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31.10.2013

21:26 Uhr

Börse New York

Erneut Verluste an der Wall Street

Gute Konjunkturdaten hatte Anleger im Laufe des Donnerstags zunächst zaghaft an die US-Märkte gezogen. Auf Aktienseite erwiesen sich Öl-Titel als Zugpferde. Zum Börsenschluss machte sich jedoch Enttäuschung breit.

Börsenhändler an der Wall Street. ap

Börsenhändler an der Wall Street.

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag nach einer zögerlichen Berg- und Talfahrt erneut Verluste verbucht. Viele Händler zeigten sich am Tag nach dem Fed-Entscheid verunsichert über den weiteren Kurs der US-Notenbank.

Die Währungshüter wollen zunächst an ihren umfangreichen Anleihekäufen festhalten und verwiesen auf schwache Konjunktursignale - auch wegen der Folgen des jüngsten Haushalts-Streits. Die Geschäftsaktivität im Mittleren Westen fiel jedoch unerwartet stark aus, wie der Chicagoer Einkaufsmanagerindex signalisierte.

Einige Händler werteten dies als Hinweis darauf, das die Fed ihr Konjunkturprogramm möglicherweise doch etwas früher als erwartet zurückfahren kann. Überraschend gute Quartalszahlen von Börsenschwergewichten wie Exxon Mobil bremsten die Talfahrt.

Wie Wall Street Handel lief

Video: Wie Wall Street Handel lief

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte büßte 0,5 Prozent auf 15.545 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,4 Prozent auf 1756 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,3 Prozent auf 3919 Stellen. Im Monatsvergleich kletterte der Dow 2,8 Prozent, der S&P 4,5 Prozent und die Nasdaq 3,9 Prozent. In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent höher bei 9033.92 Punkten aus dem Handel.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte nach der Zinssitzung erklärt, die US-Arbeitslosenquote sei noch immer zu hoch und die Erholung am Häusermarkt habe an Schwung verloren. Auch die Nachwehen des vertagten Etatstreits machten ihm Sorgen.

Exxon-Aktien stiegen um ein Prozent. Der weltgrößte Ölkonzern hatte unerwartet gute Quartalszahlen vorgelegt und zudem erstmals seit zwei Jahren die Produktion gesteigert.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Papiere von Avon verloren fast ein Viertel an Wert. Der Kosmetik-Hersteller hatte einen unerwartet schwachen Quartalsumsatz vorgelegt.

Auch die Papiere von Visa standen unter Verkaufsdruck und verloren 3,5 Prozent. Der Kreditkartenanbieter musste einen Gewinneinbruch hinnehmen.

Starbucks legten 0,3 Prozent zu, obwohl sich die weltgrößte Kaffeehaus-Kette bei ihrem Gewinnausblick für 2014 zurückhaltender als von Anlegern erwartet gezeigt hatte.

Auf Berg- und Talfahrt waren Aktien von Facebook. Der Internet-Gigant hatte am Mittwochabend zunächst einen kräftigen Gewinnsprung ausgewiesen. Nachbörslich stiegen die Aktien um 15 Prozent. Im Verlauf bröckelte das Kursplus aber, am Donnerstag eröffneten die Papiere gar ein Prozent im Minus, um dann doch 2,5 Prozent zuzulegen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,91 Milliarden Aktien den Besitzer. 1182 Werte legten zu, 1808 gaben nach und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,28 Milliarden Aktien 974 im Plus, 1576 im Minus und 103 unverändert.

Von

rtr

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