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01.10.2014

22:55 Uhr

Börse New York

Furcht vor Ebola belastet die Wall Street

Die Furcht vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche drückt auf die Stimmung an der Wall Street. Vor allem Aktien von Fluggesellschaften wurden abgestoßen. Andere Unternehmen profitierten von den schlechten Nachrichten.

Der erste Ebola-Fall in den USA sorgt für schlechte Stimmung an der Börse. ap

Der erste Ebola-Fall in den USA sorgt für schlechte Stimmung an der Börse.

New YorkDie Furcht der Anleger vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche in den USA hat der Wall Street zum Start ins vierte Quartal kräftige Verluste eingebrockt. Für Unruhe sorgte vor allem die erste unkontrollierte Einreise eines Infizierten in die USA.

Zu den größten Verlierern gehörten deshalb die Aktien von Fluglinien und anderen Transportwerten. Kräftige Kursgewinne verbuchten dagegen Anteilsscheine von Pharmafirmen, die derzeit Ebola-Arzneien entwickeln. An den europäischen Börsen hatten zusätzlich enttäuschende Konjunkturdaten von beiden Seiten des Atlantiks sowie die schwelenden Krisen im Nahen Osten und der Ukraine für Verkaufsdruck gesorgt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 17.041 und einem Tief von 16.776 Punkten. Er ging 1,4 Prozent leichter bei 16.804 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 sank 1,3 Prozent auf 1946 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 1,6 Prozent auf 4422 Punkte. In Frankfurt büßte der Dax ein Prozent ein und schloss bei 9382 Punkten.

Wie der Wall Street-Handel lief

Anleger sind nervös

Wie der Wall Street-Handel lief: Anleger sind nervös

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"Das vierte Quartal ist ja generell schwierig - und der Oktober sowieso", kommentierte ein Händler. In diesen Monat fielen in der Vergangenheit die größten Börsen-Crashs. Viele Anleger wollten sich vor der EZB-Sitzung am Donnerstag und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, hieß es in Frankfurt. Zudem beginne bald die Berichtssaison zum dritten Quartal. "Da ist Vorsicht angesagt."

An der Wall Street gewannen BioCryst 3,8 Prozent, Sarepta 3,7 Prozent und NewLink sogar gut sieben Prozent. Die Unternehmen arbeiten an Präparaten zur Bekämpfung von Ebola. Die Aktien der Pharmafirma Tekmira schossen sogar 18 Prozent in die Höhe. Sie hatte in der vergangenen Woche von der US-Gesundheitsbehörde FDA grünes Licht bekommen, alle Ebola-Patienten mit der experimentellen Tekmira-Arznei zu behandeln. Dagegen verloren American Airlines, United Continental, Jetblue und Delta zwischen drei und vier Prozent.

Zu den größten Verlierern gehörten die beiden staatlich kontrollierten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit einem Minus von jeweils rund 37 Prozent. Zuvor hatte ein US-Richter eine Klage von Investoren zurückgewiesen. Sie hatten angestrebt, die vierteljährliche Zahlung von Dividenden an das US-Finanzministerium zu stoppen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 862 Millionen Aktien den Besitzer. 760 Werte legten zu, 2319 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 2,3 Milliarden Aktien 593 Titel im Plus, 2125 im Minus und 115 unverändert.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Weil die US-Industrie auf ihrem Wachstumskurs im September überraschend viel Schwung verloren hat, flüchteten sich viele Anleger in die als sicher geltenden US-Staatsanleihen. So stiegen die zehnjährigen Bonds um 1-02/32 auf 99-29/32. Sie rentierten mit 2,39 Prozent. Die 30-jährigen Papiere kletterten 2-07/32 auf 100-19/32 und hatten eine Rendite von 3,09 Prozent.

Der Euro hat sich am Mittwoch im US-Handel nach einer kurzen, aber kräftigen Berg- und Talfahrt nicht mehr sehr deutlich bewegt. Zum Handelsschluss an der Wall Street stand die Gemeinschaftswährung bei 1,2618 Dollar.

Kommentare (3)

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Frau Annette Bollmohr

01.10.2014, 17:25 Uhr

An irgendwas sterben wir sowieso, und die Wahrscheinlichkeit, dass wir das ausgerechnet hier oder in den USA ausgerechnet an Ebola tun, ist wirklich minimal, wie auch aus folgenden Ausschnitten aus einem anderen HBO-Artikel ersichtlich:

CDC USA: „…Ansteckungsrisiko in den USA sei äußerst gering, das Gesundheitssystem der USA zudem „stark“ und „vollkommen anders“ als in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern in Westafrika,…“
aus D: „schätzen Experten das Risiko, dass sich das Virus auch hierzulande ausbreiten könnte, als gering ein. Das Robert-Koch-Institut (RKI) etwa kommt auf seiner Website zu der Einschätzung, dass eine Gefährdung der Bevölkerung nicht bestehe, weil es in Deutschland alle Voraussetzungen zur sicheren Versorgung Betroffener gebe.“

Es gibt also allen Grund, sich mehr um die Menschen in Westafrika zu sorgen und weniger um unsere eigene Sicherheit.

Natürlich muss jede Schutzmaßnahme vor Ansteckung eingehalten werden, schon aus Verantwortung anderen gegenüber (wer die Krankheit überlebt hat, ist danach übrigens immun).

Aber trotz eines Restrisikos muss den Menschen in den betroffenen Ländern mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und noch mehr als bisher geholfen werden. Auch im eigenen Interesse. Es wäre nicht nur unmenschlich und eine nicht wieder gutzumachende Schande, sie jetzt im Stich zu lassen, sondern es würde mit Sicherheit früher oder später auf uns zurückfallen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht - wie ja aus diesem Artikel ersichtlich.

Kann ohnehin nur von Vorteil sein, wenn jeder alles tut, was in seiner Macht steht, und das nicht nur, was medizinische Akutmaßnahmen angeht, sondern z.B. auch, indem er Druck auf „seine“ Politiker ausübt (z.B. im Netz). Damit endlich mal ÜBERALL die notwendigen Voraussetzungen und Chancen auf ein gutes Leben geschaffen werden.

Zumal ich davon ausgehe, dass die meisten Menschen die fast täglichen Katastrophenberichte in den Nachrichten (nicht nur aus Afrika) genauso bedrückend finden w

Frau Annette Bollmohr

01.10.2014, 17:48 Uhr

Nochmal OHNE Flüchtigkeitsfehler (verdorri):

An irgendwas sterben wir sowieso, und die Wahrscheinlichkeit, dass wir das hier oder in den USA ausgerechnet an Ebola tun, ist minimal, wie aus folgenden Ausschnitten aus einem anderen HBO-Artikel ersichtlich:
CDC USA: „…Ansteckungsrisiko in den USA sei äußerst gering, das Gesundheitssystem der USA zudem „stark“ und „vollkommen anders“ als in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern in Westafrika,…“
aus D: „schätzen Experten das Risiko, dass sich das Virus auch hierzulande ausbreiten könnte, als gering ein. Das Robert-Koch-Institut (RKI) etwa kommt auf seiner Website zu der Einschätzung, dass eine Gefährdung der Bevölkerung nicht bestehe, weil es in Deutschland alle Voraussetzungen zur sicheren Versorgung Betroffener gebe.“

Es gibt also allen Grund, sich mehr um die Menschen in Westafrika zu sorgen und weniger um unsere eigene Sicherheit.

Natürlich muss jede Schutzmaßnahme vor Ansteckung eingehalten werden, schon aus Verantwortung anderen gegenüber (wer die Krankheit überlebt hat, ist danach übrigens immun).

Aber trotz eines Restrisikos muss den Menschen in den betroffenen Ländern mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und noch mehr als bisher geholfen werden. Auch im eigenen Interesse. Es wäre nicht nur unmenschlich und eine nicht wieder gutzumachende Schande, sie jetzt im Stich zu lassen, sondern es würde mit Sicherheit früher oder später auf uns zurückfallen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, wie ja aus diesem Artikel ersichtlich.

Kann ohnehin nur von Vorteil sein, wenn jeder alles tut, was in seiner Macht steht, nicht nur, was medizinische Akutmaßnahmen angeht, sondern z.B. auch, indem er Druck auf „seine“ Politiker ausübt (z.B. im Netz). Damit endlich mal ÜBERALL die notwendigen Voraussetzungen für und Chancen auf ein gutes Leben geschaffen werden. Zumal ich davon ausgehe, dass die meisten Menschen die fast täglichen Katastrophenberichte in den Nachrichten genauso bedrückend finden wie ich.

Herr Dr. Peter Lustig

02.10.2014, 13:53 Uhr

Wenn "Ebola" eine Bank wäre, würde man mit sehr viel Geld zur Seite stehen & große Risiken auf sich nehmen, um zu helfen.

Hier gehts aber nur um Menschen.

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