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17.09.2015

23:05 Uhr

Börse New York

Fed-Entscheidung macht die Wall Street ratlos

Die Fed lässt den Leitzins, wo er ist. Diese Entscheidung lässt die Kurse an der Wall Street zunächst kräftig zulegen. Zum Schluss gingen die Indizes auseinander. Eine Branche hatte besonders zu leiden.

Nicht jeder Bildschirm ist ein Touchscreen – auch nicht an der NYSE. AFP

Broker der New York Stock Exchange

Nicht jeder Bildschirm ist ein Touchscreen – auch nicht an der NYSE.

New YorkDie New Yorker Börsen haben nach der mit Spannung erwarteten Zinssitzung uneinheitlich geschlossen. Die US-Notenbank Fed traut sich die erste Erhöhung der Leitzinsen seit fast zehn Jahren noch nicht zu. Auch aus Rücksicht auf den schwächelnden Wirtschaftsriesen China und die unsicheren Aussichten für die globale Konjunktur ließen die Währungshüter den Schlüsselsatz für die Geldversorgung der Banken bei null bis 0,25 Prozent.

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Doch noch kein Ende der Nullzinsen: In den USA geht die seit der Finanzkrise 2008 andauernde Billiggeld-Ära weiter – vorerst. Jetzt warten die Finanzmärkte weiter gebannt auf neue Signale der Fed.

Der Handel an der Wall Street verlief volatil. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 16.674 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 1990 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann dagegen 0,1 Prozent auf 4893 Stellen. In Frankfurt ging der Dax praktisch unverändert bei über 10.229 Punkten aus dem Handel.

Mit der Entscheidung der US-Währungshüter bleiben Aktien zwar als Anlageklasse gegenüber festverzinslichen Wertpapieren zunächst attraktiv. Börsianer hoben aber eher auf die damit ebenfalls zum Ausdruck kommende Konjunkturskepsis ab.

„Der Schritt der Fed suggeriert, dass man trotz der sich weiter erholenden US-Wirtschaft und nahezu Vollbeschäftigung Respekt vor einer zu restriktiven Geldpolitik und erneuten Turbulenzen in China hat“, schrieb Marktanalyst Jens Klatt vom Broker Daily FX. Immerhin bleibe aber die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember offen.

Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner betonte die zurückhaltenden Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen zur Verfassung der US-Konjunktur: „Damit ist es noch nicht einmal klar, dass die Zinsen bei der nächsten Sitzung wirklich angehoben werden.“

Die Frage, wie schlimm die derzeitige konjunkturelle Situation tatsächlich sei, dürfte die Unsicherheit zurückkehren lassen. „Damit hat die Fed dem Aktienmarkt mittelfristig keinen Gefallen getan“, so sein Fazit.

"Die Entscheidung der US-Notenbank hat die Unsicherheit über den künftigen geldpolitischen Kurs nicht reduziert, sondern weiter erhöht", kritisierte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher.

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