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18.05.2012

23:59 Uhr

Börse New York

Facebook verhagelt der Wall Street das Wochenende

Überwiegend schlechte Nachrichten aus Europa haben die US-Anleger bekümmert. Im Fokus stand aber der enttäuschende Facebook-Börsengang. Er zog weitere Internetfirmen ins Minus - mit einer überraschenden Ausnahme.

Händler an der Wall Street: Nach einigen Verlusttagen geht es wieder aufwärts. dapd

Händler an der Wall Street: Nach einigen Verlusttagen geht es wieder aufwärts.

Ein enttäuschendes Börsendebüt des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook und eine Herabstufung spanischer Banken haben die US-Börsen am Freitag belastet. Die Aktie des Online-Treffpunkts ging bei ihrem Sprung auf das Handelsparkett auf Zickzackkurs.

Das Dividendenpapier legte zunächst bis auf 45 Dollar zu. Dann sackte es auf den Ausgabepreis von 38 Dollar ab. Zum Schluss blieb ein minimales Kursplus von 0,6 Prozent stehen.

Die Aktienmärkte weltweit hatten dem Facebook-IPO mit Spannung entgegengefiebert. Händler waren teilweise von Kursgewinnen von mehr als 50 Prozent ausgegangen. Das Netzwerk schrieb mit seiner Erstemission (IPO) Geschichte. Insgesamt 18,4 Milliarden Dollar werden erlöst, wenn auch eine Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt wird. Das ist der größte IPO eines Internet-Unternehmens aller Zeiten.

Facebook-Börsengang: Gefällt mir! Aber wie lange?

Facebook-Börsengang

Gefällt mir! Aber wie lange?

Der Rekord-Börsengang von Facebook ist der Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer auf 12.369 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.336 und 12.492 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,7 Prozent auf 1295 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,2 Prozent auf 2778 Stellen.

Vor der Facebook-Erstnotiz hatten die Indizes im Plus gelegen. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein Minus von 3,5 Prozent, für den S&P von 4,3 Prozent und für die Nasdaq von 5,3 Prozent. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf 6271 Punkten aus dem Handel.

"Der Börsengang konnte nicht wie von einigen Händlern erhofft den Gesamtmarkt beflügeln", sagte Frank Davis von LEK Securities in New York mit Blick auf den Facebook-IPO.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Andere Unternehmen aus dem Bereich soziale Medien standen ebenfalls auf den Verkaufslisten der Börsianer. Die Anteilsscheine des Karrierenetzwerks LinkedIn verbilligten sich um 5,6 Prozent, die Dividendenpapiere des Schnäppchenportals Groupon um 6,6 Prozent. Die Aktien des Internetspiele-Anbieters Zynga brachen mehr als 13 Prozent ein.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Kommentare (2)

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ControlledOwnershipOfEUrope

19.05.2012, 00:40 Uhr

Wettkönige in Sachen Hype auf totale Werbung. Die Erklärung von Inhalten einer hochstylisierten Aktie einfach nonsens.

matter_of_fact

19.05.2012, 17:56 Uhr

Wall Street hatte sich das Wochenende mit FB selbst versemmelt.

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