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20.03.2017

23:28 Uhr

Börse New York

Ernüchterung über G20-Gipfel lastet auf US-Börsen

Die G20-Finanzminister hatten am Wochenende bei ihrem Treffen in Baden-Baden auf Druck von Washington auf die seit Jahren übliche Ablehnung jeder Form von Protektionismus verzichtet. Das schreckte die Anleger auf.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag 0,04 Prozent tiefer auf 20.905 Punkten. dpa

US-Börse

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag 0,04 Prozent tiefer auf 20.905 Punkten.

New YorkAus Furcht vor einem Rückschlag für den Welthandel haben Anleger am Montag auch US-Aktien nur mit spitzen Fingern angefasst. „Dass sich die USA als weltgrößte Volkswirtschaft auf eine Abschottung von der Welt vorbereiten, macht Anleger zunehmend bange“, sagte Analystin Ipek Ozkardeskaya vom Brokerhaus London Capital Markets.

Die G20-Finanzminister hatten am Wochenende bei ihrem Treffen in Baden-Baden auf Druck von Washington auf die seit Jahren übliche Ablehnung jeder Form von Protektionismus verzichtet. „Die Rolle der USA als Hüterin des freien Welthandels ist für lange, lange Zeit zerstört“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. „Welche künftige US-Administration könnte denn noch andere glaubhaft zu Freihandel ermahnen?“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,04 Prozent tiefer auf 20.905 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,2 Prozent auf 2373 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 5901 Punkten auf der Stelle. In Frankfurt ging der Dax 0,4 Prozent tiefer auf 12.052 Punkten aus dem Handel, der EuroStoxx50 schloss 0,3 Prozent im Minus auf 3437 Punkten.

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Die mit Spannung erwartete Rede des Chefs der regionalen Notenbank von Chicago, Charles Evans, wurde vom Markt ohne größere Reaktionen aufgenommen. Sollten sich die Prognosen für einen Aufschwung festigen und die Inflation steigen, wären drei US-Zinsanhebungen in diesem Jahr angemessen, sagte Evans am Montag. Sollte es richtig bergauf gehen, kämen sogar vier Zinsanhebungen in den USA infrage. Bisher werden an den Märkten gemeinhin drei Zinsschritte im laufenden Jahr erwartet. Die US-Notenbank hatte ihre geldpolitischen Zügel vergangenen Mittwoch erwartungsgemäß angezogen und den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Aus Branchensicht standen Öl- und Finanzwerte im Fokus. Erstere litten unter dem gesunkenen Ölpreis. Bei den Einzelwerten standen die Papiere der Deutschen Bank unter Druck, die in den USA 3,4 Prozent verloren. Grund ist die am Dienstag beginnende Zeichnungsfrist für die Kapitalerhöhung um acht Milliarden Euro. Die Papiere von Array Biopharma brachen um fast fünf Prozent ein. Die Analysten von J.P. Morgan hatten das Kursziel für den Titel gesenkt.

Apple verteuerten sich dagegen um rund ein Prozent. Der iPhone-Hersteller profitierte von einem positiven Analystenkommentar.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von Walt Disney. Der neue Film „Die Schöne und das Biest“ des Medienkonzerns lockt viele Kinobesucher an. Die Disney-Aktie verbesserte sich um 0,9 Prozent.

Die Aktie des Pharmakonzerns Eli Lilly legte 0,1 Prozent zu. Ein Medikament gegen Brustkrebs habe in einer Studie erfolgreich abgeschnitten, wie das Unternehmen mitteilte.

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Der Kurs des Euro zeigte sich im späten US-Handel recht stabil bei 1,0742 US-Dollar. An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1214 Werte legten zu, 1698 gaben nach und 160 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1112 im Plus, 1755 im Minus und 195 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 7/32 auf 98-1/32. Die Rendite sank auf 2,475 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 13/32 auf 98-8/32 und rentierte mit 3,091 Prozent.

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