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28.04.2015

00:22 Uhr

Börse New York

Gescheiterte Pharma-Fusion belastet US-Börsen

Das Scheitern der Fusion mit Tokyo Electron belastet Applied Materials und ein enttäuschendes Testergebnis zieht Celladon nach unten. Indes geht das große Warten auf Apple los und Europas Börsen geben neue Hoffnungen.

Die etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Bilanzen der US-Firmen lassen eine baldige Zinserhöhung unwahrscheinlich erscheinen. Die US-Anleger freut das. dpa

Deutsche Bank at the New York Stock Exchange (NYSE)

Die etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Bilanzen der US-Firmen lassen eine baldige Zinserhöhung unwahrscheinlich erscheinen. Die US-Anleger freut das.

New YorkKursverluste von Aktien aus der Pharmabranche haben die Wall Street am Montag belastet. Anleger gingen zudem auf Nummer sicher im Vorfeld der zweitägigen US-Notenbanksitzung, deren Ergebnis am Mittwoch bekanntgeben wird. Die Fed soll Hinweise darauf liefern, wann sie mit ihren Zinsanhebungen beginnen wird. Die meisten Volkswirte gehen mittlerweile nicht mehr davon aus, dass es vor dem Jahresende dazu kommen wird. Außerdem warteten Anleger auf den Quartalsbericht von Apple, der nach Börsenschluss vorgelegt werden sollte.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 18.037 Punkten 0,23 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 18.024 und 18.175 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 2108 Zählern 0,41 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 0,63 Prozent und schloss bei 5060 Punkten. In Frankfurt war der Dax mit 12039 Punkten und damit einem Plus von 1,93 Prozent aus dem Handel gegangen.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Zu den Verlierern zählten insbesondere Pharmawerte. Der Sektorindex sackte 1,76 Prozent ab. Amgen fielen 3,29 Prozent. Das Unternehmen kann derzeit nicht mit einer beschleunigten Prüfung einer Hautkrebstherapie durch die US-Gesundheitsbehörde rechnen.

Celladon stürzten sogar 80 Prozent ab. Die Biotechfirma verfehlte mit ihrem einzigen Medikament im Portfolio wichtige Testergebnisse.

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Im Fokus der Börsianer stand zudem die Übernahmeschlacht um Mylan. Die Führung des Pharmakonzerns wies die Offerte von Teva über 40 Milliarden Dollar zurück. Die Mylan-Aktie verlor 5,7 Prozent.

Applied Materials brachen um mehr als acht Prozent ein. Die Fusion des Chipausrüsters mit dem Rivalen Tokyo Electron ist geplatzt.

Igate verteuerten sich dagegen um 3,3 Prozent. Die IT-Firma wird vom französischen Rivalen Cap Gemini für vier Milliarden Dollar übernommen.

Der Kurs von Apple zog vor Veröffentlichung des Zwischenberichts 1,8 Prozent an. Die Aktie sei immer noch unterbewertet, sagte Adam Sarhan, Chef von Sarhan Capital.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 799 Millionen Aktien den Besitzer. 1130 Werte legten zu, 1923 gaben nach und 136 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,14 Milliarden Aktien 805 im Plus, 1956 im Minus und 135 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben ebenfalls nach. Die zehnjährigen Papiere fielen um 6/32 auf 100-20/32. Sie rentierten mit 1,93 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 4/32 auf 97-20/32 und hatten eine Rendite von 2,63 Prozent.

Von

rtr

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