3 Prozent

RTS (Russland)

Ein Jahr: - 45,2 Prozent
Drei Jahre: - 42,8 Prozent
Fünf Jahre: - 45,3 Prozent

S&P-500 (USA)

Ein Jahr: + 11,4 Prozent
Drei Jahre: + 63,7 Prozent
Fünf Jahre: + 84,6 Prozent

TA-25 (Israel)

Ein Jahr: + 10,2 Prozent
Drei Jahre: + 35,0 Prozent
Fünf Jahre: + 27,9 Prozent

Der Kurs des Öldienstleisters Schlumberger legte 6,1 Prozent zu. Der vom Ölpreisverfall getroffene Konzern will 9000 Arbeitsplätzen streichen.

In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 10.167,77 Punkten. Die Züricher Börse litt immer noch unter dem überraschenden Rückzug der Schweizer Notenbank (SNB) aus dem Kampf gegen die Aufwertung des Franken und verlor sechs Prozent. "Der Markt interpretiert die gestrige Kapitulation der SNB als schwerwiegendes Indiz für die Einführung eines EZB-Staatsanleihen-Kaufprogramms nächste Woche", sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets.

Auch in New York verarbeiteten die Investoren den Schock durch die SNB. Börsianer sagten, dessen Auswirkungen müssten zunächst abgewogen werden. Die Aktie der Devisenhandelsfirma FXCM wurde vom Börsenhandel ausgesetzt. Das Unternehmen berichtete von massiven Verlusten seiner Kunden infolge des Franken-Kurssprungs. Als Konsequenz verstoße FXCM womöglich gegen Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden. Reuters-Informationen zufolge hat die Investmentbank Jefferies Interesse an einer Vereinbarung zur Rettung der Brokerfirma signalisiert.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 970 Millionen Aktien den Besitzer. 2519 Werte legten zu, 576 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,95 Milliarden Aktien 2076 im Plus, 668 im Minus und 127 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 10/32 auf 103-31/32. Die Rendite stieg auf 1,809 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 16/32 auf 111-31/32 und rentierte mit 2,433 Prozent. Händler begründeten die Abschläge mit Gewinnmitnahmen und guten Konjunkturdaten. Die US-Verbraucher sind zu Jahresbeginn so guter Stimmung wie seit elf Jahren nicht mehr. Das Barometer für die Konsumlaune kletterte im Januar auf 98,2 Punkte von 93,6 Zählern im Dezember.

Von

rtr

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