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07.11.2016

23:44 Uhr

Börse New York

„Erleichterungsrally“ treibt Dow Jones nach oben

Das FBI gibt zu Hillary Clintons Emails Entwarnung - an den Börsen sorgt das für Euphorie und vor allem Erleichterung. Die Hoffnung auf einen Sieg der demokratischen Kandidatin lässt den Dow Jones nach oben schießen.

Wie der Wall Street-Handel lief

Vorfreude auf einen Sieg von Hillary Clinton

Wie der Wall Street-Handel lief: Vorfreude auf einen Sieg von Hillary Clinton

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New YorkAm Tag vor der US-Wahl haben sich die Börsen über die gestiegenen Chancen der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton erfreut gezeigt. Die Bundespolizei FBI hatte am Sonntag nach mehrtägigen Ermittlungen erklärt, neu aufgetauchte E-Mails der Demokraten böten keine Anhaltspunkte für eine Anklage. „Das ist eine Erleichterungsrally wegen Hillary Clinton“, sagte Portfoliomanager Jack Ablin von BMO Private Bank. Ihr Rivale Donald Trump gilt vielen Investoren als unberechenbar, während von Clinton kein radikaler Kurswechsel erwartet wird.

Als Reaktion stieg der Dow-Jones-Index um 2,1 Prozent auf 18.260 Punkte. Der breiter gefasste S&P legte um 2,2 Prozent auf 2132 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,4 Prozent auf 5166 Zähler. Die US-Börse hatte am Freitag den neunten Handelstag in Folge im Minus geschlossen, die längste derartige Serie seit 35 Jahren. Der Dax kletterte am Montag um 1,9 Prozent auf knapp 10.457 Punkte.

„Investoren hassen Unsicherheit“

Clinton war in den vergangenen Monaten wegen der Nutzung eines privaten Servers für dienstliche E-Mails immer wieder unter Druck geraten. Mit der Erklärung des FBI vom Sonntag dürften die Ermittlungen zumindest bis nach der Wahl kein Thema mehr sein. Die Ex-Außenministerin liegt in mehreren Umfragen vor dem Unternehmer. „Clinton ist eine bekannte Größe, und Investoren hassen Unsicherheit“, sagte der Präsident von Sri-Kumar Global Strategies, Komal Sri-Kumar. Sie wären daher über einen Sieg von Clinton „sehr glücklich, selbst wenn die Steuern erhöht werden sollten“.

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Marktexperte Jens Klatt gibt aber trotz der Euphorie noch keine Entwarnung in puncto Wahlausgang: „In meinen Augen hat sich bezüglich des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen Clinton und Trump kaum etwas verändert.“ Da der Markt nun einen Sieg Clintons eventuell sogar als ausgemachte Sache ansehe, bestünde sogar die Gefahr eines Brexit-ähnlichen Crashs, falls Trump doch siege.

Bei den Einzelwerten gerieten Oracle mit einem Kursplus von 2,1 Prozent in den Fokus der Anleger. Der Softwarekonzern war mit seiner 9,3 Milliarden Dollar schweren Offerte für den Cloud-Anbieter NetSuite erfolgreich. Ebenfalls stark gefragt waren US-Banken wie JP Morgan Chase, die 3,1 Prozent gewannen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 913 Millionen Aktien den Besitzer. 2444 Werte legten zu, 525 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,90 Milliarden Aktien 2269 Werte im Plus, 562 im Minus und 194 unverändert.

Auch bei den US-Staatsanleihen stand die Entscheidung des FBI im Fokus. Die zehnjährigen Papiere fielen um 12/32 auf 97-3/32. Sie rentierten mit 1,83 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 19/32 auf 92-25/32 und hatten eine Rendite von 2,6 Prozent.

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