Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.09.2011

04:54 Uhr

Börse New York

Ernüchterung bei Wall Street-Anlegern

Es sollte keine Vier-Tages-Rally werden. Vor allem Rohstoff- und Energietitel bekamen an der Wall Street einen Dämpfer und spiegeln die Sorgen der Anleger wieder. Der Dow Jones fiel um 1,6 Prozent.

Wenig Optimismus heute an der Wall Street dapd

Wenig Optimismus heute an der Wall Street

New YorkNach der jüngsten Kurserholung kehrt an der Wall Street wieder Ernüchterung ein. Im Sog fallender Rohstofftitel schlossen auch die Börsenbarometer in New York am Mittwoch deutlich im Minus. Die Anleger reagierten auf einen starken Rückgang von Energie- und Metallpreisen, der die Sorgen um die weltweite Konjunkturentwicklung und die Zukunft der Eurozone widerspiegelt.

An den drei vergangenen Handelstagen hatten die US-Aktienmärkte noch deutlich zugelegt, weil die Anleger auf Fortschritte bei der Lösung der europäischen Schuldenkrise spekulierten. Sie reagierten insbesondere auf Diskussionen, den Euro-Rettungsschirm EFSF zu stärken.

Mittlerweile rückt am Markt wieder die anstehende Entscheidung über weitere Milliardenhilfen für Griechenland in den Vordergrund. Am Donnerstag sollen die Experten der Geldgeber EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) nach Athen zurückkehren und die Spar- und Reformbemühungen des Schuldensünders unter die Lupe nehmen. Vom Urteil dieser Troika hängt ab, ob das von der Pleite bedrohte Land weitere Notkredite erhält. „Es gibt die Wahrnehmung, dass die europäischen Regierungschefs endlich zu einer Lösung kommen“, sagte Marktstratege David Joy von Ameriprise Financial. „Aber nach den jüngsten Gewinnen gibt es weder Grund noch Spielraum, um weiter zuzulegen, solange wir nicht mehr Details kennen.“

Der Dow-Jones ging 1,6 Prozent tiefer aus dem Handel. dapd

Der Dow-Jones ging 1,6 Prozent tiefer aus dem Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,6 Prozent tiefer bei 11.011 Punkten aus dem Handel. Im Handelsverlauf bewegte er sich zwischen 10.997 und 11.317 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,1 Prozent auf 1151 Zähler und steuert damit auf sein schwächstes Vierteljahr seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Schlussquartal 2008 zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 2,2 Prozent auf 2492 Stellen.

In Frankfurt schloss der Dax 0,9 Prozent tiefer mit 5578 Punkten. Geprägt wurde das Marktgeschehen auch von dem sogenannten „Windowdressing“ vor dem Quartalsende. Um ihre Dreimonatsbilanz aufzuhübschen, kaufen Fondsmanager häufig noch rasch Aktien, die sich gut entwickelt haben, und trennen sich von solchen, die schlecht gelaufen sind.

Zu den stärksten Verlierern zählten Rohstoffwerte. Der Branchenindex verlor 4,5 Prozent. Zuletzt hatten die Titel noch besonders deutlich zugelegt. Auch Energiewerte sackten kräftig ab, sie verloren im Schnitt drei Prozent.

Im Fokus standen zudem die Aktien von Amazon und Apple. Der weltgrößte Onlinehändler will den iPad-Hersteller ab Mitte November mit einem eigenen Tablet-Computer angreifen. Dabei setzt Amazon auf einen Kampfpreis von 199 Dollar für das Gerät, dass damit weniger als die Hälfte des Apple-Einsteigermodells kostet. Die Aktien von Amazon legten 2,5 Prozent zu, die Papiere von Apple verloren dagegen 0,6 Prozent.

Zu den Gewinnern im Dow gehörte über lange Zeit Microsoft . Der Gesamtmarkt zog die Aktie am Ende aber ins Minus, sie schloss 0,4 Prozent tiefer. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung gab eine Kooperation mit dem Softwaregiganten bei Betriebssystemen für Smartphones bekannt.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,05 Milliarden Aktien den Besitzer. 518 Werte legten zu, 2504 gaben nach und 63 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Milliarden Aktien 391 im Plus, 2107 im Minus und 89 unverändert.

Die US-Staatsanleihen haben am Mittwoch nachgegeben. Die zehnjährigen Bonds sanken 10/32 auf 101-2/32. Sie rentierten mit 2,006 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verringerten sich um 19/32 auf 112-22/32 und hatten eine Rendite von 3,096 Prozent.

Marktteilnehmer sagten, dass der Verkaufsdruck an den Kreditmärkten im Handelsverlauf nach einer starken Auktion von fünfjährigen Papieren nachgelassen habe. Die Investoren warteten nun auf weiteren Nachrichten, ob Griechenland weitere Hilfe erhalte, um eine Staatspleite abzuwenden.



Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×