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28.01.2015

22:22 Uhr

Börse New York

Fed-Sitzung zieht die Wall Street runter

Starke Quartalzahlen von Apple und Boeing hatten die US-Börsen zunächst angetrieben. Dann aber sank die Stimmung und der Dow Jones schloss im Minus. Grund dafür waren die Äußerungen der Fed und die sinkenden Ölpreise.

Trotz starker Quartale von Apple und Boeing schloss der Dow im Minus. Schuld waren die Ölpreise und die Fed. ap

Schlechte Laune an der Wall Street

Trotz starker Quartale von Apple und Boeing schloss der Dow im Minus. Schuld waren die Ölpreise und die Fed.

New YorkDie New Yorker Börsen haben nach einer Berg- und Talfahrt am Mittwoch mit Kursverlusten geschlossen. Belastet wurde die Stimmung von den sinkenden Ölpreisen und Äußerungen der US-Notenbank Federal Reserve.

Trotz brummender Wirtschaft hat es die Fed mit einer Zinserhöhung nicht eilig. Sie will die Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" angehen. Die Zentralbanker um Fed-Chefin Janet Yellen halten den Leitzins bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. An den Märkten wird frühestens für die Jahresmitte mit der Zinswende gerechnet.

"Es kam nichts Überraschendes von der Fed. Alles ist sehr ausgewogen", sagte Fed-Beobachter Vassili Serebriakov von BNP Paribas. Mit dem nahenden Ende der Nullzinspolitik wird damit den New Yorker Börsen ein wichtiger Impulsgeber fehlen, der die Märkte jahrelang befeuert hat. Die Fed blickt etwas optimistischer auf die Konjunktur als im Dezember.

Sie spricht nun davon, dass die Wirtschaft "in solidem Tempo" zulege. Im Dezember hatte die Notenbank nur einen "moderaten" Fortschritt festgestellt.

Wie der Wall Street Handel lief

Allergische Reaktion auf Fed-Äußerungen

Wie der Wall Street Handel lief: Allergische Reaktion auf Fed-Äußerungen

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer auf 17.191 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 1,3 Prozent auf 2002 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,9 Prozent auf 4637 Stellen.

Überraschend starke Quartalzahlen von Apple und Boeing hatten die US-Börsen noch im frühen Handel angetrieben. Der iPhone-Hersteller und der Luft- und Raumfahrtkonzern hatten für Ende 2014 Rekordumsätze ausgewiesen. Apple verdiente dank iPhone-Rekordverkäufen im Quartal mit 18 Milliarden Dollar so viel wie noch kein Unternehmen zuvor in einem Vierteljahr.

Der Konzern konnte sich damit vom südkoreanischen Rivalen Samsung absetzen, der zuletzt auch wegen asiatischer Billigkonkurrenz schwächelte. Die Apple-Aktien stiegen um knapp sechs Prozent. Analysten gehen davon aus, dass Apple nun verstärkt Anteilsscheine zurückkaufen und Dividenden erhöhen dürfte. Die Experten halten ein Volumen von über 200 Milliarden Dollar für möglich.

Gute Geschäfte mit Verkehrsflugzeugen bescherten Boeing einen Gewinnanstieg um knapp ein Fünftel. Der Umsatz der Airbus-Rivalen kletterten um drei Prozent auf ein Rekordhoch von 24,5 Milliarden Dollar. Die Aktien notierte 5,4 Prozent fester.

Papiere von Yahoo ließen dagegen drei Prozent Federn. Der Internet-Pionier wird unter dem Druck von Aktionären aufgespalten. Mit dem 15-prozentigen Paket am chinesischen Online-Händler Alibaba gliedert der US-Konzern seinen wertvollsten Teil aus. Die restliche Firma ist ohne die Beteiligung künftig nur noch ein Bruchteil wert - und könnte so zum Übernahmekandidaten werden.

Der Kurswechsel Griechenlands in der Schuldenpolitik belastete dagegen die europäischen Finanzwerte. Der EuroStoxx50 fiel um 0,4 Prozent auf 3358,96 Punkte. Ministerpräsident Alexis Tsipras kündigte unter anderem den Stopp von Privatisierungen und die Wiedereinstellung entlassener Beamter an. Panikverkäufe drückten die Börse in Athen um 9,2 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 711,13 Punkten. Der Kauflaune der Dax -Anleger schadete das weniger: Der deutsche Leitindex legte 0,8 Prozent auf 10.710,97 Zähler zu. Offenbar nutzten viel Anleger nach den Verlusten des Vortags das niedrigere Kursniveau zum Einstieg.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 860 Millionen Aktien den Besitzer. 822 Werte legten zu, 2290 gaben nach und 77 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,09 Milliarden Aktien 665 im Plus, 2077 im Minus und 112 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 29/32 auf 104-23/32. Die Rendite sank auf 1,7241 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg 2-13/32 auf 115-4/32 und rentierte mit 2,2961 Prozent. Händler sprachen von einer Flucht der Investoren aus den Aktien in die Anleihen nach den Fed-Kommentaren.

Von

rtr

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