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04.01.2017

23:27 Uhr

Börse New York

Fed-Protokolle lassen Wall Street kalt

Die mit Spannung erwarteten Fed-Protokolle haben an der Wall Street keinen Kurssprung ausgelöst. Der Handelstag wurde mit Gewinnen beendet. Der Dow kämpft weiter mit der 20.000er Marke - knackt sie aber wieder nicht.

Wie der Wall Street-Handel lief

US-Automarkt boomte 2016 – Geht es weiter aufwärts?

Wie der Wall Street-Handel lief: US-Automarkt boomte 2016 – Geht es weiter aufwärts?

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New YorkDie US-Börsen haben sich am Mittwoch mit Gewinnen präsentiert. Steigende Ölpreise sorgten für eine gute Stimmung am Markt. Die mit Spannung erwartete Veröffentlichung der Fed-Protokolle löste keine großen Reaktionen aus. Die amerikanische Notenbank Fed hält in Erwartung massiver Konjunkturprogramme des künftigen US-Präsidenten Donald Trump schnellere Zinserhöhungen für möglich.

Wie aus den Mitschriften zur Dezember-Zinssitzung hervorgeht, waren fast alle Mitglieder im Offenmarktausschuss (FOMC) der Auffassung, dass sich die US-Konjunktur besser entwickeln könnte als bisher prognostiziert. Auch sei eine stärkere Entwicklung des Arbeitsmarkts möglich als zuletzt angenommen. Die Notenbank könne daher gezwungen sein, ihre Leitzinsen rascher anzuheben.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher auf 19.942 Punkten und notierte damit weiter nahe der 20.000er Marke, die er noch nie übersprungen hat. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,6 Prozent auf 2270 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,9 Prozent auf 5477 Punkte vor.

Bei den Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von General Motors (GM) um mehr als fünf Prozent. Die Opel-Mutter setzte im Dezember in den USA zehn Prozent mehr Fahrzeuge ab. Die Titel des Konkurrenten Ford, der seine Verkäufe um 0,3 Prozent steigerte, gewannen 4,6 Prozent.

Tesla-Aktien rückten 4,6 Prozent vor, obwohl der Konzern 2016 sein Absatzziel verfehlte. Verzögerungen in der Produktion bremsen den aufstrebenden Elektroauto-Pionier. Das Management sprach von Problemen in der Fertigung im Zusammenhang mit dem Einbau eines neuen Autopiloten.

US-Notenbank: Fed könnte die Zinsen schneller anheben als geplant

US-Notenbank

Fed könnte die Zinsen schneller anheben als geplant

Das Dezember-Protokoll der amerikanischen Notenbank Fed macht deutlich, wie sehr Trumps Wirtschaftspläne auch die Geldpolitiker verunsichern. Die Fed muss die Zinsanhebung möglicherweise beschleunigen.

In Frankfurt schloss der Dax kaum verändert bei 11.584,31 Punkten, der EuroStoxx50 gewann 0,1 Prozent auf 3317,52 Zähler. In den vergangenen Wochen hatten beide Indizes dank Spekulationen auf einen Wirtschaftsboom unter Trump rund zehn Prozent zugelegt. "Es sieht so aus, als hätten viele Anleger doch etwas Angst vor der eigenen Courage bekommen", sagte ein Händler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 950 Millionen Aktien den Besitzer. 2585 Werte legten zu, 443 gaben nach und 93 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 2259 im Plus, 656 im Minus und 168 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten nach den Fed-Protokollen leicht zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 2/32 auf 96-3/32. Die Rendite sank auf 2,4464 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 4/32 auf 96-22/32 und rentierte mit 3,0438 Prozent. Die Rendite markierte zwischenzeitlich ein Vier-Wochen-Tief.

Von

rtr

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